#öhwahl2019 // Interview mit dem Spitzenkandidaten Julian Plangger (JUNOS)

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Von 27. bis 29. Mai 2019 finden die ÖH-Wahlen statt. Da Wahlbeteiligung wichtig und wünschenswert ist, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Innsbrucks Studierende darüber genauestens zu informieren. In den nächsten Tagen stellen wir euch in mehreren Artikeln und Interviews die verschiedenen Fraktionen und den generellen Ablauf der Wahlen vor. Das heutige Interview führen wir mit Julian Plangger, Spitzenkandidat der Jungen liberale NEOS (JUNOS).

Die Zeitlos: Für was steht ihr und was wollt ihr verkörpern?

Julian: Wir Junos sehen uns als innovative Kraft in der ÖH. Die AktionsGemeinschaft verwaltet in der Exekutive sehr solide, uns fehlt aber die Innovation vor allen in drei Bereichen: Der Digitalisierung, beim Platzproblem und hinsichtlich internationalem Studieren.

Wo seht ihr die aktuellen Probleme an der Universität?

Das Platzproblem an der Uni, gegen das noch viel zu wenig getan wird, äußert sich in vielerlei Hinsicht: Es gibt zu wenig Plätze in den Hörsälen, der Mensa und den Bibliotheken, zu wenig Lernräume oder Orte zum Sitzen mit Freunden. Zudem darf gerade in einer Stadt wie Innsbruck, in der zahlreiche Menschen aus Deutschland, Italien und vielen anderen Ländern leben, das Studium nicht auf Tirol beschränkt sein. In den meisten Studiengängen gibt es zu wenig Lehrveranstaltungen in Fremdsprachen. Die Studenten werden zwar gut auf das Berufsleben in Österreich vorbereitet, aber zu wenig aufs Berufsleben in Europa oder auf der ganzen Welt. Und wir setzen uns sehr für die soziale Situation der Studierenden ein. Wir sind uns alle bewusst, das Innsbruck sehr teuer ist, angefangen vom Wohnen bis zu den Öffi-Tickets. Die ÖH muss hier mehr Druck auf das Land und die Stadtregierung ausüben.

Wie steht ihr gegenüber Studiengebühren?

Als liberale Fraktion denken wir, dass es jedem möglich sein sollte zu studieren. Die schwarz-blaue Bundesregierung hat bereits österreichweite Zugangsbeschränkungen beschlossen und stellt Studiengebühren in Aussicht: Da sind wir ganz klar dagegen. Als einzige Fraktion fordern wir ein Modell der nachgelagerten Studiengebühren. Nachgelagert bedeutet, dass man, wenn man nach dem Studium berufstägig ist und mehr als 1100 Euro netto verdient, vom darüberliegenden Gehalt acht Prozent monatlich an die Universität zahlt. Uns geht es darum, dass die Uni mit diesem Geld in ihre Probleme investieren kann. Gleichzeitig muss die Universität stärker finanziell vom Staat unterstützt werden und wir sind für eine massive Erhöhung des Stipendien- und Beihilfensystems.

Kurz zusammengefasst: Was sind eure Hauptthemen?

Unsere Hauptthemen sind die Digitalisierung, das Platzproblem, die soziale Lage der Studierenden und die Internationalisierung.

Inwieweit würdet ihr euch zu den NEOS zählen? Gibt es Punkte, bei denen ihr euch bewusst differenziert?

Grundsätzlich sind wir als Studierendenfraktion mit unserer Mutterpartei, den NEOS, sehr glücklich. Die NEOS sind selbst sehr jung und viele waren auch schon als Studenten für die jungen Liberalen aktiv. Ich glaube als Jugendfraktion sind wir generell ein bisschen frecher. Wir trauen uns mehr an unpopuläre Themen heran. Und wir sind natürlich speziell die Stimme der Studenten.

Was wollt ihr den Studierenden mitgeben?

Mit unserer Politik wollen wir das Studium erleichtern, also angenehme Bedingungen schaffen, dass sich alle frei in ihrem universitären Bereichentfalten können. Was ich den Studierenden persönlich mitgeben möchte: Genießt eure Studentenzeit auch und versteift euch nicht nur aufs Lernen!

Bild: Julian Plangger // Grafik: Pauline Tagwerker

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