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Der 11. Februar: Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft

Am 22. Dezember 2015 wurde in New York der 11. Februar mittels der Resolution A/RES/70/212 der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum sogenannten „International Day of Women and Girls in Science“ erklärt. Diese Geste sollte die Relevanz und Salienz der Frauen in der Wissenschaft würdigen. Außerdem soll ein ebenbürtiger und gleichberechtigter Zugang für Mädchen und Frauen zur Wissenschaft angestrebt werden. Dabei erfolgt die Durchführung dieses Ziels und die Planung des Tages durch die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), durch das Organ der UN-Frauen und in Kooperation mit diversen zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen.

Relevanz des Themas – #WomenInScience

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN) bezeichneten die Anerkennung der relevanten und salienten Rolle von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft und Technik als primären Grund für die Einführung dieses Tages. Dieser Tag lässt nämlich die Gelegenheit zu, den Zugang von Frauen zur Wissenschaft und ihre Teilhabe daran zu fördern – vor allem hinsichtlich der Gleichberechtigung. Denn die Chancengleichheit stellt für die UNESCO eine prioritäre und globale Angelegenheit dar. Deswegen sollten Mädchen und Frauen in ihrer Partizipation hinsichtlich der Wissenschaft und der Technik unterstützt werden. Außerdem ist es von Bedeutung, die Bildung und Ideenentwicklung von Frauen zu fördern und anzuhören, da sie die „Hebel für Entwicklung und Frieden“ sind. Globale Herausforderungen können nur dann überwunden werden, wenn auch Frauen und deren Ideen und Talente angehört und genutzt werden. Hierfür müssen mehr Frauen in diesen Positionen vertreten sein und die Vielfalt der Forschung muss dahingehend genutzt werden, dass auch Forscherinnen neue Ansätze präsentieren und einbringen dürfen. Mit diesem Tag soll in Erinnerung gerufen werden, dass Frauen mit ihrer salienten Rolle in wissenschaftlichen und technologischen Gemeinschaften geschätzt werden sollten und ihre Teilhabe innerhalb der wissenschaftlichen Szene gestärkt werden sollte.

Hintergrund

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Auf allen wissenschaftlichen Ebenen der Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (abgekürzt MINT) gibt es seit Jahren ein geschlechtsspezifisches Gefälle. Obgleich die Beteiligung der Frauen an Universitäten erhebliche Fortschritte erzielte, so sind sie in diesen vier zuvor genannten Disziplinen noch unterrepräsentiert. Wegen dieser Unverhältnismäßigkeit setzt sich die VN seit Jahren für Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter ein, da die Stärkung der Bedeutung von Frauen nicht nur einen erheblichen Beitrag zur ökonomischen globalen Entwicklung leisten wird, sondern auch zur fortschrittlichen nachhaltigen Entwicklung. Dennoch muss gesagt werden, dass diese Resolution nicht der erste Beitrag ist, den die VN hinsichtlich der Gleichberechtigung für Frauen leisteten. Denn bereits am 14. März 2011 nahm die Kommission der Vereinten Nationen einen Bericht zur Rechtsstellung der Frau an, in der sie sich für den ebenbürtigen Zugang und die Teilhabe von Frauen in der Bildung, Wissenschaft, zur Vollzeitbeschäftigung und zu menschenwürdiger Arbeit aussprachen. Weiteres nahm die UN-Generalversammlung zweieinhalb Jahre später, am 20. Dezember 2013, eine Resolution an, in der sie den gleichberechtigten Zugang und die ebenbürtige Teilhabe von Frauen in wissenschaftlichen, technologischen oder innovativen Disziplinen und Tätigkeitsfeldern anerkennen. Für diesen gleichberechtigten Zugang ist es von Relevanz, dass diese Gleichstellung für Frauen und Mädchen aller Altersgruppen gilt und die unbeschränkte Teilhabe zu diesen Disziplinen sollte einen ersten Schritt für die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter darstellen.

Was die Resolution A/RES/70/212 umfasst

Zusammenfassend wurde in der Resolution festgelegt, dass Frauen bei der Herbeiführung der nachhaltigen Entwicklung und in der wissenschaftlichen und technologischen Fachwelt eine besondere Rolle innehaben und ihre Teilhabe und der Zugang zu diesen Entscheidungsprozessen erleichtert und gefördert werden sollte. Dafür wurde der 11. Februar eines jeden Jahres zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft erklärt. Die Mitgliedsstaaten der VN und alle Organisationen, wie Nicht-Regierungsorganisationen, zwischenstaatliche Institutionen und private wie auch öffentliche Hochschulen sollten diesen Tag angemessen gestalten und durch Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen auf die Thematik aufmerksam machen. Sie sollen die Förderung des Zugangs und der Teilhabe von Frauen zu diesen Beschäftigungsfeldern als Hauptziel erachten. Die Durchführung und Organisation des Tages erfolgt durch die UNESCO und durch UN-Frauen, sowie in Kooperation mit diversen zwischenstaatlichen und Nicht-Regierungsorganisationen. Dabei sollten die Kosten für diese Durchführung aus freiwilligen Beiträgen gedeckt werden.

Wissenschaftlerinnen mit Nobelpreisen

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Mal abgesehen von allen Forscherinnen, die zwar keinen Nobelpreis erhielten, aber dennoch grandiose Arbeit in ihrem Fachbereich leisten und leisteten, wurden seit 1903 insgesamt nur 49 Nobelpreise an Frauen verliehen. Der erste Nobelpreis ging an Marie Curie für die Strahlungsphänomene im Bereich Physik. Doch welche Forscherinnen haben seit 2018 den Nobelpreis erhalten und warum?

Nobelpreisträgerinnen seit 2018:

  • 2018: Donna Strickland aus Kanada, für ihre revolutionären Erfindungen in der Laserphysik
  • 2018: Frances H. Arnold aus den USA, im Fachbereich Chemie für die „directed evolution“ von Enzymen
  • 2018: Nadia Murad aus dem Irak, in der Kategorie des Friedens für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Waffe in Kriegen
  • 2018 (jedoch 2019 verliehen): Olga Tokarczuk aus Polen, Nobelpreis für Literatur, für ihre erzählerische Vorstellungskraft, die mit einer allumfassenden Leidenschaft, Grenzüberschreitungen als Lebensform darstellt
  • 2019: Esther Duflo, französisch-amerikanische Ökonomin, die den Nobelpreis erhielt, im Fachgebiet Wirtschaftswissenschaft mit ihrem experimentellen Ansatz, die globale Armut zu bekämpfen
  • 2020: Andrea Ghez aus den USA, im Fachgebiet Physik, für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie    
  • 2020: Emmanuelle Charpentier aus Frankreich und Jennifer Doudna aus den USA, für die Kategorie Chemie, für ihre Entwicklung einer Methode zur Genom-Editierung
  • 2020: Louise Glück aus den USA für den Fachbereich Literatur, für ihre unverkennbare poetische Stimme, die mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell macht
  • 2021: Friedensnobelpreis an Maria Ressa aus den Philippinen, für ihre Bemühungen zum Schutz der Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden ist

Beitragsbild: ©pixabay.com

Eine waschechte Südtirolerin, die in Innsbruck studiert und liebend gern in den Bergen unterwegs ist, ganz nach dem Motto: Du bist nicht du, wenn dir die Bergluft fehlt!