Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Drei Innsbrucker nördlich der Nordkette: Tag 1

Share

Jeder kennt die Nordkette. Viele waren schon oben, sei es zu Fuß oder bequem mit Bahn und Gondel. Es stellt sich aber trotz allem die Frage: Was liegt eigentlich dahinter? Spekulationen zufolge treibt dort Sauron noch immer sein Unwesen. Nach 61 Fußkilometern, 8.900 Höhenmetern, 50kg Gepäck, Killerschafen und kalten ungemütlichen Nächten können wir euch versichern: dem ist nicht so. In 6 Tagen einmal um die bekannteste Bergfassade Österreichs. Tag 1.

Erstes Tagesstrecke Richtung Karwendel

Treffpunkt um 09.00 Uhr

Schnell noch in die Dusche gesprungen, gefrühstückt, Zähne geputzt und schon geht es los, endlich starten wir unsere Entdeckungsreise ins Karwendel. Auf dem Weg zum Treffpunkt hole ich noch Ulrich ab. Pünktlich um 08.30 stehe ich vor seiner Haustür, um kurz danach telefonisch zu erfahren, dass er verschlafen hat. Na gut, dann gehe ich schon mal alleine zu Tobias. Als ich bei ihm klingle höre ich eine verschlafene Stimme. Natürlich hat auch er den Wecker überhört.

Innsbruck von oben mit Marschgepäck

Erstes Ziel: Neue Magdeburger Hütte

Nachdem auch der Letzte sich mit einem nahrhaften Frühstück beim nahe gelegenen Bäcker gestärkt hat, geht es um 10.30 wirklich los. Über die Lohbachsiedlung wollen wir unser erstes Ziel, die Neue Magdeburger Hütte (1.637 m), erreichen, um uns dort verköstigen zu lassen. Das Gewicht von Zelt, Gaskocher, Lebensmitteln und dem restlichen Marschgepäck bringt manche von uns zu Beginn der Tour schon an ihre Grenzen. Mit einer deftigen Kaspressknödelsuppe zur späten Mittagszeit haben wir unsere Kräfte auf der Hütte allerdings wieder regeneriert und sind bereit für die nächste Etappe. Ein Blick nach oben lässt uns allerdings wieder zurückschrecken. Wolkenfelder haben sich gebildet und in der Ferne sieht man schon die ersten Blitze. Nach langem und zeitintensiven Hin und Her kommt dann die Entscheidung: wir riskieren es noch ein wenig weiter zu unserem ersten Gipfel, dem Großen Solstein (2.541 m), zu gehen.

Lagebesprechung bei der neuen Magdeburger Hütte

Erstes Camp

Nach kurzer Gehzeit holen uns die Gewitterwolken ein. Es beginnt zu tröpfeln und fast schon panikartig breiten wir unser Zelt mitten im unwegsamen Wald unter dem Gipfel aus.* Schnell stellt sich heraus, dass das alles für die Katz war: Das Gewitter zieht an uns vorbei. Ulrich schaut auf sein Zeiteisen. Es ist erst 17.00 Uhr. Was tun bis es finster wird? Sogleich ist das Zelt wieder eingepackt und weiter geht es Richtung Solstein. Die Baumgrenze ist bald erreicht, der Weg wird immer abschüssiger und die Rucksäcke immer schwerer. Wieder bilden sich Wolken, wieder fängt es an zu regnen. Mittlerweile gibt es jedoch kein Zurück, erst am Sattel zwischen Kleinen und Großen Solstein gibt es die nächste Möglichkeit das Zelt aufzuschlagen.

Auf dem Weg zum Solstein

2000 Höhenmeter später

Völlig erschöpft kommen wir gegen 20.00 Uhr am Sattel an. Der Regen hört langsam auf und wir können endlich die Aussicht genießen. Tobias alias „Der Obmann“ packt sogleich sein Kameraequipment aus und beginnt zu knipsen, während Ulrich und ich das Zelt aufbauen. Erstes Gericht aus dem Gaskocher: Fertigsuppe in allen möglichen Variationen. Für den atemberaubenden Ausblick haben sich die Strapazen des ersten Tages jedoch mit Sicherheit gelohnt. Glauben wir zumindest…

Zweiter Lagerplatz am Solsteiner Sattel

Fotos: Tobias Pircher und Google Earth (Karte)


* Das Karwendel ist das größte Naturschutzgebiet Österreichs. Besonders hier ist Zelten, Feuermachen, die Störung von Wildtieren und das Pflücken von Pflanzen(teilen) strengstens verboten. Die Übernachtung im Zelt sollte eine absolute Notlösung sein und es muss unbedingt auf den Schutz von Flora und Fauna geachtet werden.


Hallo, ich bin der Felix und ich schreibe hin und wieder was.

Share