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Die Hindenburg – das Ende einer Ära

6. Mai 1937 – circa 34 Sekunden beenden die zivile Luftschifffahrt als der Zeppelin LZ-129 in Brand gerät. Noch heute sind die Umstände unklar. Ein geplanter Anschlag oder doch ein Unglück, das auf physikalische Umstände zurückzuführen ist?

Die Hindenburg

Als der Zeppelin LZ-129, auch bekannt als Hindenburg, nur wenige Tage vorher am 2. Mai 1937 zu seiner 63. Tour von Frankfurt am Main nach Lakehurst aufbricht, ahnt noch niemand etwas von der bevorstehenden Katastrophe. Zu dieser Zeit ist der Zeppelin das größte Luftschiff der Welt: 245 Meter, Durchmesser circa 41 Meter, Gasinhalt von 200.000 Kubikmetern. Ursprünglich wollten die Ingenieur*innen als Gals Helium verwenden wollen, da dieses schwerer entzündbar ist. Helium war jedoch nur in den USA in großen Mengen erhältlich. Doch die Hindenburg ist ein deutsches Schiff, Adolf Hitler und die Nationalsozialisten war der USA schon zu mächtig. Es wurde ein Krieg befürchtet (eine Annahme, die wie heute bekannt natürlich schreckliche Realität geworden ist).

Die Fahrten der Hindenburg

Knapp ein Jahr vor dem tragischen Unglück trat die Hindenburg am 4. März 1936 seine erste Probefahrt mit insgesamt 85 Personen, davon gehörten 55 zur Besatzung an. 15 Tage später wurde die Hindenburg der Deutschen-Zeppelin-Reederei übergeben, woraufhin am 31. März 1936 die erste große Fahrt begann. Start war in Deutschland, das Ziel war Rio de Janeiro in Brasilien. Ein Jahr vor der Katastrophe war das erste Ziel Lakehurst in den USA. Der Ort, an dem die Hindenburg in Brand gerät. Insgesamt legte der Zeppelin von 4. März 1936 bis zum 6. Mai 1937 63 Fahrten, die sich zusammengezählt auf circa 337 000 Kilometer beliefen zurück. Drei dieser Fahrten galten als besonders: die Fahrt vom 26. bis zum 29. März 1936 gemeinsam mit dem Schwesternschiff, hier sind Flugblätter der NSDAP abgeworfen worden, die für die Reichstagswahl am 29. März genutzt wurden. Am 1. August 1936 zog die Hindenburg während des Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele die deutsche Flagge hinter sich her und schließlich die Fahrt am 9. Oktober 1936, auch als Millionaires Flight bekannt, da an dieser Fahrt milliardenschwere amerikanische Unternehmer teilgenommen hatten.

Die Katastrophe

Bereits während der Fahrt waren die Wetterbedingungen ungünstig. Kapitän Max Pruss befiehlt, dass das schlechte Wetter umfahren werden sollte. Dies führte dazu, dass sich die Landung um zwölf Stunden verschob. Da über Lakehurst ein Sturm aufzog, wurde dem Zeppelin die Landeerlaubnis nicht erteilt. Die Passagiere wurden allmählich unruhig, denn um Mitternacht sollte die Hindenburg wieder starten, damit die Menschen rechtzeitig der Krönung von George VI. beiwohnen konnten. Noch einmal näherte sich der Zeppelin dem Landeplatz, dieses Mal erhielt er die Landeerlaubnis. Daraufhin wurde das Gas abgelassen und der Ballast abgeworfen, ein übliches Landemanöver. Doch nur knapp vier Minuten nachdem die Landeleinen hinabgelassen wurden, brach ein Feuer aus und verbreitete sich rasch. Circa 34 Sekunden später war die Hindenburg komplett verbrannt. Das Unglück forderte 36 von 97 Leben, darunter Max Pruss‘ Kollege Ernst Lehmann, der allerdings erst am darauffolgenden Tag an den Folgen seiner Verletzungen verstarb. Das Unglück galt auch als das erste das zusehende Menschen hautnah erlebten. Journalist*innen waren ebenfalls anwesend, sie berichteten über die Katastrophe der Hindenburg.

Die Theorien

Bis heute bietet das Unglück der Hindenburg Anlass zur Spekulation. War es ein geplantes Attentat? War technisches Versagen schuld an der Katastrophe? Oder war es Sabotage? Max Pruss ist jedenfalls bis zu seinem Tod am 28. November 1960 davon überzeugt, dass die Zerstörung der Hindenburg einem Attentäter oder einer Attentäterin zu verdanken sei. Die damalige Untersuchungskommission konnte aber keine eindeutige Ursache für die Explosion festmachen. Jedoch gibt es eine Annahme, die weitverbreitet ist: Durch ein scharfes Wendemanöver des Zeppelins riss ein Spanndraht, der sich losgelöst hatte, die Außenhaut auf. Wasserstoff wurde freigesetzt, vermischte sich mit der Luft und wurde zum tödlichen Knallgas. Vom Gewitter war der Zeppelin elektrisch aufgeladen, als die Landeleinen hinabgelassen wurden, wurde das Luftschiff geerdet. Der Boden war nass vom Regen, was dann natürlich auch auf die Landeleinen zutraf. Durch die Nässe und Feuchtigkeit erhöhte sich die Leitfähigkeit bei den Landeleinen, was am Heck zur Entstehung von Funken führte. Das Gemisch aus Wasserstoff und Luft entzündete sich und setzte den Zeppelin in Brand.

Die Rezeption

Das Unglück der Hindenburg wird unter anderem in Filmen und Serien aufgearbeitet. Eine davon ist die Serie Timeless, in der die Hauptcharaktere verhindern müssen, dass sie vom Antagonisten gerettet wird. Dieser hat vor, die Hindenburg auf der Folgefahrt zurück nach England zu sprengen, da Personen an Bord sein werden, die für die amerikanische Geschichte wichtig sind. Diese will der Antagonist aber zu seinem Vorteil verändern.

(c) Beitragsbild: Pixabay