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Deepfakes: Wenn Elon Musk in eine Krypto-Plattform investiert

„BitVex“: Internetbetrüger:innen bewerben ihre Fake-Krypto-Plattform mit gefälschten Elon-Musk-Videos

Der kanadische Milliardär Elon Musk ist bekannt für seine Unterstützung von Kryptowährungen. Immer wieder sorgen seine Aussagen und Tweets für Höhenflüge einzelner Währungen. Mittlerweile gibt es dafür sogar den Begriff „Musk-Effekt“ – in Anlehnung an das bekannte Videospiel “Mass Effect”. Kein Wunder also, dass sein Name in Verbindung mit dem Thema Krypto ein Aufmerksamkeitsgarant ist.

Betrüger:innen haben nun versucht, sich Musks Krypto-Involvement auf eine perfide Weise zunutze zu machen. In Online-Videos ist dieser dabei zu sehen und hören, wie er über sein angebliches Investment in „BitVex“, eine neue Website für den Handel von Kryptowährungen, spricht. Grundsätzlich nicht abwegig, aber bei näherer Betrachtung wird klar: Es handelt sich um ein sogenanntes Deepfake, also ein manipuliertes Video, wo eine gefälschte Tonspur über echte Bildaufnahmen gelegt wird. Die erwähnte Plattform existierte zwar, aber nur als Vehikel, um gutgläubigen Krypto-Fans ihre Coins abzunehmen.

Auch Binance-CEO Zhao und Cathie Wood von ARK Invest betroffen

Neben dem Tesla-CEO wurden auch weiteren, mit der Krypto-Welt assoziierten Investor:innen mit Deepfakes positive Aussagen über „BitVex“ in den Mund gelegt, um die Glaubwürdigkeit der Seite zu erhöhen. Zu den Betroffenen gehören etwa die umstrittene Ark-Invest-Chefin Cathie Wood, einst als “beste Investorin der Welt” gefeiert oder der CEO des Krypto-Riesen Binance, Changpeng Zhao.

Die gefälschten Videos wurden über gehackte Accounts auf YouTube und anderen Social-Media Plattformen verbreitet.

Deepfakes werden ein immer größeres Problem

In diesem Fall blieb der Erfolg der Betrüger:innen begrenzt. Laut dem Online-Portal Bleeping Computer konnte die Seite nur Kryptowährungen im Wert weniger Tausend Dollar sammeln. Bedenkt man aber, dass die zur Bewerbung von „BitVex“ verwendeten Deepfakes von eher schlechter Qualität sind und damit leicht zu entlarven wären, ist diese Saga weiteres Zeichen, dass Deepfakes immer mehr zum Problem werden.

Die Einsatzmöglichkeiten sind schließlich vielfältig. Neben simplen Online-Scams wie im Fall von „BitVex“ kann mit Deepfakes auch handfester Missbrauch betrieben werden – etwa im Krieg in der Ukraine. Nach einem Hackerangriff auf eine ukrainische Nachrichtenseite war dort plötzlich ein gefälschtes Video zu sehen, in dem Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Soldat:innen dazu auffordert, die Waffen niederzulegen

Auch hierzulande beschäftigt sich die Politik zunehmend mit dem Phänomen: Ende Mai stellten die Regierungsparteien ÖVP und Grüne einen Nationalen Aktionsplan und eine Taskforce gegen Deepfakes vor.


Karikatur: DonkeyHotey/Flickr unter CC BY 2.0