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Die Post bringt allen was – Heuer aber vor allem Weihnachtsstress für die Helferlein des Christkinds

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Zu Weihnachten geht es vor allem darum, Freude zu bereiten und gemeinsam Zeit zu verbringen. Doch was, wenn man die Liebsten nicht um sich haben kann? Besonders heuer wird das Weihnachtsfest von Videochats, Anrufen und Abstand geprägt sein. Auf Geschenke wollen wir aber dennoch nicht verzichten.

Eine Möglichkeit, jenen die man zu Weihnachten nicht sehen kann, trotzdem ein Geschenk zukommen zu lassen, bieten Versanddienste wie die Österreichische Post. Egal ob mit einer Postkarte, einem Brief oder einem Paket, Weihnachtsfreude ist garantiert. Der Leitspruch der Post „Die Post bringt allen was“ wird in der momentanen Corona-Situation jedoch zu einem besonderen Laster, denn zusätzlich zu der heurigen Social-Distance-Weihnacht wollen die meisten volle Einkaufszentren und Geschäfte eher meiden.

Photo by Paola Chaaya on Unsplash

Bis zu einer Million Pakete am Tag

Diesen Trend zeigt auch die Holiday Shopping 2020 Studie von Integral Ad Science (IAS). Ihr zufolge will die Mehrheit heuer online einkaufen. Die Studie liefert auch einen guten Grund dafür, dass das Weihnachtsshopping heuer vorwiegend digital stattfindet. Die meisten Konsument*innen haben Bedenken bezüglich Covid-19 und verzichten deshalb darauf, im stationären Handel einzukaufen.

Für die Mitarbeiter*innen der Post, für die Weihnachten sonst schon die stressigste Zeit im Jahr war, sind dies nicht die besten Nachrichten. Der Stress wird in diesem Jahr noch größer sein. Dem Paket-Boom durch das vermehrte Online-Bestellen im ersten Lockdown steht zwar ein Rückgang bei Brief- und Werbepost gegenüber. Die Corona-Zeit war für die Post trotzdem wie elf Wochen Weihnachten. Die versendeten Pakete und Briefe sind um die Hälfte, auf 600.000 bis 800.000 Stück, gestiegen. Was passiert nun, wenn der zweite Corona-Lockdown mit der Weihnachtszeit zusammenfällt? Die Österreichische Post rechnet mit bis zu einer Million Pakete am Tag. Insgesamt dürfte die Zahl an Paketen auf über 150 Millionen steigen, das ist mehr als das doppelte als noch vor 5 Jahren.

Rechtzeitig Freude bereiten

Gerade deshalb wird es heuer eine große Herausforderung für die Mitarbeiter*innen der Österreichischen Post. Ein hervorragendes länderübergreifendes Zusammenspiel aller Beteiligten der Lieferkette wird beim erwarteten Schwall an Briefen und Paketen nötig sein. Dabei stellen sich viele die Frage: Kommt mein Paket denn rechtzeitig an? Damit die Weihnachtskarte oder das Geschenk rechtzeitig bis zum 24. Dezember ihr Ziel erreichen, rät die Post ein zusätzliches Zeitpolster einzuplanen.

Briefe innerhalb Österreichs sollten bis spätestens Mittwoch, den 20. Dezember und Pakete schon am Dienstag, den 19. Dezember zur Post gebracht werden. Für EMS-Sendungen, also dem Versand per Express-Dienst, gilt der Donnerstag, 21. Dezember, als letzte Chance für das Weihnachtsfest. Für Sendungen ins europäische Ausland gilt der 14. Dezember als Stichtag: Dabei sollte der Brief jedoch in der etwas teureren Priority-Klasse verschickt werden; für EU-Länder, die nicht an Österreich angrenzen, kann es zudem länger dauern. Auf Nummer sicher geht man mit dem EMS-Versand bis zum 18. Dezember. Pakete und Briefe, die weitere Reisen antreten müssen, können noch bis 14. Dezember mit Express verschickt werden. Nur dann wird auch die Ankunft bis Weihnachten möglich sein.

In der vorherrschenden Pandemie kann es jedoch trotzdem zu Lieferverzögerungen kommen. Mit steigender Paket- und Briefanzahl vermehren sich auch die Beschwerden von Konsument*innen wegen Zustellproblemen. In „normalen“ Jahren muss ein*e Zusteller*in vor Weihnachten bereits bis zu 200 Pakete pro Tag ausliefern. Für Maria Semrad, vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Wien, ist das Thema Paketzustellung „ein Dauerbrenner“. „Die Beschwerden nehmen stetig zu, weil es mehr Paketzustellung gibt“, sagte Semrad. Zu den Problemen zählen etwa beschädigte oder verlorene Pakete, fehlende Benachrichtigungszettel oder Nicht-Zustellung wegen angeblicher Abwesenheit.

Unterstützung zu Weihnachten

Die Post arbeitet zwar schon am Ausbau der Kapazitäten für Weihnachten, die Belastung der Mitarbeiter*innen bleibt trotzdem enorm. Abhilfe könnten hier Maschinen, genauer gesagt Drohnen, schaffen. Bereits vor circa 7 Jahren verkündete Amazon-Gründer Jeff Bezos, dass in 4 bis 5 Jahren Drohnen die Pakete in die Gärten der Kund*innen fliegen würden. Diese Prognose ist zwar nicht eingetreten, das Projekt ist aber auch noch nicht auf Eis gelegt. Trotzdem bleiben Drohnen als Paketzusteller weiterhin nur Zukunftsmusik. Auch wenn es gerade zur Weihnachtszeit praktisch klingen mag und die technische Umsetzung bereits gut funktioniert, gilt das Drohnenprojekt noch als unrealistisch. Neben organisatorischen Problemen gibt es nämlich auch große Bedenken in Sachen Datenschutz. Zusätzlich ist es kritisch zu sehen, dass durch das Ersetzen der Mitarbeiter*innen durch die elektronischen Helfer Arbeitsplätze verloren gehen können. Denn den Weihnachtsstress und so viele Pakete gibt es schließlich nicht das ganze Jahr. Die gute Nachricht? Auch wenn Unterstützung von Maschinen in näherer Zukunft noch kein Thema ist, kann jede*r einzelne von uns die Mitarbeiter*innen aller Zustelldienste zu Weihnachten ein wenig entlasten.

Eine solche Entlastung für die Post ermöglichen lokale Unternehmen wie die Wagner’sche Buchhandlung in Innsbruck. Innerhalb Innsbrucks und in den Bezirken Imst, Landeck und Reutte werden die Bücher per Fahrradkurier zugestellt. Bei der Bestellung muss lediglich die Versandart „Fahrradkurrier“ gewählt werden und schon machen sich die bestellten Bücher auf ihre Fahrradreise durch Tirol. (siehe https://fahrradzustellung.wagnersche.at)

Schlussendlich ist es jedoch gerade in einer so schwierigen Zeit wie jetzt wichtig, Verständnis zu zeigen. Es ist für viele die stressigste Zeit im Jahr, vor allem für die Zustelldienste. Die Helferlein des Christkinds bemühen sich, alles Menschenmögliche zu tun, um jedem ein besinnliches Weihnachtsfest zu ermöglichen. Sollte eine Zustellung doch nicht bis Heilig Abend ankommen, sollte man sich daran erinnern, dass am Ende des Tages nicht die Geschenke unterm Baum im Zentrum der Weihnachtszeit stehen sollten.

Text: Nicole Kaßberger, Hannah Winkler

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