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FernWind – die Sehnsucht nach den unerforschten Ecken der Welt

Lockdown. Ausgangsbeschränkungen. Persönliche Kontakte möglichst reduzieren. Doch endlich nahen Lockerungsschritte und viele wollen ihren Urlaub nicht erneut auf Balkonien verbringen. Endlich wieder Strand, Sightseeing und Einkaufsbummel. Oder willst du deinen Urlaub anders verbringen? Wie wäre es mit leeren Waldwegen, mit dem Rauschen eines Wasserfalls, unter’m Sternenhimmel zelten, mit Hundeschlitten durch Schnee flitzen oder auf Pferderücken durch Gebirge galoppieren?

 

FernWind ist eine Reisegemeinschaft, die nachhaltige und umweltschonende Expeditionen anbietet, ohne dabei den natürlichen Lebensraum wilder Tiere zu gefährden. Neben der Schonung von Tier- und Umwelt achtet das Team von FernWind auf faire Bezahlung der Partner in den Expeditionsgebieten. Mitreisende erleben nicht nur Abenteuer in der Natur, sondern dürfen auch die Kultur der Expeditionsgebiete kennenlernen. In einem Interview mit Die Zeitlos erzählt der Gründer von FernWind, Konstantin Sergijenko, mehr über sein Start-Up.

 

Konstantin Sergijenko, Gründer von FernWind

 

Die Zeitlos: Wie lange gibt es FernWind schon? Wie bist du auf die Idee gekommen dein eigenes Start-Up zu gründen?

Konstantin: Ich habe FernWind 2017 gegründet. Es war schon immer mein Traum, eine Ausbildung als Hundeschlittenführer zu machen. Durch gute Freunde bekam ich die Gelegenheit, nach Russland auf eine Husky-Farm zu reisen. Allerdings hatten sie dort noch kein Ausbildungssystem für Hundeschlittenführer. Also ließ ich mir auf dieser Husky-Farm das Hundeschlittenführen beibringen, startete später ein Ausbildungssystem und führte selbst Reisegruppen. Das Ausbildungssystem war so erfolgreich, dass jemand zu mir sogar sagte: „Hey, mach das doch beruflich!“ Und seitdem bin ich Expeditionsveranstalter.

 

Aus wem setzt sich das FernWind-Team zusammen?

Mein Team besteht aus sehr wertvollen Menschen aus dem nahen Umfeld. Das sind alles Freunde, die mich von Anfang an unterstützt haben. Wir sind kein typischer Betrieb. Wir sind eine Gruppe von Idealisten, die ihren Träumen nachjagen und das mit anderen teilen möchten. Das Schöne ist, wir ergänzen uns im Team. Ich bin der Ideengeber und meine Leute unterstützen mich im Business-Bereich. Wir haben unsere Webdesignerin. Wir haben mehrere Expeditionsleiter, Fotografen und jemanden für den Vertrieb.

 

Welche Abenteuer-Reisen bietet ihr an? In welche Länder reist ihr, für wie lange und was macht ihr dort?

Wir haben eine Art Expeditionsschule aufgemacht. So nennen wir unsere Camps in Norwegen und Schweden. Dort bringen wir den Leuten bei welche Ausrüstung sie brauchen, wie sie eine Tour planen, Karten lesen, navigieren. In zehn bis zwölf Tagen zeigen wir den Teilnehmer*innen alles, was man braucht, um eine Expedition durchführen zu können. Wir haben jedes Jahr unsere Husky-Tour in Russland. Wir reisen auch nach Kamtschatka. Dort begleiten wir Biologen auf Forschungstour. In Armenien sind wir mit Pferden unterwegs. In Borneo haben wir auch Partner. Dort machen wir Trekking im Dschungel.

 

Wie fit muss man für eine FernWind-Reise sein?

Man muss kein Leistungssportler sein, eine Grundfitness reicht. Bei uns ist jede*r herzlich willkommen, die*der mit einem 15 Kilogramm Rucksack 15 Kilometer gehen kann. Unsere Tour in Borneo ist etwas anstrengender. Da muss man wirklich fit sein.

 

Wie groß darf eine Reisegruppe sein? Wer aus dem FernWind-Team reist mit?

Meistens sind zwei Expeditionsleiter dabei, plus Fotograf. Bis zu fünf Personen ist ein Expeditionsleiter dabei, ab sechs Personen sind es zwei Expeditionsleiter. Ein professioneller Fotograf von uns reist immer mit. Ein Foto mit einer professionellen Kamera hat eine viel bessere Qualität als das von einem Smartphone. Und so können die Teilnehmer*innen ihre Reise besser genießen, wenn sie nicht ständig nach ihren Smartphones greifen müssen, um Fotos zu machen.

 

Was organisiert ihr für die Reise? Was müssen die Mitreisenden selbst mitnehmen oder organisieren?

Wir organisieren ab Ankunft alles. Wir holen die Leute vom Flughafen ab, und ab da beginnt die Expeditionsreise. Die Flüge müssen die Teilnehmer*innen selbst buchen. Wir empfehlen zwar die Flüge, buchen aber nicht. Die Ausrüstung organisieren wir teilweise. Bei der Husky-Tour haben wir alles dabei, weil da arktische Polarbedingungen herrschen. Da haben wir spezielle Anzüge für die Teilnehmer*innen. Aber bei den Trekking-Touren müssen die Teilnehmer*innen zum Beispiel ihre eigenen Schlafsäcke und Trekking-Schuhe mitnehmen.

 

Wie wird entschieden, welche Reisen ihr anbietet bzw. in welche Länder ihr reist? Sind neue Abenteuer geplant?

Die meisten Ideen entstanden durch Zufälle aus Gesprächen mit Freunden. Schweden und Norwegen waren Initiativen aus unserem Team. Viele fanden unsere Borneo-Tour zu extrem und wollten lieber etwas, womit man anfangen kann. Oft kommen die Leute – Teilnehmer*innen oder Bekannte – auf uns zu und liefern uns Ideen. Wir möchten die Reisen, die wir haben, stabilisieren und die Abläufe optimieren. Wir wollen nicht zu viel auf einmal anbieten, weil wir nicht möchten, dass die Qualität darunter leidet.

 

 

Während der Expeditionen in den ausgewählten Gebieten achtet FernWind auf einen gewissenhaften Umgang mit Tier- und Umwelt. Die Sicherheit der Teilnehmer*innen ist stets gewährleistet. Bei Reisen mit Tieren, wie der Husky-Tour oder dem Pferdetrekking in Armenien, ist das Wohlergehen der Tiere gesichert. Die Bezahlung der Partner – wie der lokalen Guides in den Expeditionsgebieten – darf auch nicht zu kurz kommen. Nachhaltigkeit und faire Bezahlung haben ihren Preis. Wenn man jedoch bedenkt, was man bei FernWind für sein Geld bekommt, sind die Reisen preiswert. Möglicherweise nicht für jede Studierendengeldbörse geeignet, aber dennoch lohnt sich ein Blick auf die Website auf jeden Fall: fernwind.de

 

 

Text: Diana Eschbach

Bild 1: Unsplash

Bild 2, 3: FernWind