8 Schwimmbad-Typen

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Warum Leute ins Schwimmbad gehen? Um Chlorwasser zu schlucken? Zum Quatschen und Tratschen? Um psychologische Studien durchzuführen? Um Freunde fürs Leben zu finden?

Ja, es gibt die verschiedensten guten Gründe für einen Schwimmbadbesuch. Welche Typen du dementsprechend dort treffen wirst, haben wir für dich aufgelistet:

 

1. Der Sportler

Du erkennst ihn an der Pulsuhr, der Schwimmkappe und den verspiegelten Schwimmbrillengläsern. Gute Laune hat laut ihm nichts im Schwimmbecken verloren – hier gehts schliesslich ums Timing. Eine dementsprechend starre Miene mit gen Beckenboden zeigenden Mundwinkeln ist also vorprogrammiert. Und wehe dem, der ihn aufzuhalten oder gar zu überholen versucht! Wenn du dich nicht nach spätestens drei Minuten zu den Tratsch-Omas auf die langsame Bahn verzogen hast, wirst du vom Sportschwimmer anhand folgender Taktiken vertrieben: agressives Delfin-schwimmen inklusive „unabsichtlicher“ Kopfnuss, übertrieben genervtes Stöhnen und skeptischer Blick auf deine Schwimmausrüstung, seitliches Überholen mit „versehentlichem“ Brustbeinschlag gegen deine empfindlichen Stellen.

2. Die Tratsch-Omas

Sie machen es schon, seit das Schwimmbad gebaut wurde und ihre ersten Enkel ins Wasser gepinkelt haben: das Kaffeekränzchen im Becken. Schon in der Umkleide wird über die neue Hautcreme von Nivea gefachsimpelt. Die erste Bahn am Rand allein für sich beanspruchen zu können, steht für sie völlig ausser Frage. Ist ja schliesslich auch noch eine weiter links neben der „Langsam“-Bahn, also?! Dass es andere Schwimmer gibt, die tatsächlich Schwimmen wollen und nicht im Wasser laufen, ist ihnen herzlich egal. Weit ausholende Armbewegungen und der Fakt, dass die Tratsch-Omas immer zu zweit nebeneinander unterwegs sind, macht es unmöglich sie zu überholen. Man muss wohl oder übel in ihrer Rosen-Parfüm-Wolke hinterherschaukeln und den Unmengen Bein- und Arm-Schwabbel beim Wackeln zuschauen. Aber da die Tratsch-Omas nie unhöflich oder gar schlecht gelaunt sind, lässt sich sogar das eher gut ertragen.

3. Der Freak

Er ist weniger auf sich selbst als auf alle anderen im Schwimmbad konzentriert, glaubt aber, dies gut zu verbergen. Während er am Beckenrand „pausiert“ und seine Schwimmbrille zum x-ten mal zurechtrückt, hat er schon das Muster deines Badeanzugs auswendig gelernt, die Bahnen des Sportschwimmers mitgezählt und durch Pi mal tausend geteilt und heimlich ins Wasser gepinkelt. Wenn er schwimmt, tut er das direkt hinter dir und im Buckelwal-Style: er taucht tief ab, um Sekunden später einige Meter weiter prustend wieder aufzutauchen. Das Gute am Freak: so plötzlich wie er kam, verschwindet er auch wieder.

4. Die verzweifelte Studentin

Sie hat sich zum Semesterstart vorgenommen, endlich mehr Schwimmen zu gehen, obwohl sie ihren alten Badeanzug schon seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt hat. Die Fragen tun sich schon lange vor dem Becken auf: Wie funktionierte das mit den Spinds nochmal? Wo mach ich das Handtuch hin? Und wo ziehe ich mich überhaupt um, ohne dass mich alle nackt sehen können? Mit der Schwimmbrille ihrer kleinen Schwester bewaffnet rutscht sie ins Wasser, erstmal auf die „mittlere“ Bahn – man weiss ja nie. Man könnte meinen, jetzt sei alles geklärt, aber nein: die verzweifelte Studentin kriegt Wasser in die Nase und in die Augen und schwimmt kreuz und quer durch Becken weil ihre Brille beschlägt. Falls du sie bis jetzt nicht bemerkt hast, weisst du spätestens Bescheid, wenn sie dich fragt, ob du ihr kurz zeigen könntest, wie das mit dem Kraulen nochmal ging…

5. Die Schwangere

Ja, auch sie wirst du mit Sicherheit im Schwimmbad antreffen. Vom hektischen Treiben im Hauptschwimmbecken abgeschreckt, begibt sie sich meist direkt ins Babybecken. Dort wird sie, glückselig in die Luft schauend, durchs Wasser schweben, um das Gewicht ihres dicken Bauches erleichtert. Das Babybecken hat ausserdem den Vorteil, den Tratsch-Omas („Maaaa gö wie herzig, wann kimmt’s denn?“) und dem Freak zu entgehen. Genug staunende Kinderaugen gibt’s im Babybecken ohnehin.

6. Das unpassende Pärchen

Unpassend ist an diesem Pärchen nicht der Fakt, dass sie sich lieb haben, sondern dass sie sich IM SCHWIMMBAD lieb haben. Von den Tratsch-Omas abgeschreckt lümmeln sie meist am anderen Beckenrand herum. Dort wiegen sie sich in den Wasserwogen der vorbeiziehenden, genervten Schwimmer. Das unpassende Pärchen erkennt man daran, dass man zunächst meinen könnte, es handle sich um einen einzelnen Menschen mit sehr vielen gelenkigen Armen und Beinen. Bei nährem Hinschauen allerdings… Nein, schau‘ nicht näher hin. Tu’s einfach nicht.

7. Das Model

Der Bikini bzw. die Badehose von Gucci oder Armani hat zwar ein Vermögen gekostet, aber das „wasserfeste“ Make-Up war noch viel teurer. Deshalb wird peinlichst darauf Acht gegeben, nicht allzu viel Wasser auf das hoch erhobene Haupt gelangen zu lassen. Zwar konnte den frisch gegelten und toupierten Haaren selbst die obligatorische Dusche vor dem Schwimmbecken nichts anhaben, trotzdem zieht das Model nun leicht steif und verkrampft seine Bahnen. Langsam, vorsichtig, nichts darf verrutschen. Die Miene muss makellos sein. Und hoffentlich haben alle anderen im Becken gute Schwimmbrillen, um unter Wasser die Badebekleidung zu bewundern. Zur Sicherheit stolziert das Model auch noch ein paar „Trockenrunden“ um das Becken herum – man sollte nun wirklich niemandem etwas vorenthalten.

8. Du

Dieser eine Schwimmbadbesucher, der meint, zu keiner dieser Kategorien zu gehören…


Foto: „Untitled“ von JCSC Swimming via Flickr unter CC 2.0

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