Blutspender machen Hitzefrei

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Normalerweise zählt die Innsbrucker Blutbank 1000 bis 1200 Blutkonserven. Derzeit sind die Reserven auf die Hälfte geschrumpft. Spender werden dringend gesucht.  

In den Sommermonaten locken Sonnenbäder, Grillfeste und der lang ersehnte Urlaub. Der Gedanke an die Notwendigkeit von Blutspenden tritt in den Hintergrund. Doch der Bedarf an Blutkonserven ist auch im Juni, Juli und August vorhanden.

 

Essen und Trinken nicht vergessen!

Der gesamte Prozess des Blutspendens dauert ungefähr 45 Minuten. Er umfasst das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens, eine Voruntersuchung, die Blutabnahme und eine anschließende Beobachtungsphase. Innerhalb von 10 bis 15 Minuten werden dem Spender 450 ml Blut abgenommen. „Das Fehlen dieser Blutmenge spürt der Mensch eigentlich nicht. Erst ab 2 Liter würde es bedenklich werden“, sagt Manfred Gaber, der Organisationsleiter des Blutspendedienstes von Rotes Kreuz Tirol (Foto links). Trotzdem sollte der Spender erst wieder Sport machen, wenn der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen wurde. Das dauert ein bis zwei Tage. Die vollständige Nachbildung der roten Blutkörperchen erstreckt sich über zwei Wochen. Grundsätzlich kann jeder Mensch Blut spenden, der volljährig und gesund ist, mindestens 50 Kilo wiegt und einen Lichtbildausweis vorzeigen kann. Vor der Abnahme sollte der Spender genug gegessen und getrunken haben. Ausschlussgründe von der Spende sind beispielsweise die Einnahme von Medikamenten und Aufenthalte in Ländern, wo Malaria verbreitet ist.

 

Trennung und Lagerung

Nachdem das Blut abgenommen wurde, werden Blutplasma und Erythrozyten getrennt eingelagert. Das Blutplasma ist flüssig und macht 60 Prozent der gesamten Blutmenge im Körper eines Menschen aus. Es wird eingefroren und ist zwei bis drei Jahre haltbar. Die Erythrozyten werden auch als rote Blutkörperchen bezeichnet und zählen zu den Blutzellen, die 40 Prozent des Blutes ausmachen. Diese können nur kühl gelagert werden und sind 42 Tage haltbar. Durch die Trennung erhält jeder Patient genau die Bestandteile, die er braucht. Trotz dieses sparsamen Umgangs werden wöchentlich 700 Spenden benötigt, um ständig 1000 bis 1200 Konserven im Vorrat zu haben. Da es vier unterschiedliche Blutgruppen gibt und pro Woche durchschnittlich 700 Konserven gebraucht werden, ist diese Menge vorgesehen.

 


Die vier Blutgruppen: A, B, AB und 0.

 

Zwei Stiche im Jahr

„In Österreich ist es vorgeschrieben, dass acht Wochen zwischen jeder Blutspende liegen müssen“, sagt Gaber. Männer dürfen maximal sechs Mal im Jahr zur Abnahme gehen. Bei Frauen liegt das Maximum bei fünf Mal. Momentan gehen 4% der Tiroler Bevölkerung spenden. „Wenn 1 bis 2 Prozent mehr spenden würden, gäbe es keine Engpässe mehr“, sagt Gaber und fügt hinzu: „Uns ist es auch lieber, wenn mehr Spender zwei Mal im Jahr auf die Blutbank oder zu den Spendenaktionen kommen, als wenn sich wenige sechs Mal Blut abnehmen lassen.“

 

In den vergangenen drei Wochen gab es ungefähr 25 Prozent weniger Abnahmen, als zuvor. Manfred Gaber rät der Innsbrucker Bevölkerung spenden zu gehen. „Das kann man bei Spendenaktionen, die in verschiedenen Orten stattfinden, oder direkt bei der Innsbrucker Blutbank.“ Unfälle, Geburten und Krankheiten nehmen sich schließlich nicht Hitzefrei.

 

 

Blutspendeaktionen von 11. August bis  18. August 2018:

Sonntag, 12. August: Spendeaktion in Kals

Montag, 13. August: Spendeaktion in Mayrhofen

Dienstag, 14. August: Spendeaktion in Walchsee

Donnerstag, 16. August: Spendeaktion in St. Ulrich am Pillersee

Freitag, 17. August: Spendeaktion in Schwoich

 

Der vollständige Kalender finden Sie auf der folgenden Website:

Zentralinstitut für Bluttransfusion und Immunologische Abteilung

 

Bei Fragen steht Ihnen der Blutspendedienst des Roten Kreuzes Tirol zur Verfügung:

www.roteskreuz-tirol.at

manfred.gaber@roteskreuz-tirol.at

T: +43(0)512/504-22932

 

 

Titelbild: Blut von qimono via Pixabay unter CCo

Foto 1: Die Fotografen

Foto 2: Blut von JuralMin via Pixabay unter CCo

 

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