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10,5 schnelle Fragen an die Jungs vom Sonnendeck.

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Die Zeilen „Und wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck…“ bedeutet für viele unter uns das Ende jeglicher abendlicher Lernmotivation. Seit drei Jahren  zieht diese Liedpassage von Peter Licht’s „Sonnendeck“ hunderte Menschen an die Ufermauern unseres Stadtflusses.  Dort erfreut man sich toller Musik, angenehmer Wärme und einem im Sonnenuntergang versinkenden Unitag. Und das alles Dank ihnen: Die Jungs und Mädels von Bonanza. Wir waren neugierig und fragten einfach Mal nach, wer und was alles hinter Bonanza und ihrem Treiben steckt. Und was es mit dem heurigem Open Air Festival auf sich hat.

Die Zeitlos: Die wenigsten tollen Ideen entstehen bei einem guten und frischen Salat am Abend. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, am Innufer zwei Lautsprecher aufzustellen und Musik zu machen?

Bonanza: „Das war natürlich nicht bei einem guten Abendsalat, sondern bei einem guten Abendbier. Wir haben uns damals, das ist jetzt drei Jahre her, überlegt, dass es in Innsbruck an Open Air Veranstaltungen fehlt und dass besonders zentral in der Stadt für die Studenten nichts geboten wird. Wir haben uns dann ziemlich schnell für das Innufer hinter der Uni entschieden, da es dort mit der Nordkette im Hintergrund ein super Panorama abgibt. Gleichzeitig wollten wir was machen, was ohne diesen Konsumzwang läuft, an der frischen Luft, jeder bringt seine Getränke mit und wir bieten die Musik an. Das erste Sonnendeck war dann relativ spontan, weil die Idee hatten wir zu dem Zeitpunkt schon länger und haben dann einfach bei der Stadt angefragt und fünf Tage später wurde es dann genehmigt. So entstand das erste Sonnendeck, mit damals 30 bis 40 Besuchern.“

Und dann habt ihr euch einfach Strom bei der Uni besorgt und losgelegt?

So einfach läuft das natürlich auch nicht. Die Stadt fordert eine gewisse Vorlaufzeit, an die auch wir uns halten mussten. Die Uni hat uns dann glücklicherweise von Anfang an unterstützt, da sie letztendlich ja auch eine Belebung der Flächen um die Universität will. Glücklicherweise war dann auch relativ schnell klar, dass mit einem Stromgenerator auf Grund des Lärm und der Emissionen niemanden geholfen wäre. Mittlerweile hat sich da eine super Zusammenarbeit entwickelt.

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Und das tut ihr euch nun jede Woche aufs Neue an?

Nein, so funktioniert es zum Glück nicht mehr. Über den Winter treffen wir uns mit Vertretern der Stadt und klären die Rahmenbedingungen für die kommende Saison. Dieses Jahr zum Beispiel haben wir aus den Fehlern vom letzten Jahr gelernt und machen pünktlich um 22 Uhr Schluss und auch die Lautstärke wurde etwas zurückgefahren. Dafür läuft alles deutlich entspannter mit den Behörden ab und wir haben mit Ausnahme des August die Möglichkeit das Sonnendeck bis in den Herbst hinein stattfinden zu lassen.

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Und wie macht ihr das mit dem Wetter?

Ob es nun diese Woche ein Sonnendeck gibt entscheiden wir oft am Tag zuvor, manchmal aber auch noch am gleichen Tag – eigentlich ganz spontan.

War es das, was der Studentenstadt Innsbruck noch gefehlt hat?

Unsere Aktionen sind jetzt nicht komplett auf Studenten ausgelegt, es war schon auch der Gedanke da, ein bisschen urbanes Feeling nach Innsbruck zu bringen, so bisschen einen Großstadt – Flair.

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Und das geht heute immer noch mit dem gleichen Aufwand wie vor drei Jahren?

Nein, leider nicht. Wir haben ab diesem Jahr ein massives Müllproblem, was für uns die Kosten enorm nach oben treibt Da ist seit diesem Jahr eine negative Entwicklung erkennbar, dass eine größer werdende Minderheit ihren Müll einfach zurücklässt. Temporär versuchen wir das mit einer stadtunabhängigen Müllentsorgung in den Griff zu bekommen, langfristig ist aber jeder einzelne Gast, sowie auch die Stadt gefragt. Auch an schönen Tagen ohne Sonnendeck besteht ein Müllproblem am Innufer. Zusätzlich versuchen wir auch bei gutem Wetter nicht jeden Mittwoch ein Sonnendeck zu machen um die Belastung für die Stadt, Uni und die Anwohner in Grenzen zu halten.

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Wann ist euch dann eigentlich die Idee vom „Bonanza Festival“ gekommen?

Also  das erste Festival wurde gleichzeitig mit dem ersten Sonnendeck geplant. Eigentlich war ja das Festival die Grundidee. Das erste Jahr hatten wir dann leider echt Pech mit dem Wetter, da hatten wir 13° Grad und Dauerregen, aber der Zuspruch war unserer Meinung nach da und so haben wir dann auch untern Jahr mit den Indoorveranstaltungen angefangen. Unsere Idee war dann eigentlich nicht nur eine reine Party zu machen, sondern schon auch ein ganzheitliches Konzept zu kreieren. Deshalb gibt es untertags zumeist auch Programmpunkte abseits der Musik.

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Auf was darf man sicher heuer am Bonanza Open Air alles freuen?

Auf eine neue Location. Etwas weitläufiger, etwas hügliger, abseits der Stadt, mit einer grandiosen Aussicht. Fast wie im Auenland. Man sieht die Stadt selbst nicht mehr, aber man hat trotzdem die Aussicht auf die Nordkette und die neue Location ist auch etwas größer. Dekotechnisch versuchen wir dieses Jahr ebenfalls einen Sprung nach oben zu machen. Wie es nun genau wird, will ich noch nicht sagen, es soll ja auch ein wenig eine Überraschung werden. Aber was ich schon verraten kann, ist dass es dieses Jahr mehr kulinarische Essenstände geben wird, Kleinkünstler werden sich vorstellen und allgemein wird es kulturell breiter gefächert ausfallen – der Fokus bleibt aber nach wie vor klar bei der Musik.

Was hat es jetzt nochmal mit dieser neuen Location auf sich? Soweit wir wissen, ist die doch irgendwo am Baggersee.

Ja genau, die neue Location ist nahe der Location vom letzten Jahr. Wenn man von dort aus noch 300 Meter weiter hoch fährt kommt man zur Drivingrange des Golfplatzes. Dort findet heuer das Bonanza Festival statt.

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Was wären noch eure Wünsche an die Stadt Innsbruck?

Den Verantwortlichen im Veranstaltungsamt kann man eigentlich keinen Vorwurf machen. Die Zusammenarbeit läuft dort super, ebenso mit der Exekutive. Die haben zumeist selbst keine Lust eine Veranstaltung abzubrechen. Was aber in Innsbruck veranstaltet wird ist letztendlich eine Frage der Politik. Man muss sich fragen, wieso eine Veranstaltung im subkulturellen Bereich bei ein oder zwei Beschwerden aufgelöst wird, gleichzeitig aber von der Stadt unterstütze Veranstaltungen, Freiheiten haben von denen die meisten unabhängigen Veranstalter nur träumen können. Das führt oft zu der Frage wer eigentlich entscheidet welche Veranstaltungen laufen dürfen und welche nicht – und somit was in Innsbruck Kultur ist und was nicht. Da fehlt manchmal vielleicht ein wenig der demokratische Prozess dahinter. Trotzdem können wir uns in unserem Falle nicht beschweren, das Sonnendeck, sowie das Bonanza Festival hat mittlerweile ein Standing, bei dem es von der Stadt eher unterstützt wird, als das einem Steine in den Weg gelegt werden. Trotzdem haben viele der befreundeten Kulturinitiativen weiterhin diese Probleme und deshalb gehören sie auch medial mehr angesprochen.

So, nun hast Du noch 30 Sekunden Zeit unsere Leser zu überzeugen, wieso wir alle zum Bonanza Festival kommen sollen:

Das Bonanza Festival ist das einzige nicht kommerzielle Festival für elektronische Musik in Westösterreich. Die Idee eines partizipatorischen Festivals, also ein Festival von Freunden für Freunde, an dem sich jeder beteiligen kann wird von Jahr zu Jahr mehr umgesetzt. Bei uns wird viel in Eigenarbeit gemacht und wir kommen größtenteils auch ohne große Sponsoren aus, die die Festivalfläche mit Werbung zukleistern. Diese Art der Unabhängigkeit ist uns wichtig und wir glauben das merkt man auch vor Ort! Kommt und macht euch selbst ein Bild!

Ihr wollt Karten? Gewinnt welche! – ach ja und hier noch der Link zum Festival!

Fotos: Tobias Pircher / Daniel Tratz (Facebook) / Bonanza (Facebook)

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