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5 Dinge, die man in Brüssel gemacht haben muss

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Grand Place, Atomium, das Europäische Parlament, der pinkelnde Kerl aka Manneken Pis – jeder Brüssel-Reisende kennt diese Klassiker der europäischen Hauptstadt. Und verpasst dabei Sehenswertes abseits dieser Anziehungspunkte. Hier fünf Dinge, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

 

1. Moeder Lambic

Belgien ist weit über seine Landesgrenzen hinaus für seine Biere bekannt. Die meisten Reiseführer schicken dabei einen gerne nach Löwen, eine Stadt östlich von Brüssel und knapp 30 Minuten davon entfernt. Löwen gilt als die „Hauptstadt des Bieres“. Aber man muss nicht dorthin fahren, um ohnehin dieselben Biere zu trinken, die man auch in Brüssel bekommt. Stattdessen lohnt sich eine Einkehr ins „Moeder Lambic“ am Place Fontainas, die Heimat des Craft Bieres. Hier kann man am eigenen Gaumen erfahren, wie kreativ und vielschichtig die belgische Braukunst ist: von Bieren, die mit verschiedenen Honigarten verfeinert wurden (Miel Dupont Bio), über Gerstensäfte mit Lakritz- und Karamellnote (Alderadus Brune) bis hin zu pikanteren, bitteren Freuden (Rulles Triple). Daneben gibt es noch leckere Köstlichkeiten, wie etwa das traditionelle Pottekaas, eine Mischung aus den Käsesorten Etteekee und Mandjeskaas, welche mit Zwiebeln, Pfeffer und Lambic Bier vermischt wird und zusammen mit einem sauren Brot serviert wird.

 

2. Brasserie Cantillon

Wer von den Bieren im Moeder Lambic nicht genug hat und ganz was Ausgefallenes probieren will, der geht in die „Brasserie Cantillon“ in die Rue Gheude. Hier wird noch so gebraut wie vor über 100 Jahren, als die Brauer entstanden ist: ganz ohne chemische Zutaten, ohne technischen Firlefanz, ohne wohltemperierte Lagerung. Hier wird das gebraute Bier seinem Umfeld ungeschützt ausgesetzt. Deshalb wird hier auch nur im Winter gebraut, wenn es kalt genug ist, um das Bier abzukühlen. Gelagert wird dieses Bier anschließend für bis zu drei Jahre in Holzfässern, ohne dass ein Mensch kontrollieren kann, was im inneren der Fässer passiert. Unmittelbare Konsequenz dieser sog. Spontangärung ist, dass man ein saures Bier bekommt. In Belgien nennt man dieses Bier Lambic. Daraus wird anschließend Geuze, Faro oder Kriek hergestellt. Besonders an der Brasserie Cantillon ist aber, dass man die Brauerei auch besichtigen kann, da es gleichzeitig als Museum geführt wird. Ein Erlebnis, wo die Bierherzen höher schlagen, auch wenn am Ende möglicherweise ein ungewöhnliches, für viele ungenießbares Bier im Glas landet.

 

3. Cimetière d‘Ixelles

Nur sehr wenige werden diesen Friedhof im Süden der Stadt auf dem Bildschirm haben. Dennoch lohnt sich ein kurzer Abstecher dahin. Viele international bekannte Persönlichkeiten kann man hier nicht finden. Der bekannteste Tote ist wohl der Jugendstil-Architekt Victor Horta, der u.a. den Brüsseler Hauptbahnhof entworfen hat und mit dem Bau davon wenigstens begonnen hat. Was den Friedhof so sehenswert macht sind seine Grabmäler. Einfache Grabsteine sind eher Mangelware und datieren auf die jüngere Zeit. Die älteren Gräber überragen sich gegenseitig in ihrer Pracht. Eine Familie ließ sich sogar eine eigene Kapelle errichten. Interessant sind auch die, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben. Sie sind ein Spiegelbild der vielfältigen Brüsseler Gesellschaft. Hier liegen Menschen jüdischen Glaubens neben solchen mit christlichen Glauben. Manche Gräber sind mit chinesischer, andere mit arabischer Schrift versehen. Andere wiederum sind mehrsprachig. Friedhöfe haben auch generell einen sehr eigenen Charme. Sie versprühen, da sie ein Ort der Erinnerung und der Trauer sind, eine wohltuende Ruhe, die einer so pulsierenden Stadt wie Brüssel gut tut und wo man in sich einkehren und etwas abschalten kann.

 

4. Maison Antoine

Ein Besuch der belgischen Hauptstadt ohne wenigstens einmal Fritten gegessen zu haben lohnt sich nicht. Wie gut, dass man in unmittelbarer Nähe des EU-Parlaments die wohl besten frittierten Kartoffeln der Stadt bekommt. Die „Maison Antoine“ in der Mitte des Place Jourdan erfreut sich großer Beliebtheit, sei es bei der Brüsseler Bevölkerung (inklusive der Königsfamilie), als auch bei Touristen. Zu Recht gaben die New York Times der Frittenbude den Titel „best french fries in the world“. Für keine vier Euro bekommt man hier eine üppige Portion inklusive einer der zahlreichen Soßen. Am besten ist es wenn man noch mit wenig Hunger die Maison Antoine aufsucht und sich in die Warteschlange einreiht. Denn die Wartezeiten, egal zu welcher Uhrzeit, sind lang. So kann es schon mal vorkommen, dass man auch bis zu einer Stunde auf seine Fritten wartet. Aber das Warten lohnt sich. Denn die Pommes schmecken noch besser, als sie sollten. Innen schön weich, außen superknusprig (in Belgien werden die Kartoffelstangen zwei mal frittiert) und nicht versalzen. Anschließend kann man, mit den Fritten, eine der Gaststätten aufsuchen, die auf dem Platz zu finden sind. Fritten und Bier. Was will das Feinschmecker-Herz mehr!

 

5. Ausflug in eine andere Stadt

Wer für mindestens drei Tage nach Brüssel reist, dem ist ein Ausflug in eine andere Stadt wärmstens empfohlen, zumal die klassischen Sehenswürdigkeiten Brüssels in spätestens zwei Tagen besichtigt sind. Städte wie Brügge, Antwerpen oder Gent im Norden Belgiens sind einfach und jeweils in rund einer Stunde mit der Bahn erreichbar. Es lohnt sich wenigstens einer dieser Städte zu besuchen. Für einen zusätzlichen Anreiz, Belgien mit der Bahn zu erkunden, sorgt die belgische Staatsbahn. Denn von Freitagabend bis Sonntagabend erhält man die Zugtickets zum halben Preis. Man sieht somit nicht nur etwas vom Land, sondern spart dabei auch noch Geld.

 

Fotos: Matthäus Masè

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