„allesstill“ in Der Bäckerei – Mit Trash und Sitcom-Charakter gegen den Kapitalismus

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Was wäre, wenn wir in einer Welt ohne Kapitalismus leben würden? Wäre die Welt wirklich fairer? Wie wäre ein Leben, das nicht mehr vom Geld bestimmt ist? Mit diesen Fragen befasst sich das Trash-Theaterstück „allesstill“. Am Freitag, den 06. Oktober feierte das Projekt des Vereins „soliarts“ Premiere in Der Bäckerei. Die Zeitlos hat sich die erste der insgesamt sechs Aufführungen angeschaut.

Worum geht’s?

Ein Wohnzimmer, drei Menschen und plötzlich: vorbei. Der Kapitalismus ist vorbei! Und die Welt? Bleiben dem Einen nur seine philosophischen Fragen, der Anderen die Einsamkeit, oder doch Freudenrausch, Bier und lustige Leere? „Absolutely totally!“ In einem Wirbel aus seichtem Witz, Situationskomik und Sprachfeuerwerk nehmen die drei Mitbewohner das Publikum mit in ihre Welt. Wie in einer burlesken Sitcom leben sie dahin. Und während man sich immer wieder fragt, ob man nun Zuschauer ist oder doch Teil des Stücks, flackert da diese Leben ohne Konkurrenz, Systemdiktat und Zwang.

Wer steckt dahinter?

„allesstill“ ist das vierte Theaterprojekt, das der Kunst- und Kulturverein soliarts unter der Leitung von Sarah Milena Randel präsentiert. Gemeinsam mit den sechs Darstellern und den „unsichtbaren“ Helfern hinter der Bühne wurde das Stück über die letzten Monate hinweg umgesetzt. Auch die Filmszenen, die das Schauspiel mehrmals unterbrechen, sowie der Trailer wurden selbst produziert. Dank der unterschiedlichen Werdegänge der Teammitglieder, gelingt es soliarts in ihren Projekten unterschiedliche Blickwinkel einzubeziehen. Dabei versucht der Verein stets in flachen Hierarchien und geschlechtersensibel zu arbeiten. Ziel ist es, gemeinsam multi- und interdisziplinäre Kulturprojekte zu realisieren, die für jedermann und -frau zugänglich sind.

Warum man hingehen sollte?

„allesstill“ ist Trash pur. Der Inszenierungsstil macht das Stück nicht nur für treue Theatergänger zum Genuss, sondern bietet selbst für Kulturbanausen einfach gute Unterhaltung. Die Autorin und Regisseurin Sarah Milena Randel verstrickt das ernst anmutende Thema „Das Ende des Kapitalismus“ so in scheinbare Trivialitäten, Scherz und Absurditäten, dass der Kern des Theaterstücks nur wie ein leiser Atmosound mitschwingt. So sorgt das Stück zunächst vor allem für Sinnesrausch und Unterhaltung. Im großen Ganzen betrachtet, findet sich dagegen das eigentliche Thema wieder. Wem es beim Theater also um die Message geht, dem bietet sich genügend Stoff zum Grübeln und Diskutieren. „Und wenn es still ist, ist vielleicht alles gesagt.“

 

Bevorstehende Aufführungen:

Donnerstag, 12.10.17

Freitag, 13.10.17

Samstag, 14.10.17

Samstag, 18.11.17 (im Rahmen der Europäischen Theaternacht)

Beginn jeweils um 20:30 Uhr

Die Bäckerei, Dreiheiligenstraße 21a

Reservierung: soliarts@gmx.net oder 0650 7701990

 

 Fotos: Lisa Probst, Bianca Brodbeck

 

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