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Drei Innsbrucker nördlich der Nordkette: Tag 3

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Jeder kennt die Nordkette. Viele waren schon oben, sei es zu Fuß oder bequem mit der Bahn und Gondel. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage: Was verbirgt sich dahinter? Spekulationen zufolge treibt dort Sauron noch immer sein Unwesen. Nach 61 Fußkilometer, 8.900 Höhenmeter, 50kg Gepäck, Killerschafen und kalten ungemütlichen Nächten können wir euch versichern: dem ist nicht so. In 6 Tagen einmal um die bekannteste Bergfassade Österreichs. Tag 3.

Route Tag 3

Jetzt wird doch niemand krank werden?

Unsere zweite Nacht bringt trotz Gewitters ein gesundes Maß an Erholung. Zumindest kann ich das für mich behaupten. Ulrich alias „Der Unverwüstbare“ hat hier schlechtere Karten gezogen und wacht mit Halsweh und Schnupfen auf. Ein heißer Tee soll ihm auf die Sprünge helfen und das lang ersehnte Frühstück in Form von Müsliriegel wird schon auch alle weiteren Bedenken vertreiben. Gestärkt aber mit einem schwächelnden Teammitglied geht es weiter Richtung Scharnitz (964 m) um unsere Essensvorräte aufzustocken. Wichtiger jedoch scheint mir in dem Moment allerdings eine Waschmöglichkeit um den Dreck und die Strapazen der letzten beiden Tage von uns abzuwaschen.

Ich wünscht hier wär ein Weg

Weg? Welcher Weg?

Erst einmal müssen wir allerdings von diesem Berg runter. Leichter gesagt als getan, der Weg wurde bereits von der Natur zurückerobert. Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken, irgendwie müssen wir ja schließlich runter. Tobias alias „Der Bergführer“ leitet uns trittsicher durch das Dickicht. Aus Mangel an Wegorientierungspunkten folgen wir ihm blind, bis auch er innehalten muss um sein GPS Gerät zu zücken, das ihn sogleich auch schon das erste Mal im Stich lässt. So geht es querfeldein weiter und nach 700 Höhenmetern Abstieg erreichen wir den lang ersehnten Forstweg.

Yeah, ein ForstwegWer kann den sexy Blicken dieser drei jungen, gutaussehenden Männer wiederstehen?

Fluss in Sicht!

In der Ferne hören wir etwas plätschern. Oder ist es doch bloß der Wind? Nach ein paar Metern dann endlich die Gewissheit: Fluss in Sicht! Nach einer gefühlten Ewigkeit ohne natürliche Wasserquelle stürzen wir uns wie Gott uns schuf ins Wasser, um Sekunden später wieder von der Kälte zurückgescheucht zu werden. Im zweiten Anlauf und mit Seife bewaffnet sind wir erfolgreicher und gönnen uns und unseren verschwitzten Kleidern einen gründlichen Waschgang. Auch die Wanderer(Innen?), die eine hervorragende Aussicht auf unsere kleine Vorführung haben, können uns davon nicht abhalten und werden gekonnt ignoriert.

Waschgang am FlussDie dargestellten Personen bevorzugen es anonym zu bleiben.

Touristenmetropole Karwendel

Je näher wir der Zivilisation kommen, desto weniger merken wir dem Naturschutzgebiet Karwendel den Naturschutz an. Autos, Baustellenfahrzeuge, Scharen von Radelfahrern, ja sogar Taxis  geben sich hier die Hand und tragen nicht sonderlich zum guten Image des Karwendels bei. Wir lassen uns davon nicht beirren und bringen unsere Shoppingtour in Scharnitz zu Ende. Käse, Kaminwurz und Brot, alles was das Wanderherz erfreut, ist nun wieder fester Bestandteil unseres Marschgepäcks. Auf dem Rückweg in die Wildniss gönnen wir uns auf der Scharnitzer Alm (986 m) noch einen  Kuchen und den wohl besten Kaffees nördlich des Brenners, um gestärkt weiterzuziehen. Nachdem wir das Dorf und die Alm ein paar Kilometer hinter uns gelassen haben, suchen wir uns wieder einen Lagerplatz um zu Übernachten. Schlechtes Gewissen unser Zelt aufzuschlagen haben wir dabei keines mehr.

Sonnenuntergang am 3. Tag

Fotos: Tobias Pircher und Google Earth (Karte)


Das Karwendel ist das größte Naturschutzgebiet Österreichs. Besonders hier ist Zelten, Feuermachen, die Störung von Wildtieren und das Pflücken von Pflanzen(teilen) strengstens verboten. Die Übernachtung im Zelt sollte eine absolute Notlösung sein und es muss unbedingt auf den Schutz von Flora und Fauna geachtet werden.


Hallo, ich bin der Felix und ich schreibe hin und wieder was.

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