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Telekolleg Innsbrucker Skidialekt: Lektion 3

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Hat man nichts mit dem Skifahren und im spezielleren dem Off-Pisten-Skifahren, auch Freeriden genannt, zu tun, versteht man erst einmal nur Bahnhof. Um diese Wissenslücke zu schließen, werden wir jede Woche neue Begriffe, wie „tomahawken“, „powder“, „bluebird“ oder „gopro(-edit)“ vorstellen. Damit seid ihr mit dem wichtigsten Vokabular ausgerüstet und kommt ohne peinliche Situationen durch den Winter. Lektion 3: Tomahawk, Goggle tan & 360.

Tomahawk: Fährt man an seinem persönlichen Limit, springt hohe Cliffs oder hat einfach nur einen schlechten Tag, passiert hin und wieder ein Sturz. Nun gibt es normale Stürze und Tomahawks. Letztere sind normalerweise sehr ästhetisch anzusehen. Es gibt das Skifahrergerücht, manche würden absichtlich stürzen und tomahawken, nur um den Zuschauern etwas zu bieten. Wie aber sieht nun tomahawken aus? Die Referenz ist das gleichnamige Werkzeug/Wurfwaffe, ähnlich dessen Flugbahn bewegt sich der Skifahrer in schön gestreckter Körperhaltung, allerdings ohne Ski, bergab. Die absolute Perfektion eines Tomahawks hat man erst erreicht, wenn danach die Skihose an den Knöcheln und die Jacke über den Kopf gezogen ist. Vorzugsweise sollten Stürze dieser Art im weichen und tiefen Schnee passieren, sonst kann es ziemlich schmerzhaft werden.
Hier dazu ein kleines Anschauungsvideo:

Goggle tan: DAS Zeichen für alle „richtigen“ Skifahrer. Bei der Anzahl der genutzten Skitage kann man schummeln, der goggle tan hingegen ist ein untrügbares Zeichen für die Anzahl der Tage am Berg. Das Wort bezeichnet die seltsam gefleckten Gesichter von Schneesüchtigen, deren Gesicht, mit Ausnahme der von der Skibrille bedeckten Teile, braun ist. Besitzt man einen, so ist dies der Eintritt in eine eingeweihte Gruppe von Leuten mit zuviel Freizeit, wie zum Beispiel Studenten und wird von allen Kennern bewundert und geehrt. Auch abseits des Bergs wird man als mutiger, draufgängerischer und risikofreudiger Sportler erkannt und es soll auch helfen Mädels, respektive Jungs abzuschleppen. Der goggle tan ist so beliebt, dass auch seit neuestem nachgeholfen wird, wie der Autor im selbstlosen Studium von Klatschseiten herausgefunden hat.

360: Warscheinlich der wichtigste Trick beim Skifahren. Das System ist schnell erklärt und hat man es einmal durchschaut, ist es ganz einfach zu verstehen: Es werden bei Sprüngen mit Drehungen um die Körperachse einfach die „geschafften“ Gradzahlen zusammengezählt und Englisch ausgesprochen. Die verbreitetsten sind 180 (gesprochen: oneeighty), 360 (gesprochen: three-sixty) und 540 (gesprochen: five-fourty). Wie gesagt, kann man sich das System ziemlich einfach merken, sehr viel schwerer ist es die Tricks wirklich zu machen. Am Anfang empfiehlt sich zum Lernen: Tiefer Schnee, Helmkamera und Freunde, da man die ersten erheiternden Versuche ja sicher teilen will. Für alle anderen empfiehlt es sich, sich an einem schönen Tag in einen Liegestuhl im Park zu legen und schlaue Kommentare vom Stapel zu lassen. Solange man dabei professionell aussieht und nicht fährt, bemerkt das sowieso niemand.

Lektion 1: Powder, Drop & Cliff

Lektion 2: Bluebird, Switch, Backcountry

Lektion 3: Tomahak, Goggle Tan, 360

Lektion 4: stoked, gopro-edit, LVS

Lektion 5: Splitboard, The game of G.N.A.R., Ullr

Foto: talentfrei.at

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