„The Show of Chris”: Aktiv aus Leidenschaft

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Neben seinem 40-Stunden-Job als technischer Zeichner ist Chris professioneller Hindernisläufer. Er trainiert bis zu fünfmal pro Woche, nimmt regelmäßig an Wettkämpfen teil und betreibt den Instagram-Channel „The Show of Chris“. Bald wird er auch als Personal Trainer aktiv sein. In unserem Interview erzählt der lebensfrohe Macher mehr über die Disziplin des Obstacle-Run und wie er es schafft, seine Leidenschaft neben Arbeit und Beziehung voll auszuleben.

Seit Chris zum ersten Mal an einem Hindernislauf teilnahm, hat sich bei ihm einiges verändert. Angefangen hatte alles im Jahr 2016 mit dem „Spartan-Race“ in Oberndorf. Die Veranstaltungs-Serie aus den USA war damals in Österreich zu Gast. Als Spartan-Rookie war Chris direkt Feuer und Flamme: „Es waren mega viele Leute und die Kulisse mit den Bergen, das ganze Drumherum ist einfach so geil- kann ich unbedingt empfehlen!“
Mittlerweile hat er seine 20-jährige Fußballkarriere an den Nagel gehängt und zählt zu denjenigen, die den Sport professionell betreiben. Wobei „professionell“ hier nicht meint, dass der 27-jährige hauptberuflich Athlet ist: Chris arbeitet 40 Stunden pro Woche als technischer Zeichner. Als Hindernisläufer trainiert er 4-5 Mal pro Woche und startet für das „Team No-Quit“ bei zahlreichen Wettkämpfen. Dieses Jahr qualifizierte er sich für die Europameisterschaft im Spartan Race- sein größter Erfolg bisher. Seine Leidenschaft vermittelt der Tiroler auf seinem Instagram-Channel „The Show of Chris“ mit fast 3000 Abonnenten. Dort sieht man Chris, wie er Baumstämme schultert, meterhohe Holzwände überwindet oder an einem horizontal gespannten Seil entlangklettert. Während ihm auf manchen Bildern die kämpferische Verbissenheit ins Gesicht geschrieben steht, ist er sonst fast immer am Strahlen. Seine sympathische Motivation will er bald auch als Personal Trainer weitergeben.

Als stolzer Finisher nach dem Spartan Race München

Die Zeitlos: Was fasziniert dich an diesem Sport?

Chris: An erster Stelle steht, dass man total viele neue Freunde kennenlernt, und zwar aus allen möglichen Nationen. Es herrscht ein extremer Zusammenhalt unter den Athleten und man unterstützt sich gegenseitig. Das zweite, was mich an dem Sport fasziniert ist die Kombination aus Laufen und Kraft-Anteilen. Und das dritte ist, dass man immer wieder über sich hinauswächst! Dass man sieht: Es geht immer noch mehr und man kann mehr leisten, als man denkt.

An erster Stelle steht, dass man total viele neue Freunde kennenlernt, und zwar aus allen möglichen Nationen.

Wie trainierst du?

Wie oft ich in der Woche trainiere, ist total unterschiedlich. Manchmal sind es vier, manchmal fünf und manchmal auch nur drei Einheiten. Die Verteilung von Laufen und Krafttraining ist bei den Hindernisläufen etwa 70 zu 30, also 70 Prozent Laufen und 30 Prozent Kraft. Das heißt, ich gehe viel Laufen! Da habe ich meine ganz normalen Grundlagenläufe und zwischendrin Intervallläufe. Beim Krafttraining schaue ich, dass ich viel mit dem eigenen Körpergewicht mache. Das Training ist immer speziell auf die Hindernisse abgestimmt, die mich im Wettkampf erwarten. Dazu zählen zum Beispiel die ganzen Hangel-Sachen oder der „Bucket Carry“- da muss man einen Kübel voll Kies vor sich hertragen. Das trainiere ich dann ein- bis zweimal die Woche.

Der „Sandbag-Carry“ beim Spartan Race St. Pölten

Wie viel sollte man mindestens trainieren, wenn man im Obstacle-Race besser werden will?

Es ist ziemlich schwer, da so eine allgemeine Aussage zu machen, weil einfach jeder Mensch verschieden ist. Alle haben eine andere Ausgangsposition und auch ein anderes Ziel, das sie erreichen wollen. Man sollte sich einen Plan zurechtlegen: Wie schaut eigentlich mein Tag aus? Wann gehe ich zur Arbeit? Wann habe ich Freiräume, die ich für mein Training nutzen kann? Dann sucht man sich bestimmte Tage und Zeiten aus und legt die Einheiten im Kalender fest. So kann man den Sport passend in den Alltag integrieren. Ganz wichtig ist aber, dass man Freude daran hat und das Training nicht zum Zwang wird, denn das ist kontraproduktiv und steigert auch die Leistung nicht. Oft ist weniger mehr! Generell sollte man das Training speziell auf die Hindernisläufe und auf eventuelle Schwachpunkte ausrichten.

Ganz wichtig ist, dass man Freude daran hat und das Training nicht zum Zwang wird!

Wie schafft man es, Sport und Beziehung zu vereinen?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass mich meine Freundin zu 100 Prozent in dem unterstützt, was ich mache. Sie ist selbst nicht so, dass sie aus Langeweile daheim hockt und nicht weiß, was sie mit der Zeit anfangen soll, wenn ich beim Trainieren bin. Und das ist, glaub‘ ich, ganz wichtig, wenn man aktiv ist und auch aktiv sein will: Dass die Partnerin oder der Partner selbst aktiv ist und sich auch selbstständig beschäftigen kann. Sonst kann das ganz schnell nach hinten los gehen und es werden Steine in den Weg gelegt, die eigentlich gar nicht da sein müssten. Deswegen: Einfach cool miteinander sein, sich gegenseitig viele Freiheiten lassen, damit sich beide entfalten und ihren Zielen nachgehen können- und sich gegenseitig dabei unterstützen! Ich glaub‘, dann kommt man zusammen ganz, ganz weit und kann viele Sachen miteinander kombinieren.

Chris zeigt uns die Strecke des Innsbruckathlon

Die Internetseiten der Obstacle-Runs versprechen epische Abenteuer und tolle Team-Erlebnisse im Freien. Schlamm spritzt, Muskeln brennen und man hilft sich gegenseitig, die fiesesten Hindernisse zu überwinden. Wir von der Zeitlos werden das am Samstag beim Innsbruckathlon einmal selbst ausprobieren. It’s gonna be LEGEND -wait for it- DARY!!!

Wer nach diesem Artikel oder nach dem Innsbruckathlon auch Bock auf Obstacle-Races bekommen hat, sollte sich diese Rennserien mal anschauen:

Grazathlon
Spartan Race
XLetix
Tough Mudder


Fotos:
Bild 1: The Show of Chris
Bild 2: The Show of Chris, Sportograf @ Spartan Race St. Pölten
Bild 3: Die Zeitlos




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