Warum wir uns umbenannt haben: Ein offener Brief der Zeitlos-Redaktion

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Liebe Leserinnen und Leser,

oder besser Liebe LeserInnen? Liebe Leser/innen? Leser_innen, Les**, Leser*innen, nur Leserinnen oder gar liebe Lesende?

Während das „Gendersternchen“ zum Anglizismus des Jahres 2018 gekürt wurde, ist die öffentliche Debatte rund um das Thema Gendern natürlich auch an der Zeitlos nicht tatenlos vorübergegangen. Belehrende und empörte Nachrichten flatterten ins Email-Postfach, in der Redaktion wurde diskutiert und ausprobiert. Heute richten wir uns deshalb mit einem offenen Brief an euch.

Wir wollen alle Menschen ansprechen, egal welches Geschlecht. Beim Thema Gendern stand für uns allerdings nicht nur die Frage im Raum, ob wir per Schrägstrich, Unterstrich, Binnen-I oder Sternchen für sprachliche Gleichberechtigung sorgen wollen, es ging vor allem um unseren Namen. Die Zeitlos – Das Studentenmagazin:  Dazu argumentierten wir bisher damit, dass mit „Die Zeitlos“ (weiblich), „das Magazin“ (neutrum) und „der Student“ (männlich), alle Formen vertreten und somit niemand diskriminiert werden würde. Bei der Generalversammlung zum neuen Vereinsjahr haben wir nun jedoch noch einmal genauer über das Thema gesprochen und einstimmig für eine Namensänderung gestimmt. Die „enten“ sollten weichen und den „ierenden“ platzmachen, so dass wir uns von nun an stolz „Die Zeitlos – Das Studierendenmagazin“ nennen dürfen.

Unser neues Die Zeitlos Logo

Warum das Ganze? Die männliche Form hat sich in unserer Sprache etabliert und wird von Gewohnheit her als natürlich und normal angesehen. Seltener gibt es Begriffe bei denen lange nur die weibliche Form gängig war. Auf diese Weise werden andere Geschlechter unsichtbar gemacht und jegliche Vielfalt wird ausgeschlossen. Sprache bildet unsere Welt nicht einfach ab, sie formt diese entscheidend mit. Sprache und Realität beeinflussen sich also gegenseitig. Nur eine geschlechtergerechte Sprache macht Frauen, Männer und andere Geschlechter sichtbar. Darum ist es wichtig, sich auf neue Formulierungen einzulassen, die richtigen Alternativen zu suchen und den Umgang mit der eigenen Sprache bewusster zu gestalten – für uns als studentisches Magazin ein besonders wichtiges Anliegen! In unserem Verein ist kein Platz für jegliche Form von Diskriminierung, Benachteiligung oder Rassismus. Wir wollen wirklich jeden ansprechen, egal welches Geschlecht.

Und wer weiß, vielleicht haben wir es mit diesem offenen Brief ja sogar geschafft, die ein oder andere Meinung von anti- auf pro-gendern zu peilen oder wenigstens ein paar zum Nachdenken zu bringen.

Eure Zeitlos-Redaktion

Unsere Zeitlos Redaktion bei der Weihnachtsfeier 2018

PS: Für die Anliegen aller nicht-studierenden Zeitlosfans, die sich jetzt erst recht vernachlässigt fühlen, haben wir natürlich weiterhin stets ein offenes Ohr.

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Text: Lisa Probst und Tjara-Marie Boine
Titelbild: Tjara-Marie Boine
Logo: Martina Frötscher

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