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Interview Harry G: Bei manchen Videoszenen denke ich mir auch „was bist du eigentlich für ein Depp“

Es ist kurz nach 20 Uhr als plötzlich „Wos schaugstn so bled? Hey, wosd so bled schaugst hob i gfrogt? Host a Broblem oda wos? Host di valaffa do herin, du Gratler?” aus den Lautsprechern des Innsbrucker Congress ertönt. Mit seinem neuesten Streich, dem Rapsong „Boazn Kini“, eröffnet Harry G sein aktuelles Programm #HarrydieEhre. Vor seinem Auftritt in Tirols Landeshauptstadt traf ihn die Zeitlos zu einem Interview über seine Studienzeit in Innsbruck, die aktuelle Tour und was er eigentlich im Sommer macht.

 

Zeitlos: Was viele vielleicht nicht wissen ist, dass du in Innsbruck studiert hast. Warum hast du dich für ein Studium in Tirol entschieden?

Harry: Ich bin damals Freeski gefahren und über Kontakte und Sponsoren nach Innsbruck gekommen. Also mehr durch Zufall und nicht als NC-Flüchtling. Ich dachte mir, das wäre jetzt genau das Richtige! Von 2002 bis 2006 habe ich in Innsbruck IWW studiert und war 2004 das ganze Jahr in Buenos Aires, Argentinien. Gewohnt habe ich in der Innstraße 34, beim Metropolkino. Wir werden auch morgen (Anm. d. Red.: Mittwoch, 1. Februar) an die Uni gehen. Das hört sich jetzt ein bisschen an wie ein Papst, der noch einmal die Uni besucht und den Segen spricht. Nein Schmarrn, wir werden morgen noch einen Kaffee trinken und dann vielleicht in die Innenstadt gehen.

Z: Wo warst du zu deiner Studienzeit feiern?

H: Dienstag war Hofgarten, Mittwoch Jimmys und Blue Chip Pflicht. Dann gab’s zu meiner Zeit, das kennen auch schon viele nicht mehr, die Couch in der Anichstraße. Und das war so die Studentenwoche. Freitag und Samstag gingen wir dann dorthin, wo was los war. Es gab auch einfach nicht so viel Auswahl.

Z: Wann warst du das letzte Mal in Innsbruck und was hat sich seit deiner Studienzeit verändert?

H: Ich war glaube ich das letzte Mal vor fünf Jahren in Innsbruck, also ehrlich gesagt schon lange nicht mehr. Es wohnen hier viele Leute, die ich kenne. Bene Mayr zum Beispiel, der jetzt das Hitt und Söhne betreibt. Ich bekomme so manche Veränderungen mit, meistens über Facebook.

Z: Was sind deine drei Tipps an Innsbrucker Studenten?

H: 1.) Keinen Stress wegen der Prüfungen machen!

Man sollte sich nicht zu viele Gedanken machen, wann die Prüfungen sind. Ich würde lernen und feiern nicht mischen, sondern feiern und dann intensiv vor der Prüfung lernen. Ich habe mir  manchmal auch nur 30 Powerpoint-Slides angeschaut und sozusagen mit dem Auge abfotografiert. Jetzt muss ich mir ja auch wahnsinnig viel Text merken und das mache ich dann immer über das Kurzzeitgedächtnis.

2.) Immer lieb zueinander und auch lieb zu den Deutschen sein!

Zu meiner Zeit waren wir noch viel weniger Deutsche als jetzt an der Sowi und kannten uns alle untereinander. Südtiroler und Voralberger waren auch immer ein Thema, weil die keiner verstanden hat, nicht mal die Tiroler.

3.) Am Glungezer Schifahren! Das ist ein ziemlicher Geheimtipp.

Z: Du bist ja vor allem durch deine Videos bekannt geworden. Zeigst du sie eigentlich jemandem, bevor du sie postest?

H: Mein Kameramann ist der Erste und mittlerweile auch der Einzige, dem ich die Videos zeige. Bei ihm gibt es verschiedene Stufen. Wenn er sagt: „Ist geil“, dann ist es sehr lustig aber wenn er meint: „Das ist wahnsinnig geil geworden“, dann bin sogar ich überrascht, wie gut das Video ist. Beim Joggervideo war es zum Beispiel so, dass er nicht weiterschneiden konnte, weil er dauernd lachen musste. Er hat aber nicht immer Recht, wie beispielsweise beim Video „Wenn’s einmal Plusgrade hat“, wo er meinte „das war so naja“. Im Endeffekt war das dann aber weitaus erfolgreicher als so manche Videos, die er super fand.

Z: Merkst du selbst auch, ob ein Video gut ist?

H: Manche Szenen sind oft so roh und unlustig wie zum Beispiel: Ein Mann kommt durch die Tür und schreit „Wuhu“, was jetzt nicht der große Witz ist. In so einem Moment, denkt man sich auch: „Was bist du eigentlich für ein Depp?“. Siehst du es dann aber geschnitten mit Musik, ist es lustig.

Z: Kommen wir nun zu deiner aktuellen Tour. Du bist ja noch bis April 2018 mit deinem Programm #HarrydieEhre unterwegs, worum geht es dieses Mal?

Ich bekomme ständig Trends und Lifestyles mit, die mir total auf den Sack gehen. Darüber, und über die Leute, die jeden Scheiß mitmachen, geht es auch in meinem Programm #HarrydieEhre.

Z: Passt du dein Programm eigentlich Ländern wie Österreich oder der Schweiz, wo du ja auch unterwegs bist, an?

H: Also es sind keine Österreicherwitze dabei. Das wäre noch besser: „Harry G erzählt eineinhalb Stunden Österreicherwitze – in Österreich.“ Nein, aber es ist gibt minimale Unterschiede.

Z: Wie schaffst du das über so einen langen Zeitraum aufzutreten, ist das nicht anstrengend?

Natürlich ist das anstrengend, aber andere arbeiten jeden Tag! Ich hab’ dazwischen wenigstens Pause … NOT.

Z: Apropos Pause: Wir haben gesehen, dass du keine Tourtermine im Sommer hast. Was machst du in dieser Zeit?

Der Sommer ist für Dreharbeiten geblockt. Ich arbeite gerade an einigen Projekten für TV und Film, die aber noch nicht spruchreif sind. Außerdem möchte ich natürlich auch mal ein bisschen frei haben und den Sommer genießen.

 

Interview: Susanna Mathi und Tamara Oertel

 

Fotos: HARRY G ©Christian Brecheis; Susanna Mathi und Tamara Oertel


An alle, die Harry G noch live sehen möchten: Hier findet ihr weitere Infos und Tourdaten.