Lange Nacht der Museen – Vernissage mit Janine Weger

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Am Samstag, 3.Oktober, wird Innsbruck wieder Schauplatz für die Lange Nacht der Museen. Neben verschiedenen kleinen und größeren Kunstinstitutionen veranstaltet heuer erstmals der endlich* store eine Vernissage mit Janine Weger. Von 18:00-21:00 ist eine Bandbreite an Portrait-Collagen, Aquarellen und Fotografien zum Thema Identität und urbane Lebensräume in der Jahnstraße 20 zu betrachten. Die 21-jährige aus Wattenberg macht zurzeit ihren Bachelor in Fine Arts in England, nahm sich aber dennoch Zeit für ein kurzes Interview.

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Zeitlos: Wann hast du begonnen, dich für Kunst zu interessieren und dich selbst künstlerisch auszuprobieren?

Janine Weger: So richtig ernst damit beschäftigt habe ich mich, als ich mich für die Aufnahmetests der Universitäten in England und Wien beworben habe. Ich habe da fast jeden Tag gezeichnet oder gemalt. Besonderes Interesse hat der Kunstgeschichte-Unterricht in der HTL in mir geweckt, sowie besondere Lehrer dort, die mich auf unterschiedliche Weise inspirierten.

Künstlerin, die die großen Museen dieser Welt erobert oder doch lieber Hobbykünstlerin?

Ich glaube, dass man auf unterschiedlichen Kanälen unterschiedliche Menschen erreichen kann. In Museen ist die Kunst für praktisch jeden zugänglich, wobei sie zu Hause eher privat bleibt. Ich würde dann eher bevorzugen, in größeren Räumen auszustellen, wo ich mehr Menschen gleichzeitig etwas vermitteln kann.

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Woher nimmst du deine Inspiration?

Puuh, das ist ganz unterschiedlich! Wahrscheinlich am ehesten von Dingen, an die ich mich zurück erinnere, oder von meinem Umfeld, in dem ich gerade lebe. Inspirierend finde ich zurzeit moderne Architektur und besonders Gebäude, in denen ausgefallene Farben und Formen verwendet werden. Architektur sagt für mich sehr viel über die Zeit aus, in der wir gerade leben und das finde ich für meine Projekte spannend, da sie auch meistens etwas mit Zeit und Raum zu tun haben. Ich lasse mich gerne von Menschen inspirieren, die eine spezielle Ausstrahlung haben oder für mich irgendwie besonders sind!

Auf welchen Wegen lässt du deiner Kreativität freien Lauf?

In meinem Studium beschäftige ich mich mit Malerei, Fotografie, Zeichnung und teilweise mit der Skulptur und Film als Medium. Ich denke, dass mich momentan das banale Aufeinandertreffen von Farben und Formen im Alltag fasziniert und das kann ich am besten in der Malerei sowie in der Fotografie mit Collagen abstrakt darstellen. Film interessiert mich sehr als zeitgenössisches Medium, aber dort fällt es mir noch schwer, reduziert zu arbeiten, wie ich es zum Beispiel in den Fotografien oder Aquarellen momentan ausprobiere.

Wo liegt der Ort des Geschehens? Atelier, zuhause (Tirol/England) oder bist du flexibel?

Ich glaube, da bin ich sehr flexibel. Bei schönem Wetter arbeite ich gerne draußen! Als ich an der Aquarellserie über das Thema “Zeit und Raum” in Tirol nach einem Studienjahr in England weiterarbeitete, veränderten sich meine Bilder unbewusst sehr. Ich habe dort auch oft im Garten gearbeitet. Geräusche in der Umgebung oder die Berglandschaft in Tirol können sehr inspirierend sein. Wichtig ist mir, dass ich ein Thema habe, an dem ich gerne arbeite und das mich beschäftigt und dass der Raum nicht zu klein ist!

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Hast du irgendwelche Rituale, bevor du ans Werk gehst? Hörst du z.B. laute Musik oder meditierst du lieber?

Von meditieren verstehe ich leider überhaupt nichts. Meistens muss ich entweder vorher meinen Platz aufräumen, damit ich überhaupt weiter arbeiten kann, weil er vom Vortag noch unordentlich ist oder etwas essen oder einen Kaffee trinken, das hilft oft, um mich besser zu konzentrieren. Laute Musik ist sehr hilfreich, um alle äußeren Einflüsse und Ablenkungen auszuschalten, das hilft besonders in der Uni an meinem Studio-Platz, an dem es immer sehr laut ist und jeder an seinen persönlichen Projekten arbeitet. Da höre ich momentan gerne Musik in Richtung Synthpop, Funk oder IndieRock.

Was willst du mit deiner Kunst erreichen? Hast du eine Zielgruppe oder teilst du die Bilder nur gerne mit gleichgesinnten KunstliebhaberInnen?

Es geht mir weniger um eine Zielgruppe an Leuten, die ich mit meiner Kunst ansprechen will, als um den Inhalt, die die Kunst ausdrücken soll oder was sie bedeutet… Ich glaube, es ist sehr wichtig für mich, mich mit Menschen darüber auszutauschen und zu reflektieren, was ich gerade mache und an welchen Ideen ich arbeite. Weil bildende Kunst sehr subjektiv ist, möchte ich mich noch nicht auf eine spezielle Zielgruppe nach außen hin festlegen. Wichtig ist mir, dass mein Stil und die Themen, an denen ich arbeite, mich in Zukunft tiefgründiger in meiner Kunst werden lassen. Erreichen will ich einen Stil, der originell ist und einen Wiedererkennungswert in der Kunstwelt hat.

Fotos: Janine Weger

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