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(IMHO #30) Black Food

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Super-Food, Insekten-Riegel, Black Food… Hauptsache auf dem Teller liegt irgendwas, das gerade „voll IN“ ist. Aber mal ganz ehrlich, müssen wir jedem Food-Trend hinterherrennen? Die Lebensmittelindustrie ist ganz schön kreativ, wenn es darum geht, neue, noch gesündere Produkte zu vermarkten. Aber schmeckt es uns wirklich besser? Oder beruhigen wir mit den Unmengen innovativen gesunden Essens bloß unser Gewissen? Wie wärs, wenn einfache Nudeln mit Tomatensoße „voll in“ wären – würden wir solch klassische Studenten-Mahlzeiten plötzlich nicht mehr als langweilig bezeichnen?

Der neueste Hit ist „Black Food“, was nicht nur super-gesund sein soll, sondern auch noch exzellent ekelhaft aussieht. In Punkto Geschmack ist es wie bei vielen Food-Trends – man schmeckt keinen Unterschied zu herkömmlichen Produkten. Wer dem Black-Food-Trend bisher entkommen ist, fragt sich vermutlich, was die Lebensmittel so geschmacklos schwarz macht. Hier also die überflüssigen Fakten zu „Black Food“.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um appetitliches Rot oder Öko-Grün aus einer (noch) schmackhaft aussehenden Mahlzeit zu entfernen:

Sepia verleiht dem Essen eine tiefschwarze Farbe und ist reich an Lipiden, Mineralien und Proteinen. Wie auch immer, Sepia ist Tintenfischblut. Sind wir also durch den ganzen Trendwahn zu Vampiren mutiert? Passend wär’s, immerhin ist ja bald Halloween. Eine weniger blutige Alternative ist, Kokosnuss zu verbrennen. Die dabei entstehende Aktivkohle verleiht eurem bunten Salat oder einem goldbraunen Croissant einen schwarzen Teint – allein schon die Vorstellung verdirbt mir den Appetit!

Natürliches Black Food? Klar, gibt’s auch. Je schwärzer die Seele eines Lebensmittels auf natürliche Weise ist, desto besser sollen die Inhaltsstoffe sein. Es sieht nicht nur genussvoller aus, sondern schmeckt auch schwärzer. Beispiele sind schwarze Karotten (ja, die wachsen wirklich!) oder schwarze Bohnen, die nicht zu verwechseln sind mit Kaffeebohnen. Demzufolge gehört Zartbitterschoki definitiv auch zu Black Food! Quod erat demonstrandum.

Wie die unzähligen anderen Gesundheits-Trends wirkt auch Black Food (angeblich) Wunder. Um genau zu sein beim Verdauen. Giftstoffe werden demnach schneller aus dem Körper abtransportiert. Ist Black Food also das das neue Katerfrühstück? Ein Versuch wär‘s jedenfalls wert. Ob der Anblick eines schwarzen Frühstückseis nach einer langen Nacht und dem ein oder anderen Gläschen zu viel nicht eher Brechreiz versursacht, ist fraglich.

Ein Gag für Halloween ist „Black Food“ aber allemal! Ob es nun gesund ist und mundet oder nicht sei dahingestellt. Dabei ist es doch gerade der Geschmack, der unser Essen ausmacht. Food-Trend hin oder her. Wenn ich mir vorstelle, dass mein nächster Hot-Dog farblich mit den Hinterlassenschaften eines Hundes zu verwechseln ist, greife ich doch lieber zu einem ganz normalen!

 

Bilder: Hamburger, Black Bread von DrawsAndCooks via Pixabay unter CC0 1.0; IMG_8411 von foundinbyklin via Flickr unter CC 2.0; Very burned garlic bread von Ben Sutherland via Flickr unter CC 2.0; Bild aus Pexels unter CC0 1.0; Dark Chocolate, Cupcake von AlunsinaNunez via Pixabay unter CC0 1.0;

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