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Einfach mal machen!

Es ist die erste Redaktionssitzung im Jahr 2020 und da wir jemand neuen in unserer Runde haben, machen wir unsere übliche Vorstellungsrunde. Neben den generellen Fakten tauschen wir uns diesmal auch über unsere Neujahrsvorsätze aus. Nach einiger Überlegung fällt mir da nichts Besseres ein, als das, was ich mir eigentlich schon eine Weile immer wieder vornehme: „Einfach mal machen!“

Das mit diesem „Einfach mal machen!“ ist genauso einfach, wie es klingt. Aber trotzdem: Wie oft habe ich diese Stimme in meinem Kopf, die mich davon abhält, coole Sachen zu machen?

Zu „Einfach mal machen!“ gehört bei mir z.B. nach dem Abi mit 17 von zu Hause auszuziehen und weit weg von daheim, in einem anderen Bundesland, anfangen zu studieren, obwohl alle meine Freunde noch zu Hause bleiben und ein soziales Jahr einschieben. Es gehört dazu, dass ich nach einem Jahr einfach so mein Zimmer im Wohnheim kündige, weil die Stadt und die Universität nicht ganz meins sind, obwohl das meine Eltern nicht so toll finden. Es gehört auch dazu, dass ich nach etwas Zeit daheim unbedingt wieder weg muss und als die Sekretärin in Innsbruck fragt, ob ich mich hier einschreiben will, ohne weiter nachzudenken einfach „Ja“ sage. Obwohl Mama es lieber hätte, wenn ich nicht schon wieder so weit weg ziehe – und diesmal sogar in ein anderes Land.

Erste Eindrücke aus Innsbruck

Kaum in Innsbruck angekommen hat „Einfach mal machen!“ eine noch viel größere Bedeutung für mich bekommen. Am ersten Tag, als ich dann in meiner WG angekommen bin, fragen mich meine Mitbewohner, ob ich mit ausgehen mag. Auch wenn ich den Dialekt damals nicht ganz verstanden habe, sind aus dem Abend Freundschaften entstanden, die heute noch bestehen. Hätte ich dann den einen Wochenendjob nicht „einfach mal gemacht“, dann hätte ich wahrscheinlich nie das junge Mädel kennengelernt, das mich gefragt hat, ob ich mit zum Student Snow Day Vol. 2 will. Hätte ich nicht gesagt „ist mir egal, ich mach einfach und komm mit“, obwohl meine Freundin mit Grippe daheim lag und anstatt auf eine Klausur zu lernen, dann wäre ich wohl nie auf Die Zeitlos aufmerksam geworden.

Hätte ich dann Anfang 2019 nicht gesagt: „Mach doch einfach – schreib der Zeitlos und schau dir mal an, was die da so machen“, dann sähe mein Leben wahrscheinlich viel langweiliger aus als jetzt. Ich hätte nie „einfach mal“ beim Innsbruckathlon mitgemacht und wäre den Monat drauf auch nicht nach Graz zum Grazathlon gefahren. Schließlich habe ich „einfach mal“ nachgefragt, ob ich dafür auch Freikarten bekommen kann, wenn ich darüber meinen ersten eigenen Artikel schreibe.

Das Zeitlos-Team im Zielbereich nach erfolgreichem Innsbruckathlon

Wie Sophia zur Zeitlos gekommen ist? Nachdem sie mit mir in Graz den Titel des schnellsten Frauen-Pärchens geholt hat, habe ich „einfach mal“ gefragt, ob sie mit zur Radio-Sitzung kommen mag. Und was soll ich sagen? Ich konnte sie überzeugen. Bei ihr war es auch ganz nach dem Motto: „Einfach mal machen!“

Chrissi & Sophia gut gelaunt in Graz kurz vor dem Start

Als die einstige Marketingchefin kurzfristig abgesprungen ist und es in der Sitzung nur hieß: „Chrissi, du machst doch noch nicht so viel bei der Zeitlos, willst du den Posten nicht übernehmen?“, war ich zuerst völlig überfordert. Ein Thema, das mich einfach noch nie interessiert hatte, in das ich gerade aber einen sehr interessanten Einblick bekomme. – So landet jemand im Vorstand, der noch nicht einmal ein halbes Jahr beim Verein dabei ist.

Genau das gleiche passierte mit dem Zeitlosfunk, der monatlichen Radiosendung der Zeitlos: Ich hatte zwar schon länger mal Lust, in diese Form der Kunst und des Journalismus hineinzuschnuppern, aber als es dann etwas konkreter werden sollte und ich bei einer Sendung dabei sein wollte, hieß es nur: „Mach doch den Co-Moderator und bereite die Überraschung vor, die dann live im Studio umgesetzt wird“. Alles klar – als ob davon irgendwas funktionieren wird – aber ich „mach einfach mal“.

Eine Radiosendung über Zeit – mit Marcel und Andrea

Und was soll ich sagen? Heute schreibe ich regelmäßig Artikel für die Webseite oder die Print der Zeitlos, habe schon einige Folgen des Zeitlosfunks und eine andere Sendung auf Freirad moderiert und bin dafür verantwortlich, dass über die Sponsoren Geld in den Verein kommt. Dazu habe ich mir schon einige etwas ungewöhnliche Strategien überlegt, obwohl ich keinen blassen Schimmer von Marketing habe. Ach, und die Social-Media-Kanäle bespielen – das mache ich nebenbei. So ist z.B. der Zeitlos-Adventskalender aus einer bloßen Idee zu einer richtigen Herzensangelegenheit von mir geworden.

Als Fazit und eigentlich als Motivation für alles, was noch kommen mag, da kann ich nur sagen, dass „Einfach mal machen!“ der beste Anstoß für so viele große Abendteuer ist. Ich habe auch noch viel zu oft diese Stimme im Kopf, die mich immer wieder aufhält. Aber wie ich mal wieder gemerkt habe, kommt fast immer etwas Gutes bei raus, wenn man „EINFACH MAL MACHT!“

Chrissi beim Student Snow Day Vol. 2 – erster Kontakt mit der Zeitlos

Titelbild: Die Zeitlos
Bild 1,3,4: Christina Schaefer
Bild 2: Tjara-Marie Boine
Bild 5: Felix De Zordo