#UniGesichter: Die Liebhaberin der Worte

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Sie liebt die Sprache. Sie „hat“ die Sprache. Sie slammt. Ania Viero ist Südtirols Poetry-Slam-Landesmeisterin 2018.

Frech und neugierig sieht sie aus mit ihrem verwuschelten Kurzhaarbob und dem verschmitzten Lächeln, aber auch streng mit ihrer goldigen Professorenbrille. Diese Eigenschaften braucht die 22-jährige Boznerin – Ania Viero – aber auch. Die Italienerin ist nun nämlich schon das dritte Jahr in Innsbruck und arbeitet ihrem Traumjob als Lehrperson – in den Fächern Deutsch und Geschichte – entgegen. Doch nicht nur bei Studien- und Berufswahl zieht es Ania Viero auf die Bühne: Der Poetry-Slam ist ihre große Leidenschaft.

Wie alles begann
Heute darf sich Ania stolz Südtirols Poetry-Slam-Landesmeisterin 2018 nennen. Nicht lange ist es jedoch her, da saß sie selber noch begeistert im Publikum. Die Nähe zu den Zuhörern und Zuhörerinnen hat sie damals schon gereizt und so fasste sie den Entschluss: „Das will ich auch ausprobieren.“ Ihren ersten Slam-Auftritt hatte die Boznerin dann vor zwei Jahren in der Bäckerei in Innsbruck. Dabei wurde ihr bewusst: „Slammen passt zu meiner kreativen Seite.“

Wie sich die Sprache finden lässt
Die 22-Jährige hat über das Slammen einen kreativen Zugang zur Sprache und zu sich selbst gefunden. „Auf einmal steht man „nackt“ vor dem Publikum“, erklärt die Boznerin. Beim Slammen werden ihr zufolge nämlich persönlichste Gedanken in Worte gefasst und so entstehen Texte, die einem entsprechen. Anders als beim reinen Schreiben würden die Texte beim Auftritt dank Publikum und Adrenalinschub dann geradezu lebendig werden. Für Ania ist daher klar: „Wer slammt, hat die Sprache.“

Wie bei einem Sprung ins kalte Wasser
Das Beste am Slammen sind der zweisprachigen Italienerin zufolge aber die Emotionen, die einen dabei überkommen. Ania beschreibt sie wie die Gefühle kurz vor einem Sprung ins kalte Wasser: Adrenalin durchströmt die Adern, Vorfreude auf den hoffentlich verdienten Applaus gemischt mit ein wenig Angst kommt auf und die Verbindung zu den Menschen wird spürbar.

Wie die Texte aussehen
Die Menschen sind für die diesjährige Südtiroler Poetry-Slam-Landesmeisterin auch Inspiration. „Es gibt nichts Interessanteres für mich“, betont die 22-Jährige. Ihre Texte skizzieren daher zwar einfache Szenen, doch vor allem solche, die das Thema Menschlichkeit bearbeiten und in den Fokus stellen.

Wie die Zukunft aussieht
Menschlich hören sich auch die Zukunftswünsche der Boznerin an: nämlich ein Gleichgewicht zwischen ihren beiden großen Leidenschaften – Studium und Poetry-Slam – finden zu können. „Beide sind besonders zeitaufwendig. Doch das ist gut so, denn das macht eine richtige Leidenschaft auch aus“, meint Ania. Die Zukunft hält für die 22-jährige Boznerin aber noch mehr bereit. So nimmt sie diesen Monat beim Ö-Slam in Klagenfurt teil. Im November steht dann die Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft in Zürich auf dem Programm. Anias Weg wird also noch viele Überraschungen bereithalten. Die Zeitlos wünscht ihr dabei alles Gute.

 

Poetry Slammerin Ania Viero freut sich auf die bevorstehenden Wettkämpfe in Kärnten und Zürich. 

Bilder und Text: Marina Blum

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