Sehnsuchtsort Musik

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…wie jedes Musikgenre für sich ein Sehnsuchtsort sein kann

Die Musik spricht aus uns heraus, erzählt von Sehnsüchten und Träumen, versetzt uns in andere Welten. Sie schafft einen Sehnsuchtsort, einen Ort des Rückzugs, an den wir uns flüchten können, wenn einmal alles zu viel wird oder man einfach abschalten will. Wie sehr sich diese Sehnsüchte aber von Genre zu Genre unterscheiden, soll diese kleine Auswahl für euch veranschaulichen.

 

Blasmusik: Die Sehnsucht nach der Heimat

Musiktipp: Viera Blech – Euphoria

Wie der Schlager ist auch die Blasmusik bekannt für Szenerien einer heilen Welt, ideal um der Realität zu entfliehen. Viele verbinden damit aber auch alte Leute, Volksfeste und altbackene Lieder. Doch das ist Blasmusik längst nicht mehr, wie Bands, wie LaBrassBanda, Viera Blech und zahllose andere junge Musikensembles zeigen. Durch die Symbiose aus Brass und Blasmusik haben sie die immer noch traditionell anmutenden Klänge hip und tanzfähig gemacht. Das Publikum ihrer Konzerte und Festivals sind vorwiegend junge Leute, die zusammen feiern, Spaß haben und ihre Vorliebe für Blasmusik teilen. Die Devise lautet: Volksmusik ist jung, aber gleichzeitig auch ein Stückchen Tradition und Heimat in unseren schnelllebigen und zukunftsgerichteten Zeiten.

 

EDM: Die Sehnsucht, ein bisschen weniger allein zu sein

Musiktipp: Alan Walker – Alone

DJs sind heutzutage bei weitem nicht mehr nur Discjockeys, die Lieder von anderen Künstlern remixen, sondern vorwiegend selbst Produzenten. Ihre Songs sind für den Club bestimmt, sie sollen die Menge zum Tanzen und Singen bringen, doch schaffen sie auch ein Gefühl der Gemeinschaft. Einerseits aufgrund der Nähe zu oft Hunderten von verschwitzten Körpern, andererseits vor allem aufgrund der gedanklichen Nähe: Alle zusammen sehnen den Moment herbei, an dem die Musik ihren Höhepunkt erreicht und alle springen, denn dann ist man für einen Moment nicht mehr allein, sondern Teil eines großen Ganzen.

 

Punk-Rock: Die Sehnsucht, wahrgenommen zu werden

Musiktipp: Simple Plan – Welcome To My Life

Punk ist laut, Punk ist lustig, Punk ist Rebellion. Alle, auch die, die nichts mit ihm anfangen können, kennen zumindest Bands dieser Musikrichtung.  Durch ihren außergewöhnlichen Kleidungsstil und den in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Irokesenschnitten stechen sie deutlich aus der Masse heraus. Denn Punk erregt Aufsehen und gibt jenen eine Stimme, die sich als Außenseiter fühlen, nicht wahrgenommen werden; ist Sprachrohr für jene, die normalerweise von der Gesellschaft vergessen werden, gibt ihnen Halt und einen Ort, an dem sie gegen festgefahrene Strukturen und gesellschaftliche Normen rebellieren können.

 

Reggae: Die Sehnsucht nach einer geeinten Welt

Musiktipp:  Shanti Powa – One Day

Das Motto des Reggaes lautet: „Peace, Love & Unity“ – eine geeinte Welt ohne Krieg, ohne Diskriminierung, ohne Hass und das spiegelt sich auch in den Texten wieder. Untermalt mit rhythmischen Klängen, die an einen Tag am Strand erinnern, erzählen sie von purer Liebe als Heilmittel für den Schmerz der Welt, gleichzeitig aber auch von den Missständen, aktuellen Problemen und davon, dass die Menschen all diese nur gemeinsam lösen können. Ihre Songs leben uns vor, wie es funktionieren kann und eine solche Lebenseinstellung, wie die des Reggaes, kann die Welt momentan doch mehr als je gebrauchen.

 

Hat euch jetzt auch die Lust gepackt, mal wieder in ein anderes Genre hineinzuschnuppern oder Altbekanntes erneut aufzulegen? Dann nichts wie los: Kopfhörer aufsetzen, Musik ganz laut aufdrehen und abtauchen in euren ganz persönlichen Sehnsuchtsort der Musik!

 


Autorin: Jasmin Penz

Bilder (nach CC0 via Pixabay): StockSnap (Beitragsbild), Gellinger, Pexels, Free-Photos, ifd_Photography

 

 

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