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Ein Hund im Zug

Ich sitze im Zug und auf den Schienen rollt es dahin. Neben mir reden die Menschen und ich sitze unter ihnen. Wie ein Hund sitze ich unter ihnen auf dem Boden. Servus Mensch! Leg´ mir eine Leine um und ich werde dein Sklave!

Der Zug ist überfüllt. Ein wenig mehr und wir müssten auf dem Dach kauern. Jetzt haben wir wenigsten noch Platz im Dreck der Besseren. Unter den Schallwellen der Kommunizierenden, der Lebenden, der Höhersitzenden ist es eigentlich ganz gemütlich. Darauf sagt das Baby, das weiter hinten sitzt: „Upa Lutz!“ Du sagst es Baby! “Upa Lutz, hopili putz!”

Ich höre die Gesprächsfetzen der Sesselsitzenden. Themen aus ihrem Alltag. Worte, die beschreiben, was ihre Sinne erlebt und ihre Nerven dazu vernetzt haben. Jetzt verliere ich den Faden. Vergesse, dass ich nicht aufhören darf zu schreiben. Es muss irgendetwas auf Papier gebracht werden, damit sich meine Gedanken nicht in Luft auflösen und der Sinn verloren geht. Der Sinn eines sitzenden Jungen auf dem Boden eines Zuges, der dorthin fährt, wo es kein Ende gibt und der Regenbogen seinen Lauf nimmt und die Zwerge singen: „Ein Stift, ein Buch, das Leben und du. Ein Zug, ein Kind und der Kuckuck!“

Die dort oben steigen über mich. „Hey tret´ mir nicht auf die Eier du Kuckuck!“, denke ich natürlich nur. Meine Beine sind zu lang. Sie beschweren sich. Ich solle sie doch gefälligst kürzer machen. Was mir denn einfalle dort unten. Ich nicke betrübt und hole die Säge aus meiner Hosentasche. Ich frage, ob sie einen Kübel für das Blut hätten. Sie antworten, sie hätten schon länger geplant den Teppich rot zu färben.

Ein Reisender setzt sich neben mich auf den Boden.

Dog: „Hey man! You look like one of those people, who have been sitting on the floor for a long time. How have you fallen? “

Traveller: „You are right, strange dog. I have been down here for a long time. My fall happened when I was young and travelling to find myself. Instead of finding myself, I lost myself and my identity was ripped from its roots. I held on for a while and I rushed from one high to the next. One time though, the seatbelt just ripped, and my dead body fell on to the floor. “

Dog: „Wow, but you must have become wiser and more insightful after that. “

Traveller: „I guess so. But I´d rather be oblivious and up there. Down here, the coldness is more than just the time a shower takes to warm up. Down here, the nervousness rips your guts out and takes them for a walk. My wish is to get up there. And if that means that I need to use your kind heart to get there, so be it.

Dog: „ Well, it was nice to meet you anyway. I hope my heart will help you out. I think it still has a few knocks left in it. “