STOABEATZ – Das Festival am See

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„Richtig cool ist, dass es ein kleineres Festival ist, ein bisschen familiärer. Man kennt die Leute, muss nicht eine halbe Stunde zur Bühne gehen und es ist ein See in der Nähe. Einfach Urlaubsstimmung“, fasst ein Besucher das Festivalfeeling auf dem Stoabeatz am Walchsee zusammen. Zwischen Kuhwiesen und direkt am Wasser traten am verlängerten Wochenende von 31. Mai bis 2. Juni die Donots, Faber, Erwin&Edwin und viele andere Bands auf. Und es wurde ordentlich gefeiert.

 

Das Festivalgelände befindet sich unmittelbar am Ufer des Walchsees im Tiroler Unterland.

 

„Es muss eskalieren!“

Eskaliert sind die feierwütigen Festivalbesucher durchaus. Vor der kleinen Bühne springen sie im Schlamm, tanzen, feiern oder nehmen einfach die Musik in sich auf. Mundwerkcrew ist der erste Act, den wir hören. Eine Mischung aus Hip-Hop und Funk macht unseren Festivalstart perfekt. Im Anschluss sorgen die Donots mit alternativem Rock und Punk für Lärm. Arme gehen in die Luft, Füße heben ab – die Motivation für die Afterparty ist spürbar.

 

„Es gheat afoch mehr gschmust.“

Matakustik fordert die Leute im Publikum auf, sich entgegenzulaufen und zu umarmen. Unsere Füße gehen mit dem energiegeladenen Sound der Instrumente und dem Gesang mit, der zwischen gut gelauntem Englisch und volkstümlichem deutschen Dialekt wechselt. Das grandiose Highlight des Stoabeatz ist Faber – theoretisch. Trotz der Motivation einiger begeisterter Fans lädt der hochdeutsche Gesang nicht wirklich zum Tanzen ein. Dass ein Bademantel ein heißes Bühnenoutfit ist, lassen wir mal so stehen. Die Silent Disco, die auch am zweiten Festivaltag zum Feiern einlädt, macht das jedoch wieder wett.

 

Lautes Finale

Erwin & Edwin liefern ein grandioses Konzertfinale am letzten Festivaltag. Ihre Musik variiert zwischen Gitarrenriffs, Hip-Hop und Blasmusik. Eine Tenortrompete und eine normale Trompete füllen die Luft nicht mit ländlicher Volksmusik, sondern lassen durch ihre rockigen Beats die Füße vom Boden abheben. Obwohl die Musik der After-Party eher mainstream ist, lässt sich die Feiermeute nicht bändigen.

Enten sind das „Maskottchen“ des Festivals.

 

Grillkurs und andere Aktivitäten

Aktive Festivalgänger nehmen an einer Wanderung teil, verbiegen sich beim Yoga oder nehmen auf einem Stand-Up-Paddle Fahrt auf. Andere erholen sich in den Hängematten von der Alkoholeskalation des Vorabends. Dabei kriecht der Duft von Grillfleisch in die Nase, denn bei einem Grillworkshop wird fleißig an den BBQ-Künsten gefeilscht. Das teilweise traumhafte Wetter lädt zu einem Sonnenbad am Ufer des Walchsees ein. Dank dem erfrischend kühlen Seewasser und dem gigantischen Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge fühlen wir uns wie in einem chilligen Sommerurlaub.

Am Ufer des Walchsees kann man an Yoga-Kursen teilnehmen.

 

Stinkende Festival-Dixis? Nicht auf dem Stoabeatz!

Das Geschäft erledigen wir in einem Öklo, einer mobilen Komposttoilette. Es hat keine Spülung, weshalb wir über unsere Hinterlassenschaften eine Hand voll Sägespäne streuen. Dadurch werden bei jedem Toilettengang etwa fünf Liter Trinkwasser eingespart. Stinkig und versifft sind für das Öklo Fremdwörter, denn es wird mehrmals täglich geleert.

In einem Öklo werden bei jedem Toilettengang etwa 5 Liter Trinkwasser gespart.

 

„Es ist einfach geil hier“

Wir haben uns auch unter den Festivalbesuchern ein bisschen umgehört. Für den Wahrheitsgehalt einiger ihrer Geschichten können wir nach zwei Tagen Festival nicht mehr garantieren, lustig sind sie aber allemal.

Valeria und Katharina treffen wir beim Chillen in den Hängematten. Valeria: „Das Stoabeatz ist Wahnsinn! Ein super Festival, weil’s einfach so klein und gemütlich ist. Außerdem ist es in der Nähe von uns und dass es direkt am See ist, macht das Ganze perfekt.“ Ihre Freundin fügt hinzu: „Bei Faber gab‘s ‘nen Flitzer, der ‘ne Stund‘ lang nackt im Regen getanzt hat. Das war schon sehr witzig. Und generell war’s lustig im Regen zu tanzen, die Texte von Faber sind so emotional.“

 

„Es ist einfach geil hier, bin nur glücklich! Geile Musik, geile Leute, geiles Essen, tolle Typen.“ Clausi ist beim Junggesellenabschied seines Sohnes dabei. Schnell kennt ihn jeder auf dem Festival.

 

Selbst will er uns keine Fragen beantworten, aber für ein Foto ist Michael, ein Kumpel des Bräutigams, zu haben. Der von ihm ernannte Pressesprecher erklärt: „Der einprägsamste Moment für ihn war, als das Krokodil im Walchsee seinem Kumpel den Arm abgebissen hat.“ 

 

„Richtig cool ist, dass es ein kleineres Festival ist, ein bisschen familiärer. Man kennt die Leute, man muss nicht eine halbe Stunde zur Bühne gehen und es ist ein See in der Nähe. Einfach Urlaubsstimmung.“ Dass seine Nachbarn sogar ein Ersatzpavillion dabei hatten, den sie dann aufbauten, als der erste kaputt ging, fand Johannes besonders lustig.

 

Und auch Dennis hat eine lustige Anekdote zu erzählen: „Wunderschön hier, die Leute sind entspannt. Der witzigste Moment war ihr müsst euch vorstellen, nach dem dreizehnten Bier scheint dann auch die Sonne im Herzen da sind mir zwei äußerst sympathische Gestalten über den Weg gelaufen. Zunächst dachte ich natürlich sie wollen mich überfallen, aber da ich unterbewusst in dem Wissen war, dass ich keine Wert- oder Bargegenstände mit mir führe, wurde es mir doch ganz schnell warm ums Herz. Wir haben uns gegenseitig schöne Witze erzählt, haben über die Welt philosophiert und letzten Endes verlor ich eine Runde Armdrücken gegen eine von den beiden Mesdames. Im Nachhinein stellte sich heraus: Sie ist Kugelstoßerin der Irischen Nationalmannschaft. Aber wie ist der Mann: stets ein Sportsmann. Insofern Chapeau, der Sieg sei ihr gegönnt!“

 

Stoabeatz 2019

Im kommenden Jahr wird das STOABEATZ-Festival voraussichtlich von 30.05 bis 01.06 stattfinden, wieder am traumhaften Walchsee. Der Veranstalter will das Event verbessern, wachsen soll es hingegen nicht. Unser Fazit: Chillen, Feiern, Schlamm – das kleine Stoabeatz hat bei uns großes Festivalfeeling ausgelöst und sieht uns im nächsten Jahr wieder!

 

Text: Tabea Braun, Bianca Brodbeck

Bilder: Jonathan Forsthuber (Bild 1-4), Tabea Braun (Bild 5-10)

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