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awW: Divine Line rockt, bis den Festivals der Strom ausgeht

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Coole Local Heroes ausfindig zu machen, die auch mal richtig auf den Putz hauen, ist nicht immer ganz so leicht. Umso mehr erfreut sich mein musikalisches Gemüt, wenn auf der Weekender-Bühne plötzlich eine Band Vollgas gibt und dem Publikum gleich zu Beginn des Abends mal ordentlich einheizt. So lernte ich die Jungs von Divine Line kennen. Damals als Vorband – in meinem Herzen der eigentliche Hauptact. Meine Ohren lieben sie. Und eure sicherlich auch.

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Die Zeitlos: Wer von eurer ursprünglichen Besetzung is 2005 auf die Idee gekommen, eine Band zu gründen?

Andi: Seit 2005 dabei sind da Richi und i und i hab schon eine Band gehabt mit a paar Leid, wir haben an Sänger gsucht und dann haben wir den Richi kennenglernt, der hat a a Band gsucht als Sänger. Ja dann haben wir gesagt, wir gründen a Band. Dann haben wir eigentlich immer Wechsel drinnen ghabt jahrelang und in der Besetzung in der wir jetzt sein, sein wir seit 2 Jahren erst. Von Anfang an dabei waren eigentlich nur da Richi und i.

Es gibt jo a ein Tattoostudio mit dem gleichen Namen. Was war zuerst da – die Band oder das Studio? Oder ging das einher?

Andi: Na vorher woa die Band da. Wir haben damals schon lange diskutiert wegen an Namen, weil „Divine“ etwas Göttliches, Höheres bedeutet, des isch für‘n Richi ganz bedeutungsvoll und er wollt damals immer schon Tätowierer werden, war es aber no nit und deswegen a des „Line“. Ja und dann hat er sein Tattoostudio gegründet und den Namen übernommen, weil er halt so a Kooperation mochn wollt – Band und Tattooladen, damit des eigentlich Eins isch. Deshalb hat er auch das gleiche Logo beim Tattooladen.

I seh, ihr seids jo a tattowiert, macht ihr alle quasi Werbung für’s Studio oder geht ihr wo anders hin?

Nico: Also von der Band aus verteilen ma nur die Sticker wo „Tattoo“ nit oben steht, weil die Sticker vo da Band und vom Studio sind ja dieselben.

Georg: Aber mir sind olle tätowiert von erm.

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Von welcher Musik ist euer Stil besonders beeinflusst worden?

Nico: Des find i des schene, dass in letzter Zeit eigentlich olle Stile dabei sind. Zumindest olles wos mit Gitarrenmusik irgendwie vereinbar isch. Also mir haben Leid de horchn eher Punk, i bin eher da Metaler, da Georg isch eher der Hardcore Typ, so Gschroa (lachen), und es isch eigentlich des coole, dass wir olle Musikstile, dadurch dass wir die Songs olle zusommen mochn, do fließt ziemlich viel mit ein. Des isch des wos lässig isch. Damit deckt sich eigentlich unser Publikum weil des kimt a aus verschiedenen Genres und des isch eigentlich oft in letzter Zeit gwesn, dass Leid gsogt hobn des isch mal wos Neies, des daugt uns sehr guad und deswegen mochts a Spaß so verschiedene Sochn mischn.

Eben, beim Konzert hab i überlegt, in welches Genre soll ma euch stecken und dann hab i auf eure Facebook-Page mal gschaut, da steht beim Genre einfach nur Rock und i so „Ernsthaft? Woas des?“

Nico: Muss i mal anpassen. Isch bei Bier, leider (lacht).

Andi: Es isch a schwierig, aber isch a einfach a bisl a eigener Stil. Es isch einfach a Mischmasch zwischen allem.

Nico: Wobei wir uns net denken wir schreiben jetzt an Metal- oder an Punk-Song, ma schreibt wos und des Ergebnis is don a Mittellinie meistens. Isch aber net beobsichtigt, dass mir do jetzt hergehn und sogn, es muss wos Hartes sein, es muss sinscht wos sein, es entsteht halt so und so wias am beschtn is wird’s im Endeffekt a aufgnommen.

Noch nicht! Wollt ihr euch auch einfach mal so 2 Wochen Zeit nehmen, wo ihr dann wirklich jeden Tag wo anders einen Auftritt habt oder fehlt dazu die Zeit?

Nico: Ja mir würden gern, i glaub des isch ja im Sinne von olle (alle stimmen zu). So des typische touren wär scho schen, nur des Problem isch holt, da isch so viel Organisation dahinter und dadurch dass wir olle orbeiten miasn…

Andi: Also fein wär‘s won a größere Band des mochn dad und uns als Vorband einfoch mitnehmen dad und mir nit olles organisiern miasn.

Nico: Vor am halben Jahr war‘s unsa Ziel Motörhead mal zu supporten, hat se leider erledigt, jetzt müssen ma neue Ziele suchen (lacht).

Ja gut, was is euer neues Ziel? Habt’s eich schon eine Band gesucht, bei der ihr euch Huckepack dranhängen wollt?

Nico: So a richtig großes Ziel net. Schwierig. Mi gfrein ima die kloanen Ziele, won ma einfoch mehr Konzerte spielen können und wenn ma wieder a Album aufnehmen, mir schreiben ja ständig Songs und wenn ma dann wieder ins Studio gehen können, des wird wieder da Wahnsinn. Und vor allem wenn die Leid sagen, ihnen daugt die Musik die mir mochn. Des is für mi scho a Erfolg. Sinscht sche wärs wenn ma mol mit ana großen bekannten Band spielen kanntn, vielleicht sogoa mehrere Konzerte… aber wie siagst du des Andi?

Andi: Na eh, es san die kloanen Ziele, die ma erreichen kann. Mei Ziel isch mit ana bekannteren Band durchgehend a Tour machen in an anderen Land oder so, wo ma wirklich alle zwei bis drei Tage a Konzert hat, des wa a mei Ziel.

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Erzählt mal von eurer größten Panne, die ihr als Band erlebt habt. Is euch schon mal was richtig abartig Peinliches passiert? Es kann a jeder oa Geschichte erzählen.

(alle lachen erst mal)

Andi: I woas oane. Also mir hobn auf an Festival gspielt, beim Live and Loud Festival und de nächste Band die ankemmen is hat hinter der Steckdose a Cola-Rum hingstellt und i hon obgrammt meine Sochn und hob versehentlich des Cola-Rum über die Steckdose gleert. Auf oamol woa da komplette Strom weg am ganzen Festival. (alle lachen) Des ganze Festival woa dunkel. Nochand habi halt kurz ausgsteckt und wieder eigsteckt und noch ca. 10 Minuten is Liacht wida gangen. Owa es is jo a net gscheid neben da Steckdose a Getränk hinzustelln. (lacht)

Nico: Jo i hab bei an Konzert mal vergessen… ja was heißt vergessen… i hab mein Bass gestimmt owa nit zu zeitnahe, deshalb woa bei de ersten zwoa Liadl da Bass bisl falsch. Ob da Bass do isch oda nit is jo scheißegal, i kunt theoretisch a vo da Bühne owigehn, a Bier trinken, es dad koan auffalln. (lacht)

Georg: Ah mir isch des scho aufgfalln beim spielen, irgendwos passt do net. Unser Produzent is don auikemmen und hod gsogt „Nico du muast an Bass stimmen.“ (lachen)

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Und host du a a peinliche Geschichte auf Lager?

Georg: Na… jo ob und zua verspiel i mi vielleicht amol woni a bisl zu viel getrunken hon, owa des sein immer lei Kloanigkeiten, de im Endeffekt de Leid goanet so auffalln. Sunst hobi nu nie wos ghobt na.

Andi: Nu a peinliche Situation woas i… Mir hobn auf ana sehr kloanen Bühne gspielt und unser Sänger da Richi hod sehr longe Hoa (Nico lacht und ich ahne es schon…). Und do san ma so nahe neben ihm gstondn, dass er sich mit de Hoa in de Gitarrensaiten verfangen hat. Oben am Hals von da Gitarre. Don hobn ma kurz fertig gspielt und nochn Liad homa an Richi die Hoa ausfadln miasn.

Georg: Des coolste woa i hon des goanet mitgriagt. Erst nochand wia des Konzert fertig woa redets ihr olle über des und i… de meiste Zeit griagi goanix mit.

Nico: Also mir hobn jo Angst ghobt, dass ma sie wirklich obschneidn miasn und don isch min nächsten Song weitergongen und auf oamol liegta in die Basssaiten drein, am Hals. Don woara bei mir auf oamol drein und i hab ma denkt „Jetzt im ernst??? Jetzt spieln ma seit oana Minute net amol und…“. Des Problem isch jo da Richi is relativ kloan und i hob ima so noch untn gebeugt spieln miasn… (lachen)

Gibt’s da Fotos?

Nico: Leider nein.

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Letzte Frage: Wenn i a Wunschfee wär, was würdet ihr euch wünschen? Jeder hat einen Wunsch frei.

Nico: Dass es net ima alles ums Geld geht auf da Welt. Genau des is as Motto von da EP eigentlich, „All about Money“, weil es sich hauptsächlich eben ums Geld dreht. Es is wurscht wos passiert… es passiert so viel aus gierigen Geldgründen… momentan denk i ma jedes Kind des in Afrika verhungert… des isch eigentlich Mord. Weil man könnte des relativ leicht verhindern, wenn viele Leid do ihre Gier nit hätten. Ma muas sich natürlich selber a am Riemen reißen, wo ziach i die Grenze, ober generell afoch ghead die Macht des Kapitalismus bisl geschwächt.

Andi: I glaub won ma sich die Texte von da CD anhorcht und de sich a bisl durchn Kopf gehen losst, es san eigentlich fost olle Lieder über Kapitalismus, über des System von da Welt und wieviele do eigentlich Leidtragende sein. Drum isch des eigentlich glaub i a der Wunsch den wir hobn dadn, dass sich do eppas ändert. Drum schreiben wir jo a die Texte drüber. Ma soll sich des einfach bisl überdenken.

Gutes Schlusswort. Ich sag danke.

Alle fast im Chor: Ja wir sagen danke!

 

Fotos: Ute Schneiderbauer, Weekender© Thomas Dablander

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