Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Do you #earnyourturns?

Mit dem ersten Schnee und der neuen Skisaison begegnet uns auch der Hastag #earnyourturns wieder häufiger. Die Phrase, die früher nur von einer Nischengruppe gebraucht wurde, stammt ursprünglich aus der amerikanischen Tourenski-Szene. Die Idee, sich seine Skischwünge erarbeiten zu müssen, ist mittlerweile jedoch auch bei uns zu einer Art Lebensmotto für viele Wintersportler geworden. Was steckt aber tatsächlich hinter diesem Trend und wie kannst du mitmachen?

Klimakiller Skigebiet

Kaum ein anderer Sport wird so oft mit Innsbruck und Tirol in Verbindung gebracht wie der Skisport. Leider ist der Wunsch nach umweltfreundlichem Skifahren im klassischen Sinn eine Wunschvorstellung. Schuld sind daran unter anderem die Skilifte und die Schneekanonen. Schneekanonen verbrauchen Unmengen an Energie und Wasser: Für die Beschneiung eines Hektars werden pro Jahr bis zu einer Million Liter Wasser pro Jahr benötigt. Laut Angaben des WWF führen einige Flüsse in den Alpen deshalb bereits bis zu 70% weniger Wasser, als vor der Zeit der Schneekanonen. Doch auch auf Naturschnee ist das Skifahren noch immer ein Klimakiller. Von den 16 KWh Energie, die ein Gast pro Skitag verbraucht, fallen nur 4,9 kWh auf die Beschneiung. Dazu stellt der Bau von Pisten, Beschneiungsanlagen und Liften natürlich auch einen großen Eingriff in die Natur dar. Doch die Skier musst du deshalb nicht gleich komplett aus dem Wintersport verbannen. Skisport ist durchaus auch umweltfreundlich möglich.

Umweltschutz und Ski-Spaß

Mittlerweile steht nämlich auch im Wintersport Naturverbundenheit, Umweltschutz und das Abenteuer jenseits der Massen im Vordergrund. Der Trend geht immer häufiger in Richtung des Skitourengehens, eben ganz nach dem Motto #earnyourturns. Immer häufiger ist die Rede davon, sich seine Schwünge durch den Schnee erst selbst zu verdienen. Das Erklimmen des Berges mithilfe eines Liftes ist unter eingefleischten Sportlern beinahe schon verpönt. Auch bei uns lässt sich dieses Phänomen gut beobachten: Alpinski werden kaum noch verkauft, stattdessen wächst der Absatz von Skitourenausrüstung stark an. Von großem Vorteil ist beim Skitourengehen, dass keine Skilifte und keine präparierten Pisten benötigt werden. Wenn du also auf Naturschnee wartest, und Rücksicht auf die Natur nimmst, kannst du dich auf ein umweltfreundliches Skierlebnis freuen. Doch die Faszination für das Ski-Bergsteigen geht weit über Umweltschutz hinaus.

Faszination Freiheit

Viele verbinden mit dem Ski-Bergsteigen auch ein Gefühl der Freiheit, das süchtig macht. Die Unabhängigkeit von Lift und Piste ist dabei nicht nur umwelttechnisch von Vorteil. Der Sport ist dadurch auch beinahe überall möglich, wo genug Schnee liegt. So lassen sich mithilfe einer Skitouren-Ausrüstung neue Terrains erobern und unberührte Flecken entdecken. Ein weiterer Vorteil: Skitouren sind kostengünstiger und stressfreier. Ist die Ausrüstung erst einmal erworben, spart man sich teure Liftpässe und lange Warteschlangen. Wer also die Ruhe sucht und dem Massentourismus in den Skigebieten aus dem Weg gehen möchte, findet in dieser Sportart vielleicht seine neue Leidenschaft, die es ihm ermöglicht, die Natur um sich herum in vollen Zügen zu genießen. Dieser Freiheit sind auch kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist aber, dass du nicht vergisst Rücksicht auf deine Sicherheit, andere Wintersportler und vor allem die Natur zu nehmen. Behältst du dies im Kopf steht deinem Ski-Abenteuer nichts mehr im Wege, denn neben anspruchsvollen Touren gibt es auch genügend Optionen für Anfänger.

Das eigene Abenteuer

Wenn du nun auch mit dem Gedanken spielst, dich der #earnyourturns-Bewegung anzuschließen, solltest du dich auf keinen Fall entmutigen lassen: Jeder hat einmal angefangen. Beratung für die richtige Ausrüstung kann man sich sowohl im Fachhandel als auch von Bekannten holen. Oft lassen sich sogar gebrauchte Alternativen, von Freunden oder über das Internet, organisieren. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger. Für den ersten Versuch empfiehlt es sich aber, die Ausrüstung auszuleihen. So kannst du sicher gehen, dass dir der Sport zusagt, bevor du viel Geld dafür ausgibst. Empfehlenswert ist es am Anfang sicherlich auf einen Guide zu setzen, wenn du dich nicht darüber hinaussehen solltest, deine erste Tour allein zu meistern. Willst du dein Outdoor-Abenteuer dennoch solo starten, solltest du die Tour sorgfältig planen und dich gut über Schneeverhältnisse, Schwierigkeitsstufen und Wettervorhersagen informieren. Wer sein Wissen erweitern möchte, kann auch Kurse besuchen oder auf einen Touren-Lehrpfad setzen. Wie du siehst, steht deiner ersten Skitour nichts im Wege. Worauf wartest du also noch? #earnyourturns

📸: ©Jessica Mair

Hi, ich bin Hannah. Hier findest du den ein oder anderen Artikel von mir. Wenn ich nicht gerade an etwas schreibe, studiere ich an der Universität Innsbruck. Abseits des Schreibtisches bin ich meistens irgendwo zwischen Innsbruck und Lienz zu finden, dort am liebsten draußen. Du willst mehr wissen? Sieh dir einfach meine Verlinkungen an!