#öhwahl2019 // Interview mit dem Spitzenkandidaten Fabian Walch (FPÖ – Freiheitliche Studenten Tirol)

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Von 27. bis 29. Mai 2019 finden die ÖH-Wahlen statt. Da Wahlbeteiligung wichtig und wünschenswert ist, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Innsbrucks Studierende darüber genauestens zu informieren. In den nächsten Tagen stellen wir euch in mehreren Artikeln und Interviews die verschiedenen Fraktionen und den generellen Ablauf der Wahlen vor. Das heutige Interview führen wir mit Fabian Walch, Spitzenkandidat der FPÖ – Freiheitliche Studenten Tirol.

Die Zeitlos: Für was steht ihr und was wollt ihr verkörpern?

Fabian: Prinzipiell stehen wir für freiheitliche Politik an der Universität, die qualitätsvoll und leistungsstark und keine Massenuni sein sollte. Zurzeit beobachten wir, dass auf Quantität statt Qualität gesetzt wird. Das System versucht möglichst viele Akademiker zu produzieren, ohne die Qualität sicherzustellen. Wir wollen wieder hin zu einem qualitätsvollen und leistungsstarken Studium.

Wo seht ihr die aktuellen Probleme an der Universität?

Wenn wir von einer nötigen Qualitätssteigerung reden, geht es uns dabei einerseits um die Qualität der Lehrveranstaltungen, andererseits aber zum Beispiel um genügend Plätze in den Bibliotheken, die übrigens 24 Stunden am Tag geöffnet haben sollten. Wir wollen die perfekten Rahmenbedingungen für Studierende schaffen. Ein anderer Punkt ist die Digitalisierung, die dringend ausgebaut werden muss.

Die Universität schafft sich heute zum Teil auch selbst neue Probleme, zum Beispiel durch verpflichtende Gender-Studies-Module oder den Genderzwang in wissenschaftlichen Arbeiten. Für uns ist das Ideologie und keine Wissenschaft. Wir fordern eine entpolitisierte Uni, an der keine Gesellschaftspolitik betrieben wird und keine Denkverbote vorherrschen. Das Studium lebt vom Diskurs und dieser droht, abhanden zu kommen. Sprech- und Meinungsverbote versuchen uns, als rechts-konservative Fraktion, die Stimme zu nehmen. Wir wollen weg von Konformität und hin zu Pluralismus.

Kurz zusammengefasst: Was sind eure Hauptthemen?

Für uns hat die ÖH einen klaren Auftrag und das ist der Studentenservice. In diesem Sinne setzen wir uns für eine Entpolitisierung, Digitalisierung und Qualitätssteigerung an der Universität ein. Vor allem im Bund erfüllt die ÖH den Serviceauftrag nur noch sekundär und organisiert stattdessen Demonstrationen gegen die Regierung und Analsex-Workshops. Solche Skandale wird es mit uns nicht geben. Wir sind zudem für eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft bei der ÖH, die als Interessensvertretung der Studenten mehr Meinungsvielfalt zulassen sollte.

Inwieweit seht ihr euch als Teil der FPÖ? Gibt es Punkte, bei denen ihr euch bewusst differenziert?

Wir sind die einzige Fraktion, die sich klar zu ihrer Mutterpartei bekennt und stehen dementsprechend auch hinter dem Reformprojekt der Bundesregierung. In Innsbruck treten wir, der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS), deshalb auch unter dem Namen FPÖ – Freiheitliche Studenten an. Das „Freiheitliche“ im Namen teilen wir uns mit unserer Mutterpartei FPÖ, auch die Agenden sind die gleichen. Höchstens in Detailfragen kann es zu Abweichungen kommen. So setzte sich der RFS schon früher für Studiengebühren, zumindest für ausländische Studierende, ein. Mittlerweile vertritt die FPÖ die gleiche Position.

Was wollt ihr den Studierenden mitgeben?

Geht zur Wahl! Leider war die Wahlbeteiligung in der Vergangenheit immer sehr niedrig. Das ist im Grunde ein Armutszeugnis für die angehende Elite des Landes. Zum Zweiten: Mutig sein! Steht hinter eurer Meinung, auch wenn sie nicht dem Mainstream entspricht. Habt Mut zur Diskussion! Und habt natürlich Mut, die Freiheitlichen auch an der Universität zu wählen!

Bildquelle: Fabian Walch // Grafik: Pauline Tagwerker

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