Peter Klien – grenzenlos genial

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Der Außenreporter der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ (Wer ihn nicht kennen sollte, möge bitte hier klicken) war am vergangenen Wochenende zu Gast im Innsbrucker Treibhaus. Die Zeitlos hat das zum Anlass genommen, bis an die Grenzen zu gehen und dem Reporter ohne Grenzen ein paar Fragen zu stellen.

Generell würde Peter Klien sich gar nicht als Journalist bezeichnen. „Ich bin Komiker. Oder Satiriker wie man heutzutage sagt.“ Die Rolle des Journalisten sei wirklich nur eine Rolle, die eben sehr authentisch verkörpert wird. Das liegt sicherlich daran, dass er eine kleine „Wunderwaffe“, alias das rote ORF-Mikro, mit sich führen darf, das ihm erlaubt, an Leute heranzukommen, die normalerweise nicht so einfach zugänglich sind. Ob die „Befragten“ in Kliens Fall von dieser Tatsache erfreut sind, sei jetzt dahingestellt. „Die Leute finden es grundsätzlich lustig, was ich mache, also habe ich eigentlich schon das Gefühl, dass sie mich mögen. Aber andererseits haben sie auch Angst, dass sie selber einmal Opfer werden könnten. Die Reaktionen sind also ziemlich gemischt“, resümiert Klien.

 

Beruflich ist der Satiriker auch sehr vielseitig unterwegs. So arbeitet er unter anderem an der Universität Wien als Lektor für Philosophie, geht seiner Tätigkeit als Außenreporter nach und tourt momentan mit seinem Kabarettprogramm „Reporter ohne Grenzen“ durch Österreich. Auf die Frage, was er denn von allem am liebsten mag, kommt prompt die Antwort: „Alles! Die Mischung macht es.“ Die Mischung zwischen Frechheit und taktischer Raffinesse zeichnet auch seine Fragen und die Interviewgestaltung selbst aus. Hat er denn ein Lieblingsinterview? „Ganz einfache Antwort: Nein. Ich mag viele Interviews und viele Beiträge. Ich finde jeder ist auf seine Art gut gelungen.“ Natürlich wird der Komiker auch hin und wieder von einem Interviewten überrascht. Wie beispielsweise von Michael Häupl bei der SPÖ-Vorstandstagung 2017. „Die Antwort vom Michael Häupl auf meine Frage war schon sehr toll. Da habe ich ihn gefragt, ob er mir Recht gebe, dass man einen guten Roten an einem starken Abgang erkennt. Und er hat dann so gesagt: „Naja, einen guten Roten erkennt man am Alter.“ Das war schon sehr schlagfertig.“

 

All seiner eigenen Schlagfertigkeit zum Trotz, kommt auch bei Peter Klien ab und an der Punkt, wo er sich sehr überwinden muss, eine Frage zu stellen. „Das gibt es wirklich immer wieder. Am Opernball war es nicht ganz leicht, denn da waren schon einige sehr freche Fragen dabei. Da muss ich mich davor dann einfach noch einmal kurz stoßen, damit ich es wirklich mache.“ Die Leute nehmen ihm seine „bösen“ Fragen jedoch nicht wirklich übel. „Es kann schon sein das der ein oder andere nicht wirklich begeistert war, aber selbst da nimmt die überwiegende Mehrheit das Ganze mit Humor.“

 

Damit solche, für beide Parteien lustige, Dialoge entstehen können, ist für gute Vorbereitung von Nöten. „Ich bereite mich gründlich auf alle Beiträge vor und überlege mir im Vorfeld schon viele Fragen oder denke über potentielle Interviewpartner nach. Im Endeffekt muss man aber auf das eingehen, was dann gerade da ist. Welche Interviewpartner stehen zur Verfügung? Passen die Fragen? Das überlegt man sich dann immer in der Situation selbst. Im Grunde ist zweierlei wichtig: Das man gut vorbereitet und in der Situation selber auch spontan ist.“

 

Spontanität und ganz viel Witz beweist der „Willkommen Österreich“-Reporter dann auch während seiner Show, die die Besucher bzw. ihre Lachmuskeln wirklich an ihre Grenzen bringt. Was ist eigentlich die Motivation hinter dem Ganzen? „Es ist eigentlich schon ein bisschen die Lust an der Anarchie. Es macht einfach Spaß, bestehende Ordnungen ein bisschen durcheinander zu bringen und aufzuwirbeln.“ Wobei man nicht vergessen darf, dass auch ein gewisser Erkenntniszuwachs damit verbunden ist. „Ich glaube, dass meine Arbeit nicht nur verwirrt, sondern auch erhellt und die Politiker in einem neuen Licht präsentiert, das sehr viel über den jeweiligen Menschen aussagen kann.“

Für alle die jetzt neugierig geworden sind: Peter Klien präsentiert sein Programm „Reporter ohne Grenzen“ am 6. und 7. Juni nochmals im Treibhaus Innsbruck.

 

Peter Klien in Action: 1.Mai-Kundgebung der FPÖÖVP-Bundesparteivorstand wählt Sebastian Kurz ; NEOS-Mitgliederversammlung

 

 

Fotos: Titelbild, Bild 2 und Bild 3 (c) Pauline Tagwerker; Bild 1: Offizielles Pressefoto – Peter Klien (c) Ingo Pertramer

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