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Das war Crankworx 2021

© Florian Breitenberger

Über das Wochenende ereignete sich wieder der alljährliche Kampf um King und Queen of Crankworkx, dem ultimativen Mountainbike-Festival mit Station in Innsbruck. Ein starkes Frauenfeld im Speed & Style stand in den Startlöchern sowie eine umfangreiche Startliste von Down-Hill-Fahrer*innen. Alle gaben beim „Familientreffen“ der MTB-Szene von 16. bis 20. Juni ihr Bestes.

Das ursprünglich aus Kanada stammende Event, dort genannt Crankworx Whistler Joyride, findet seit 2017 auch im Bikepark Mutters nahe Innsbruck statt und feierte somit seinen 5-jährigen Geburtstag. Es ist ein Festival, das einen Höhepunkt in der Mountainbike-Szene darstellt. Von Mittwoch bis Sonntag standen täglich Contests im Kalender, von denen alle wichtigen Entscheidungen ab dem zweiten Tag auch mit insgesamt zehn Stunden Sendezeit live übertragen wurden. Die Jury musste Corona-bedingt leider ebenfalls aus Frankreich, Großbritannien und Schweden zugeschalten werden, was die Veranstalter*innen zwar vor eine Herausforderung, aber kein Problem stellte.

Der Zwischenstopp in Innsbruck bot diesjährig das größte Feld an Pro-Fahrer*innen, das jemals bei einem Crankworkx Festival außerhalb von Whistler, dem Ursprung in Kanada, an den Start ging. Es starteten 424 Athlet*innen, darunter 284 der weltbesten Pros – alle bereit, das nachzuholen, worauf sie seit März 2020 verzichten mussten. „Es ist 15 Monate her, dass wir ein komplettes internationales Crankworx veranstalten konnten, wo alle Athleten anreisen konnten. Die Aufregung und Vorfreude der Athleten ist dadurch auf einem ungeahnten Level“, sagte Darren Kinnaird, Managing Director der Crankworx World Tour.

Insgesamt gingen 16 Frauen an den Start, darunter die amtierende Crankworx Innsbruck Queen Vali Höll und die 2020-Summer-Series-Gewinnerin aus Kanada, Vaea Verbeeck. 14 Frauen zählten beim Speed & Style (ein Track mit Hindernissen, zwei Fahrer*innen gegeneinander, Zeit und Tricks werden bewertet – beste Bewertung zählt) in Innsbruck zum Aufgebot. Das ist das mit Abstand größte Frauenfeld, das dieses Event seit der Einführung der Frauenkategorie im Jahr 2019 gesehen hat. Die Down-Hill-Starterliste war ebenso lang wie gut bestückt.

Zum fünften Geburtstag des Crankworx Innsbruck ließ sich auch die Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, Karin Seiler, von der scheinbar schwerkraftbefreiten Bike-Kunst beeindrucken. „Faszinierend, was in den letzten fünf Jahren hier entstanden ist. Das Crankworx Innsbruck ist die treibende Kraft in der Entwicklung des Mountainbikings in der Region Innsbruck. Auch der Bikepark Innsbruck ist durch die Zusammenarbeit mit der Crankworx World Tour gewachsen.“

Durch Sitzpolster, Abstand und 3-G-Regel war ein Besuch von rund 400 Fans pro Tag möglich. Einen Vorverkauf der Tickets gab es nicht. Die Zutrittskarten wurden an Sponsoren und Partner*innen vergeben, die sie mittels Gewinnspiele verteilten.

Beachtliche Leistungen auf zwei Rädern

© Florian Breitenberger

© Florian Breitenberger

Zur Eröffnung ging es direkt ordentlich her/quer beim Whip-Off-Contest (zwei Riesenkicker, 40min Zeit, Rider*innen dürfen so oft sie wollen und so schnell sie wollen drüber und Tricks machen, danach wird beste*r Rider*in beziehungsweise Run ausgesucht) vor epischer Berg-Kulisse. Das Fahrerfeld setzte sich aus einer bunten Mischung von Freerider*innen und Down-Hill-Stars zusammen. Am Ende setzte sich Kaos Seagrave mit einem Whip durch, bei dem er fast perfekt rückwärts in der Luft stand. Bei den Frauen zeigte Robin Goomes mit ihrem Bike, was ein 90°-Winkel ist.

Bei der Speed & Style-Premiere der Damen in Innsbruck brillierte die Neuseeländerin Robin Goomes erneut und brach zudem mit dem weltweit ersten Backflip Rekorde. Unbeeinflusst von der wetterbedingten Verschiebung gewann schließlich der Franzose Tomas Lemoine diesen einzigartigen Bewerb im Bikepark Mutters zum vierten Mal und krönte sich zum unangefochtenen Star in dieser Disziplin.

Vor seinem 22. Geburtstag sicherte sich der Schwede Emil Johansson im Slopestyle (ein weiterer Track mit noch größeren Hindernissen, der*die Rider*in fährt und macht so viele und so schwierige tricks wie möglich, Jury bewertet, beste Punktzahl gewinnt) Mountainbiking zum zweiten Mal in Folge den Sieg. Knapp dahinter auf Rang 2 der Amerikaner Nicholi Rogatkin, ebenfalls zweifacher Innsbruck Slopestyle Gewinner, der Italiener Torguato Testa vervollständigte das Podium.

Die 19-jährige Salzburgerin Vali Höll überzeugte und bleibt somit das Maß aller Down-Hill-Dinge. Sie verteidigte ihren Titel beim traditionellen Abschluss für das Crankworx Innsbruck Festival am Sonntagnachmittag. Die Hitzeschlacht im Bikepark Mutters bei den Herren entschied der Franzose Loris Vergier nach einem sauberen Lauf für sich. Aus österreichischer Sicht erfreulich: Der Steirer Andreas Kolb platzierte sich mit Rang 5, nach einem 7. Platz 2020, wieder etwas weiter vorne in der Weltspitze.

© Jonas Schwarzwälder

© Jonas Schwarzwälder

Es war a mega coole Woche und auch das mit dem 3. Platz beim Dual Slalom war sehr unerwartet, weil meine Teilnahme wirklich spontan war. Und dann natürlich der neuerliche Sieg im Downhill. Nachdem ich nach Leogang ein kleines Down hatte, wollte ich zeigen, dass ich konstant und schnell unterwegs sein kann. Ich bin einfach happy, dass wir Crankworx in Österreich haben.“

– Vali Höll

Anmerkung: Alle Ergebnisse können hier eingesehen werden

Am Fuße der Berge

Da durch die beschränkte Besucher*innenzahl heuer nicht allzu viele das Event live miterleben konnten, bot die City Expo am Landestheatervorplatz eine nette Alternative. Durch verschiedene Workshops und Stände wurde versucht, auch die Stadt im Zeichen des Bikesports zu beleben. Der Sonntag startete beispielsweise mit einer Mobility Session der BASEFIVE. Auch die Nachwuchstalente kamen nicht zu kurz: dem Biker’s Breakfast folgte für manche Kinder eine Ausfahrt zum Arzler Alm Trail, manch andere maßen sich beim Staffelrennen im woom Mini Kids Race. Das Filmpreview des Familien-Bikefilms Madison rundete das Erlebnis ab. Daneben fand auch ein Mechanik-Workshop für Mädels und ein Sicherheitstraining für E-Bikes statt.

„Die City Expo am Landestheatervorplatz unterstreicht einmal mehr, wie sehr sich das Mountainbiken in den letzten Jahren vom Trendsport zum Breitensport entwickelt hat und in der allgemeinen Bevölkerung angekommen ist. Nach einem erfolgreichen Testlauf im letzten Herbst konnte das Ausstellungskonzept und Programm für dieses Jahr deutlich ausgebaut werden. Mit den Live-Übertragungen und unterschiedlichsten Workshops wird dem Publikum die erweiterte Bandbreite des Sports auch abseits der Trails zum Greifen nahe gebracht”, so Vizebürgermeister Hannes Anzengruber.

Heitere Aussichten

Die Community konnte das 5-jährige Jubiläum von Crankworkx Innsbruck feiern: Endlich wieder biken mit Freunden aus aller Welt. Die Wertschätzung und Dankbarkeit dem Veranstalter gegenüber waren deutlich spürbar, der Applaus am Ende jeden Tages galt den Bike-Profis ebenso wie dem Team im Hintergrund sowie den unzähligen Volunteers, die trotz Hitze die Räder am Rollen hielten.

Nach fünf Tagen Whip, Slalom und Pump Action, jeder Menge Style, Spins und Flips ging der Auftakt der Crankworx World Tour 2021 mit dem abschließenden Down-Hill-Rennen im Bikepark Mutters sowie der City Expo mitten im Stadtzentrum erfolgreich zu Ende. Nächster Halt: Kanada (Crankworx B.C., 6.-19. September) und zum Finale geht es dann nach Neuseeland (Crankworx Rotorua, 1.-7. November). 2022 kehrt das ultimative Mountainbike-Erlebnis vom 15.-19. Juni zum sechsten Mal zurück nach Innsbruck. An einer Option für 2023 und 2024 wird über den Sommer gearbeitet.

Die Landeshauptstadt investiert zudem in die Infrastruktur, wie Vizebürgermeister Hannes Anzengruber erklärt. Er ortet „viel Bewegung“ in der Bike-Szene. Neben dem Stadtwaldtrail, der erst kürzlich vorgestellt wurde, sollen noch zwei weitere in Innsbruck dazukommen. Auch um den Druck auf die Naherholungsgebiete zu senken. Ein Trail soll dabei auch im Süden der Stadt etabliert werden sowie ein Mountainbike-Areal in der Rossau.

 

Beitragsbild: © Florian Breitenberger

Text: Nicole Kaßberger

Informantionen vor Ort von: Imke Langrehr

Hi, ich bin Nicole und die Chefredakteurin von unserem Magazin Die Zeitlos. An der Universität Innsbruck studiere ich im Master Medien sowie im Master Gender, Kultur und sozialer Wandel. In meiner Freizeit bin ich mal mehr sportlich, mal weniger sportlich. Schreiben und journalistisches Arbeiten zählen definitiv zu meiner größten Leidenschaft. For more Information: folge einfach den Verlinkungen!