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Fighting for our future: Extinction Rebellion Tirol

Die Klimakrise ist bekanntlich in aller Munde. Keine Sorge, dieser Artikel ist nicht die nächste Moralpredigt, um euch zu einer nachhaltigeren Lebensweise aufzufordern. Sondern er ist der erste Teil der Zeitlos-Nachhaltigkeitsserie. Dabei zeigen wir euch, wie man mit kleinen Tricks im Alltag etwas verändern kann, wie man sich aktiv für mehr Klimaschutz einsetzen kann, wie man plastikfrei einkauft und vieles mehr. In diesem Teil stellen wir euch Extinction Rebellion Tirol vor, eine relativ neue Umweltschutzbewegung in Innsbruck. Die Aktivisten verfolgen das Ziel, Druck auf die Politik auszuüben und sie dadurch zum Handeln zu bewegen. Außerdem soll die Bevölkerung bei Aktionen in der Öffentlichkeit über die Klimakrise aufgeklärt und sensibilisiert werden.

Laut WWF sind etwa die Hälfte aller Tierarten aufgrund des Klimawandels vom Aussterben bedroht.


Act now: Die Forderungen von Extinction Rebellion

Extinction Rebellion, kurz XR, ist eine internationale Dachvereinigung, die sich aktiv für mehr Aktivität gegen den Klimawandel einsetzt. Überall auf der Welt kann man einen Ableger von XR gründen und dezentral aktiv werden. XR hat drei konkrete Forderungen:

  1. Die Wahrheit sagen.
    Staaten und Politiker dürfen die Realität der Klimakrise nicht weiter leugnen oder ignorieren, sondern müssen die Tatsachen anerkennen. Die Bevölkerung soll dementsprechend über die Wahrheit zur Klimakatastrophe, auf die sich die Erde zubewegt, aufgeklärt werden.
  2. Act now!
    Beispielsweise durch die Implementierung von neuen Gesetzen soll die Politik endlich handeln, anstatt im Kampf gegen den realen Klimawandel weiterhin untätig zu bleiben.
  3. Umstrukturierungen in der Politik.
    Politiker sollen keine klimarelevanten Entscheidungen treffen, weil sie zu sehr von Lobbyisten, eigenen Interessen und anderen Faktoren beeinflusst sind. Stattdessen sollen Entscheidungen, die das Klima betreffen, bei Bürgerversammlungen – sprich von der Bevölkerung – getroffen werden.


Aktiv gegen die „Extinction“ der Menschheit

Extinction Rebellion verfolgt ein politisches Ziel, bleibt dabei aber unparteiisch. Neben dezentral organisierten Aktivitäten wie beispielsweise Demonstrationen oder Straßenblockaden ruft die Dachorganisation XR auch zu weltweiten, etwa zeitgleichen Aktivitäten auf, bei denen im besten Fall alle Ableger von XR mitmachen.

Eine Form des Demonstrierens sind sogenannte Die Ins, eine Aktionsform, bei der sich die Aktivisten in der Öffentlichkeit gemeinsam totstellen. Das soll beispielsweise auf das Artensterben aufmerksam machen und so extinction (Aussterben) repräsentieren.  In der Regel gibt es bei einer solchen Aktion einen konkreten Bezug. So haben die Aktivisten von XR Tirol das Sterben von Milliarden von Tieren bei den Feuern in Australien bei einen Die In dargestellt.

Bei einem Die In vor dem Goldenen Dachl solidarisieren sich die Aktivisten mit Australien.


Die Geburt von XR Tirol

Im Herbst letzten Jahres hat sich eine der Aktivistinnen von XR Berlin inspirieren lassen. Als sie festgestellt hat, dass es Extinction Rebellion in Innsbruck noch nicht gibt, hat sie einen Ableger von XR in Innsbruck zunächst im Freundeskreis ins Leben gerufen. Mittlerweile besteht XR Tirol aus ungefähr 25 aktiven Studierenden und Nicht-Studierenden. Egal ob man studiert oder nicht: Jeder ist willkommen, bei XR mitzumachen! Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, wie viel Zeit und Energie man als Mitglied investieren möchte.

XR Tirol ist nicht der Meinung, dass extreme Aktionen wie große Straßenblockaden hier auf Gefallen stoßen würde. Und auch weil sich die Vereinigung noch immer in der Anfangsphase befindet, beschränken sie sich auf kleinere Demonstrationen oder Die Ins.

„Dass wir kleinere Blockaden machen, bekommt natürlich nicht jeder mit. Aber diejenigen, die gerade vor Ort sind, fragen uns, wieso wir das machen. So bekommen wir Aufmerksamkeit und leisten einen kleinen Beitragen zur Aufklärung der Bevölkerung über die Klimakrise“, so ein Mitglied von XR Tirol.


Ziviler Ungehorsam

Die Anhänger von Extinction Rebellion sind dazu bereit, Grenzen zu überschreiten, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. So haben sie unter anderem gegen die Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal gewehrt. Ob solche Aktivitäten den rechtlichen Rahmen sprengen, sei dahingestellt. XR leugnet nicht, dass Klimavereinigungen wie Fridays for Future wichtig sind. Dennoch sind die Aktivisten von XR der Meinung, dass man mittels legaler Handlungsmöglichkeiten wie Petitionen nicht genug Einfluss hat, um Politiker weltweit zu ausreichend Handlung zu bewegen. Auch wenn Extinction Rebellion und Organisationen wie Fridays for Future dasselbe Ziel verfolgen, setzen letztere eher auf friedliche Demonstrationen. Durch unangemeldete Aktionen, die XR Innsbruck gerne als Form von zivilem Ungehorsam ansieht, soll mehr Druck auf die Politik ausgeübt werden.

XR wehrt sich gegen die Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal.

XR Tirol, das zur internationalen Klimavereinigung Extinction Rebellion gehört, trifft sich jeden Montag im Spielraum KochLokal zum Stammtisch. Hast du Lust, mitzumachen? Melde dich bei XR, denn Interessierten sind jederzeit gerne gesehen.


Titelbild, Bild 2 und 3: XR Tirol
Bild 1: Bild von Erik Karits nach Pixabay Lizenz via pixabay