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Film ab: Das war das Innsbruck Nature Film Festival 2020

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Bereits zum 19. Mal begrüßte Innsbruck Zuschauerinnen und Zuschauer des Nature Film Festivals. Vom 6. bis 9. Oktober zeigte das Metropolkino eine breite Auswahl an Naturfilmen. Menschen, wilde Tiere, Tränen, Lachen – alles vereint in einem Kinosaal. Ob globale Erwärmung oder Beziehung zwischen Mensch und Tier, das diesjährige Nature Film Festival berührte und schockierte die Zuschauer gleichermaßen.

„Wenn ein Virus die Regeln für unser Zusammenleben, die Wirtschaft und Kultur neu setzt, ist es umso wichtiger, die echten, tiefgehenden und berührenden Werte und Begegnungen ins Zentrum zu rücken.“

Johannes Kostenzer (Festivaldirektor) zum Ziel des Festivals

Glück und Zufriedenheit liegen in unserer eigenen Umwelt. Das Nature Film Festival zeigte uns große und kleine Wunder der Natur. Die Zeitlos hat sich einige Filme angeschaut und stellt euch einen sehenswerten Film sowie die beiden Gewinnerfilme vor.

Auf dünnem Eis – Die Eröffnung

Die Nenzen (Nomaden, indigenes Volk) versuchen mit über Tausend Rentieren den zugefrorenen Ob-Fluss in Sibirien zu überqueren. Ist das Eis dick genug, um sie zu tragen? Mit dieser spannenden Frage beginnt der Eröffnungsfilm Auf dünnem Eis von Henry M. Mix und Boas Schwarz.

Ein ca. 30.000 Jahre altes Virus erwacht wieder zum Leben. Auf dünnem Eis erzählt nicht nur die Geschichte der Nenzen. In der russischen und sibirischen Arktis taut der Permafrost auf. Mehrere Tausend Jahre alte Kadaver und Knochen kommen zum Vorschein. In den gefrorenen „Ur-Überresten“ überlebte auch ein Virus, das Wissenschaftler im Labor „wiederbeleben“ konnten. Als wäre das bereits nicht schockierend genug – aus den aufgetauten organischen Stoffen entweicht Methan, das stärkste Treibhausgas. Gelangt es in großen Mengen in die Erdatmosphäre, sind die Konsequenzen für den Klimawandel fatal.

Bereits der Eröffnungsfilm bietet atemberaubende Aufnahmen, schockierende Erkenntnisse und wichtige Themen, die uns zum Nachdenken anregen sowie Szenen, die uns entweder in Trauer versetzen oder wütend machen.

And the winners are…

In der Kategorie Beste Umweltdokumentation überzeugte Sheep Hero von Ton van Zantvoort. Dabei geht es um den traditionellen niederländischen Schäfer Stijn, der mit seinen Schafen in den Heidegebieten lebte, fern von der westlichen Gesellschaft. Seine Vorstellung eines einfachen, freien Lebens steht der harten Realität gegenüber, in der nicht mehr sicher ist, ob er seine Herde weiterhin durch die Heidegebiete treiben kann.

Trailer von Sheep Hero

Die Wiese – Ein verlorenes Paradies? von Jan Haft siegte in der Kategorie Beste Naturfilm Dokumentation. Die beeindruckenden Aufnahmen vom Leben der zahlreichen Arten auf den bunten Blumenwiesen lässt einen traurig werden, denn dieser faszinierende Lebensraum wird immer kleiner. Wie sind diese Wiesen entstanden und was passiert, wenn man sie nicht ständig abmäht?

Trailer von Die Wiese

Vorhang zu, Augen auf!

Ob man einen Film mag ist subjektiv. Aber eines bewirkten alle Filme: Sie lösen Emotionen aus und regen zum Nachdenken an. Nicht nur der Klimawandel wurde den Zuschauerinnen und Zuschauern vor Augen geführt, sondern auch die gnadenlose Ausbeutung der Natur durch den Menschen. In Verbindung mit den atemberaubenden Bildern der Natur sowie dem bunt gemischten Rahmenprogramm des Festivals freuen wir uns schon jetzt auf das INF 2021.

Text: Bianca Brodbeck, Diana Eschbach

Titelbild: Diana Eschbach

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