Schreiben bis tief in die Nacht

Share

Von Workshops zum Thema Zeitmanagement und Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten bis hin zu Yogastunden reichte das bunte Programm der „Langen Nacht des Schreibens“ in der Universitätsbibliothek am Innrain. Bis zwei Uhr konnten sich die Besucher auf der vierten Veranstaltung dieser Art beschäftigen.

Live im Radio übertragen

Begleitet wurde das Geschehen von Freirad, dem freien Radio Innsbruck. Es moderierten die Zeitlosmitglieder Christina und Felix. Sie interviewten unter anderem die Bibliotheksleiterin Eva Ramminger, die schon seit 35 Jahren in der Bibliothek arbeitet. Am Anfang habe sie sich zuerst mit allen Vorgängen vertraut gemacht. Sie sehe die „Bib“, wie sie liebevoll von den Studierenden genannt wird, als modernen Dienstleistungsbetrieb, der sich stets darum kümmert, dass die Fachbereiche mit genügend und aktueller Literatur ausgestattet sind. Aber trotzdem steht die Frage im Raum, ob gedruckte Bücher in Zukunft aussterben? Als Bibliothekarin hoffe sie das natürlich nicht. Ihrer Meinung nach solle es weiterhin gedruckte und digital zugängliche Bücher geben. „Ich lese meine Bücher noch gerne auf Papier“.  

Neben Mitarbeitern der Universität erzählten in der Live-Sendung auch Studierende von ihren Lernerfahrungen in der Bibliothek, plauderten über lustige Anekdoten und Erlebnisse. Zusätzlich konnten sie sich Musik wünschen, die so im Radio zu hören war.

Unterstützung bei der Abschlussarbeit

Die Studierenden konnten sich an verschiedenen Ständen beraten lassen, beispielsweise informierte das Zentrum der Informationskompetenz über Schulungen für Studierende zur Bücherrecherche. Sie richten sich primär an jene, die gerade erst mit dem Studium begonnen haben, aber auch fortgeschrittene Studierende können teilnehmen. Inhalt dieser Kurse sei der Umgang mit elektronischen und gedruckten Materialien, wie Leiterin Gerlinde Wieser erzählt.

Einige Angebote sprachen speziell Studierende an, die kurz vor dem Erstellen ihrer Abschlussarbeit stehen. Seit zwei Jahren müssen diese verpflichtend als PDF-Dokument hochgeladen werden. Der „Open Access“ erleichtert die Sichtbarkeit einer Abschlussarbeit im Netz und kann als Referenz für eine Bewerbung angegeben werden. Mithilfe dieser großen Plattform können Studierende herausfinden, ob es bereits andere Arbeiten zu ähnlichen Themen gibt. Sie können diese als Inspiration für die eigene Themenfindung nutzen.

Ein praktischer Service kurz vom Abgeben der Arbeit ist der Plagiatscheck der ÖH, der allen Studierenden der Universität Innsbruck zur Verfügung steht. Dazu reicht es, eine E-Mail mit der Arbeit an die ÖH zu schicken. Dieser Service steht ganzjährig – auch in den Semesterferien – für die Studierenden zur Verfügung, betonte Kurt Eller, Referent von der ÖH.

Bücher für den guten Zweck

Zum ersten Mal hatten Lesebegeisterte außerdem die Möglichkeit, aus etwa 20 großen Kisten Bücher auszusuchen. Diese konnten kostenlos oder gegen eine kleine Spende an „Licht ins Dunkel“ vom ORF mitgenommen werden.  Von Sachgeschichten bis hin zu Kochbüchern waren Bücher jedes Genres und jeder Fachrichtung dabei. Die Bücherspenden stellte die Bibliothek selbst zur Verfügung, einige stammten aber auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zwei Wochen zuvor einen Aufruf zum Sammeln gestartet hatten. Auch nicht mehr gebrauchte Bücher konnten im Vorfeld abgegeben werden.

Bei so viel Input rund ums Thema Schreiben war der Kopf schnell voll. Diesen konnte man allerdings beim Yoga im historischen Lesesaal wieder freibekommen.  Nach der Nacht kehrten die Besucher hoffentlich mit neuem Lesestoff und vielen neuen Erkenntnissen zum Erstellen einer Abschlussarbeit zurück.

Text und Bilder von Inés Condoy Franco und Jan Goller

Share
Share
Share