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(IMHO #21) Drei Gründe, weshalb ich mein Skateboard an die Wand nagle

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Es grünt so grün wenn Innsbrucks Blüten blüh’n. Und kaum entfalten Krokus, Gänseblümchen und Co. ihre Blütenblätter, schwärmt die Innsbrucker Studentenschaft aus. Aber nicht des lieblichen Blumenduftes wegen. Stattdessen packen sie ihre blütenblattförmigen Asphaltsurfer aus und mischen sich unter das Volk. Weshalb ich mich diesem Trend nicht anschließe, obwohl ich vergangene Woche ein Skateboard geschenkt bekommen habe, erfahrt ihr hier.

Skateboard

1. Ich tret‘ in die Pedale. Wie so viele Studierenden in Innsbruck ist auch mir das Semesterticket zu teuer. Und da ich eine die Dunkelheit liebende Langschläferin bin und bis zur letzten Minute unter den flauschig warmen Decken Schutz vor (Föhn-) Wind, Wetter und Universität suche, muss der Schnelligkeit wegen schon mal der geliebte Drahtesel herhalten. Doch nichts nervt mich um 14 Uhr früh mehr als diese ach so coolen Kids, die bei 10 Grad Außentemperatur auf dem Longboard nicht nur ihre knöchelfreien Jeggins auslüften, sondern dabei auch noch den Fahrradweg blockieren. Als wären die asiatischen Touristen, die mit in die Luft gerecktem Tablet rückwärts auf die Straße laufen nicht schon genug Steine, denen mein Drahtesel quietschend ausweichen muss.

2. Ich bleib‘ lieber im Sattel sitzen. An einem lauen Sommerabend letzten Jahres verleitete mich mein  bester Freund dazu, dem Skateboard nochmals eine Chance zu geben und nach anfänglichen Schwierigkeiten fuhr ich auch schon recht ansehnlich dahin. Bis auf die Tatsache, dass ich nur Linkskurven zu können schien und irgendwann an der Schaufensterscheibe eines Optikers klebte. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein! Ich richtete das Board so aus, dass ich möglichst lange geradeaus auf dem Gehsteig fahren konnte, denn auf dem Radweg würde ich ja alle zum iiii-aaaa-hhh-n bringen und bemühte mich aufgrund der leichten Steigung, besonders viel Schwung zu nehmen. Sekunden später fand ich mich rücklings durch die Luft fliegend und mit meinem Allerwertesten in Richtung Asphalt zurasend. Während mein Steißbein unter dem Aufprall zu ächzen schien, rollte das Board gemütliche 20 Meter weiter bergauf. Mein bester Freund wurde an diesem Abend zu einem guten Freund degradiert.

3. Auch wenn mich ein Wolfsrudel verfolgen würde… hänge ich mein neues Skateboard lieber an die Wand, da es eine wunderbare Erinnerung an eine legendäre Nacht in Brüssel ist. Im März wurde ich zur Night of the Wolf eingeladen, eine PR-Veranstaltung von Eristoff, auf welche nur geladene Gäste eingelassen wurden. Der französische Künstler Nairone, welcher bekannt für seine Illustrationen und Graffitis ist, war ebenfalls zu Gast und brachte die 400 Gäste mit einer überdimensionalen Eristoff-Flasche zum Staunen, die er den ganzen Abend lang mit seiner Kunst verzierte. Als kleines Sahnehäubchen der Reise bekam jedes Wolfsrudel auf Wunsch ein von Nairone bemaltes und signiertes Skateboard. Und diese Woche war es endlich so weit. Das handgemachte Board mit der Aufschrift „Nairone x Eristoff“ fand endlich den Postweg nach Innsbruck. Und da dieses tolle Holzteil einen viel zu hohen ideellen Wert für mich hat, verweilt es nun geschützt vor Asphaltsurfern an meiner Wand und erinnert mich an meine erste „Geschäftsreise“, an einen unvergesslichen Abend mit Freunden und daran, dass ich nicht aufgeben soll, wenn ich rücklings durch die Luft fliege.

 

Skateboard

Fotos: Tobias Pircher, Julia Doplmayr, Ute Schneiderbauer

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