Remember Weekender?

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Im Jahr 2017 hat Innsbrucks Nightlife einen ganz besonderen Star verloren: Nach elf Jahren Partytime hat sich Weekender am 31. Mai verabschiedet. Vergessen ist der Club deshalb noch lange nicht. Heute findet die Gedenkfeier Remember Weekender im Hafen statt. Doch wie ist Weekender Innsbrucks Studenten wirklich in Erinnerung geblieben?

 

Hannah:

„Will and the People, meine Lieblingsband, kommt ganz selten nach Innsbruck, aber wenn sie hier war, dann bisher immer im Weekender. Ich bin vor einiger Zeit dort zu einem Konzert gegangen. Es war super cool! Als das Konzert eigentlich schon vorbei war und sich das Publikum auf den Heimweg gemacht hat, wollte die Band aber immer noch nicht aufhören zu spielen. Der Sänger hat sich dann auf die Stufen im Gang gesetzt und ein zusätzliches Konzert gegeben. Als die Menschen das bemerkt haben, haben sie sich dazugestellt und mitgesungen. Irgendwann hat der Sänger uns gebeten für ihn zu singen. Ein Mann im Publikum spielte Gitarre und die ganze Menschentraube sang „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller. Es war so schön! Es war das beste Konzert, das ich jemals erlebt habe und es war im Weekender.“

 

Anna:

„Im Weekender wurde normalerweise viel Indie-Rock gespielt und das ist nicht mein Musikgeschmack. Aber ich mochte die Themen-Partys, beispielsweise die Silent Disco und die Südtiroler Festln. Bei der Silent Disco konnte man zwischen zwei DJs wählen und bei den Südtiroler Festln wurden häufig Musik aus Südtirol gespielt. Da haben meine Freunde und ich einige coole Nächte verbracht. Einmal war ich auch bei einem Konzert von Noluntas, einer Südtiroler Band. Die Stimmung war gut, aber meine Freunde und ich sind gleich gegangen, als das Konzert zu Ende war, weil wir am Tag darauf eine Prüfung hatten.“

 

Simon:

„Im Weekender gab es geschlossene Medizinerpartys, an denen man nur teilnehmen durfte, wenn man einen Ausweis der Medizinischen Fakultät vorzeigen konnte. Das fanden meine Freunde und ich, die Nicht-Mediziner, ziemlich unfair und wir haben beschlossen trotzdem hinzugehen. Zufällig war ein paar Tage zuvor der Opa von meinem Freund Karl (Namensänderung) gestorben. Dieser hat uns eine Kiste mit künstlichen Pelzmänteln, Hüten und einem Metallstock mit einem Pinguin oben drauf hinterlassen. Am Abend der Party haben wir uns damit eingekleidet und sahen aus wie Zaren und Könige. Die anderen Mediziner waren alle richtig schön gekleidet und der Türsteher meinte, dass wir so nicht auf die Party dürfen. Karl hat dann Bekannte angerufen, die den Besitzer vom Weekender kannten und nach einer Stunde anstehen, durften wir doch alle in den Club. Ich habe den Erstsemestrigen dort erzählt, dass ich Medizin im siebten Semester studiere. Wir haben uns darüber unterhalten, dass Medizin das beste Studium ist, weil es so vielfältig ist. Dabei hatte ich keine Ahnung. Damals habe ich Physik im dritten Semester gemacht. Nach einiger Zeit gab es dann eine Preisverleihung von irgendeinem Mediziner-Contest. Als die erste Gruppe auf die Bühne gebeten wurde, haben wir uns auf das Podest gestellt. Anschließend wurde richtig gefeiert; wir sind übel abgegangen in dem kleinen Raum. Aber das Personal vom Weekender hatte den Trick durchschaut und wollte meine Freunde rausschmeißen. Karl hatte allerdings seinen fetten Pelzmantel noch in der Garderobe und sagte zu den Türstehern: „Bevor ich rausgehe, Freunde, möchte ich noch meine Jacke holen.“ Also ist er an der Warteschlange vorbeigegangen. Die Türsteher waren schon richtig genervt. In der Garderobe hat sich Karl seinen Pelzmantel umgehängt, seine Zarenmütze und Brille aufgesetzt und sich am Schluss noch seinen Pinguinstock wiedergeben lassen. Dann hat er sich zum Türsteher umgedreht, aufgeplustert und gesagt: „Jetzt können wir gehen!“ Die Türsteher haben ihn richtig hart rausgeschmissen. Die ganze Gruppe ist wieder gegangen, völlig erhaben über das Geschehen, und ich war noch irgendwo unten und habe den jungen Medizinern erklärt, wie das Studium im siebten Semester ist. Ewig lang habe ich nicht gecheckt, dass die anderen rausgeschmissen wurden. Was danach passiert ist, weiß ich nicht mehr, aber es war gut.“

 

Lisa:

„Ich war gar nicht so oft im Weekender, weil ich erst vor ungefähr eineinhalb Jahren nach Innsbruck gezogen bin und es kurze Zeit später geschlossen hat. Einmal war ich aber dort, mit meinen Mitbewohnern auf einer Mediziner Party. Ich mochte den Club, weil alternative Musik gespielt wurde, zu der man gut tanzen konnte. Meine Freunde waren da teilweise jedes Wochenende. Ich wollte auch nochmal dort feiern gehen, aber das ist sich leider nicht mehr ausgegangen.“

 

Fotos: Christina Vettorazzi

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