(IMHO) Kapitel sechzehn: Trinkgeld? Verdien es dir gefälligst!

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Die wohl beliebtesten Studentenjobs in Innsbruck finden wir in der Gastronomie. Ob hinter der Bar oder davor, dieser Job verspricht in den meisten Fällen leichtverdientes Geld. Anscheinend aber zu wenig, denn immer wieder passiert es mir, dass die Kellnerin oder der Kellner glaubt, sie bzw. er kann meine Gutmütigkeit in bare Münze umwandeln. Bei unter 10 € die Stunde kann man das ja verstehen, oder?

Kellner verdienen zu wenig? Nicht unsere Schuld!

Innsbruck ist sicherlich nicht bekannt für seine guten Löhne. Geschweige denn seine guten Mietpreise. Trinkgeld kann so sicher einen guten Zusatzverdienst darstellen. Aber glaubst du wirklich ein Büroangestellter verdient besser? Kriegt er etwa Trinkgeld? Und wie sieht’s mit Müllfahrern oder Straßenarbeitern aus? Auch die verrichten einen guten und notwendigen Job für unsere Gesellschaft. Wie oft bekommen sie schon beim Vorbeifahren Kleingeld zugeworfen? Ich darf es euch verraten: in 98,7% der Fälle (Statistik frei erfunden) erhalten wir darauf als Antwort ein klares NEIN. Seid also lieber der Gesellschaft dankbar, dass sich das Trinkgeldsystem in der Gastronomie verankert hat.

Wer das kleine nicht ehrt…

Jetzt hör mal ganz genau zu. Das Bier mag vielleicht 2,90 € kosten, und ja, die 10 Cent tun keinem weh. Aber nur weil du einen Schritt zurückgehst, deine Hand ausstreckst und ein Bier aus dem Kühlschrank holst, hast du dir die Moneten sicher nicht verdient, denn daraus besteht nun mal dein f*cking Job. Also hör auf in deiner Geldtasche rumzukramen bis das lang ersehnte „Passt schon“ ertönt und gib uns bitte die 10 Cent zurück. Wir werden es dir schon sagen wenn du es dir behalten darfst.

Wann wir trotzdem Trinkgeld geben sollten:

So, nachdem wir zumindest die zwei mir am Herzen liegenden Punkte geklärt haben, will ich mal nicht so sein. Empfohlen wird eine Trinkgeldabgabe von 10% des konsumierten Werts und je nach Trinkfestigkeit bzw. Hungrigkeit (Achtung, Wortneuschöpfung!) kann das auch schon einiges an Zusatzkosten bringen. Aber sei‘s drum, ich bin ein Mensch der gerne Trinkgeld gibt, ob man’s glaubt oder nicht. Und zwar dann, wenn der Service passt, vielleicht sogar schon zuvorkommend ist und die Küche es auch hingebracht hat etwas einigermaßen Schmackhaftes aufzutischen.

Aber glaub ja nicht, dass du dir dein Trinkgeld nicht verdienen musst. Auch mein Geld wächst nicht auf Bäumen.

Foto: Money, Pictures of Money via Flickr unter CC 2.0

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