Vom Trinken und Spielen

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Das Trinkspiel: der Ursprung vieler Räusche, üblicher Zeitvertreib des gemeinen Partygängers und manchmal der letzte Motivationsschub für den faulen Trinker. Ein jeder Student hat wohl zumindest schon bei einem Trinkspiel zugeschaut, wenn nicht gar mitgemacht. Doch was steckt hinter diesem alkoholischen Zeitvertreib? Die Zeitlos hat sich für euch ins Feld gestürzt und keinen Kater gescheut, um das Phänomen zu untersuchen.

 

Trinkspiele gibt es schon seit dem antiken Griechenland. Kein Wunder, musste man sich doch bei den unzähligen Symposien und Trinkgelagen irgendwie zum Weitertrinken motivieren. Beim ersten überlieferten Trinkspiel beispielsweise, dem sogenannten Kottabos (gr.: κότταβος), wurde versucht, das letzte Norgerl Wein in eine etwas weiter entfernte Schale zu schleudern. Hatte man nicht getroffen, musste man entweder die nächste Runde zahlen oder es wurde schlichtweg als ein Zeichen für Pech in der Liebe gesehen.

Wie das Trinken von Alkohol, so haben sich auch die Trinkspiele seit der Antike um einiges weiterentwickelt. Versucht man deren Geschichte ein bisschen Ordnung zu verleihen, so lässt sich die Entwicklung in drei Kategorien einteilen:

 

Drinks eurer Wahl und Spielbretter rausholen – Es ist Trinkspiel-Zeit!

 

Sport- und Geschicklichkeits-Trinkspiele:

Die meisten und wahrscheinlich beliebtesten Trinkspiele fallen unter diese Kategorie. Obwohl Spielaufbau und Ablauf meist recht unterschiedlich sind, ist die Basis dieselbe: der Trinkspieler muss eine Aufgabe mit körperlicher Ertüchtigung, anstrengender Konzentration oder präziser Geschicklichkeit bewältigen und dann entweder bei Misserfolg oder Erfolg des Gegners trinken. Oft wird hierbei selbst das Trinken zur körperlichen Ertüchtigung. Nach und nach wird durch den Alkoholkonsum dann die jeweilige Leistungsfähigkeit eingeschränkt, was es im Laufe des Spiels immer schwieriger macht, nicht trinken zu müssen. Die klassische, teuflische Trinkspielspirale ist somit in Gang gesetzt und der feuchtfröhliche Abend kann seinen Lauf nehmen.

Populäre Beispiele: Beer-Pong, Rage Cage, Flipcup, Flunky Ball, Looping Loui

 

Trinkspiele zum Kennenlernen:

Diese Kategorie der Trinkspiele soll nicht nur dem Zeitvertreib dienen, sondern viel eher dem Entlocken von Geheimnissen des Gegenübers. Auch hier bleibt das eigentliche Motto trotz meist unterschiedlichster Ausführungen recht gleich. Eine Person, ausgewählt durch Zufall, Karten oder einfach der Reihe nach, muss irgendetwas von sich preisgeben. Wenn sie es nicht oder nicht ausreichend tut, muss getrunken werden und zwar solange bis der Alkohol dafür sorgt, dass die wichtigen Details ans Licht kommen. Wird das Trinkspiel in gemischt-geschlechtlicher Besetzung gespielt, könnte diese Kategorie als eine Art Paarungsritual gesehen werden, dient sie doch dem Kennenlernen des Gegenübers und führt auch nicht allzu selten zum postpartykulären Koitus.

Populäre Beispiele: Flaschendrehen, Ring of Fire, „Never have I ever“

 

Trinkspiele zum Einfach-nur-besoffen-werden:

Diese Kategorie von Trinkspielen ist meist der letzte Ausweg einer langweiligen Party und reduziert sich aufs Wesentliche. Wen interessieren lästige sportliche Aktivitäten oder Kennenlernspielchen, wenn man doch eigentlich nur betrunken werden will? Der Titel sagt bereits alles: Man will trinken und braucht irgendeinen Grund, um sich selbst und möglichst viele andere dazu zu motivieren. Na dann, Prost.

Populäre Beispiele: Busfahren, Das Roxanne Spiel, „Wenn der Kommentator x,y sagt“, Würfel-Roulette

 

Lasset die (Trink-)Spiele beginnen!

 

Genug der Geschichtsstunde, jetzt geht’s ans Spielen:

Für das Spiel benötigt man keine Utensilien und es kann in einer beliebig großen Gruppe ab 3 Spielern gespielt werden.

Ziel des Spiels ist es, bis 10 zu zählen. Der Clou dabei: es darf keine Zahl von mehreren Personen gleichzeitig gesprochen werden und es darf NICHT in irgendeinem Muster (also z.B. im Uhrzeigersinn) gezählt werden. Wird eine Zahl von zwei oder mehreren Personen genannt, müssen diese Personen trinken und es wird von vorne begonnen.
Ist das Ziel erreicht, muss jeder trinken und es darf diejenige Person, die am Schluss alleine 10 gesagt hat, für irgendeine Zahl eine Regel erfinden (z.B. anstatt „drei“ muss man „Zeitlos“ rufen, anstatt „fünf“ muss man den Namen einer Person im Raum sagen oder anstatt „neun“ muss man klatschen, o.ä.). Wird die Regel nicht befolgt oder machen es wieder zwei Personen gleichzeitig, muss getrunken werden. Wird 10 erreicht, kann eine weitere Regel aufgestellt werden

Dann so lange spielen, wie es Spaß macht.

 

 

Fotos: Ulrich Ringhofer

 

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