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New Sounds – Unsere Musikentdeckungen 2015 #2

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Das nahende Jahresende lädt dazu ein, die Erlebnisse der letzten 12 Monate Revue passieren zu lassen. Filme, Bücher, Reisen und Ausgehabende ziehen vor dem inneren Auge vorbei, werden gemessen, gewogen und für nicht gut genug befunden, bis sich aus den Wenigen, die diesen Prozess positiv absolvieren, die jährlichen Bestenlisten ergeben. Hier die Unsrigen aus der Kategorie Musik 2015. Teil 2: Tobias und Ulrich

TOBIAS

K.Flay – „Can’t stop“
K.Flay (laut Personalausweis Kristine Meredith Flaherty) ist schöne 30 Jahre jung und eine US-amerikanische Sängerin. Die fleißige Studentin hat bereits Abschlüsse in Soziologie und Psychologie und released ganz nebenbei seit 2004 noch richtig feine Tracks. Danke an die Youtube Zufallsfunktion dafür!

 

Alison Wonderland – „Run“
Alison, oh Alison! Mit blonden Haaren und angespanntem Gesicht starrst du aus all deinen Thumbnails bei Youtube. Irgendwann musste ich einfach mal draufklicken. Bekannt geworden als Australien’s beste Party DJane, spielt die junge Producerin dieses Jahr bereits über 100 Gigs im Jahr. Ihre Mischung: HipHop, Trap und Bass!

 

Edgar Wasser and Mine – „Aliens“
Seit Jahren oft in Features gehört, aber nie wirklich hingehört. Der Münchner Kim Jong Un gibt nichts auf Fame, Facebook Likes oder Cash Money. Man findet von ihm kaum etwas außer Musik, denn aufgezwungene Interviews mit der Presse macht er durch seine Antworten oder Gestiken unbrauchbar. Umso mehr werfen sich alle in der Szene auf seine Deutschrap-Tracks, die mit viel Liebe und lyrischen Geschick gegen Frauenhass, deutschen Rap, die Defekte der heutigen Gesellschaft und die menschliche Verblödung donnern.

“Leute sagen, ich hätte gute Texte, doch was bitte soll das beweisen, außer eure fehlenden Ansprüche?”

 

ULRICH

Mommy Long Legs – „Weird Girl“
Niemand hätte ich im Überlebenskampf der Zombieapokalypse lieber an meiner Seite als Mommy Long Legs.
Gemeinsam würden wir uns mit umfunktionierten Haushaltsgeräten den Wogen der lebenden Toten stellen und in unserem, aus alten Mopeds zusammengestückelten Kampfgefährt das Ödland der Postapokalypse durchstreifen. Der Eingang unserer Basis wäre gesäumt von Krawatten und den Logos der großen Plattenlabels, während im Innenbereich der Kühlschrank immer gut bestückt ist und aus den Lautsprechern Buzzcocks, bis und MC5 donnern.

Man sollte kaum glauben, dass während einem Mommy Long Legs Song überhaupt Zeit bleibt solche Fantasiekonstrukte aufzubauen. Immerhin sind die, in bester Punktradition, selten länger als zweieinhalb Minuten. Diese 210 Sekunden sind aber, wie der Franzose so gern sagt, punk as fuck.

„don’t wanna be another Ashley/ don’t wanna shop at Abercrombie/ I’d rather steal from JC Penny/ ‚cause it’s fairly easy“

Schnell, geradlinig und mit Texten, die nur so vor Riot grrrl triefen, lassen mich die Assholes EP und das Album Life Rips sofort wieder in die Tank Girl Welt in meinem Kopf abtauchen.

 

Courtney Barnett – „Aqua Profunda!“
Mit niemand anderem würde ich lieber biertrinkend einen Nachmittag auf der Veranda verbringen, als mit Courtney Barnett.

Nachdem sie 2013 mit der EP A sea of split peas schon mein Herz erobert hatte, veröffentlichte die Australierin im März nun endlich ihren ersten Langspieler. Sometimes I sit and think, and sometimes I just sit wartet mit wundervoll rotzigen Hymnen („Pedestrian at best„) auf, lässt uns aber genauso an Situationen teilhaben, die wir alle schon am eigenen Leibe erfahren haben („An Illustration of Loneliness„) – allerdings durch Courtney’s Augen und mit ihrer einzigartigen Ausdrucksweise.

Seit den Hohetagen von Art Brut hat es niemand jemals wieder so gut verstanden, ordinäre Alltagssituationen mit solch einer Gelassenheit in wunderbare kleine Abenteuergeschichten zu verwandeln. Die sympathische Linkshänderin ist der neue Eddie Argos!

 

Beitragsbild: Courtney Barnett, Bruce via Flickr unter CC 2.0

Teil 1

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