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(IMHO) Kapitel elf: Ein Fahrkartenautomat steht im Walde ganz still und stumm – eine Ode an die ÖBB und ihre Kundenfreundlichkeit

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Ich schäme mich! Ich schäme mich die ÖBB vor Freunden gelobt zu haben. Gesagt zu haben, wie großartig die ÖBB doch ist und wie kundenfreundlich. Ich wurde jedoch herbe von meiner großen Liebe, der ÖBB, enttäuscht.

Ich als Südtiroler bin beim Thema Bahn so einiges gewohnt, jedoch hab ich so etwas, wie neulich in der ÖBB, noch nie in einem italienischen Zug erlebt:
Es ist ein wunderschöner Sonntag. Die Sonne strahlt, die Vöglein zwitschern und ich reise mit dem Zug vom schönen Südtirol ins mindestens ebenso schöne Innsbruck (an dieser Stelle muss ich kurz anmerken, dass ich nicht einer dieser ständigen „Nachhausefahrer“ bin). Mir ist zu Ohren gekommen, dass die liebe ÖBB die Preise für Tickets die im Zug gekauft werden, um mehr als die Hälfte erhöht hat, obwohl dieser Service ab Juni gestrichen wird. Ich beeile mich, um am Brenner rechtzeitig am einzigen ÖBB-Ticketautomaten zu sein und somit in der kurzen Umsteigezeit noch ein Ticket erwerben zu können. Der Automat sagt mir aber, dass er heute keine Lust hat zu arbeiten und deshalb „Außer Betrieb“ ist. „Na gut“, denke ich mir und setze mich ohne Fahrkarte in den Zug. Ich hoffe natürlich, dass der Fahrkartenkontrolleur heute diesen Zug nicht kontrolliert. Erstens weil ich am Ende des Monats, so wie wahrscheinlich viele Studenten, sehr knapp bei Kasse bin. Zweitens weil ich nicht wirklich in der Stimmung für eine Diskussion mit dem Fahrkartenkontrolleur bin.

Doch auf halber Strecke taucht dieser noch auf und all meine Hoffnungen waren dahin. Nach einer langen Diskussion über Studenten die sich durchmogeln, mangelnde Kundenfreundlichkeit und Unschuldsbehauptungen, muss ich widerwillig aber dennoch bezahlen. Und zwar den vollen Preis. Und ich muss noch auf mein Wechselgeld warten, da er gerade keine zwei-Euro-Münze dabei hatte.

Meine liebe ÖBB, nach zwei Jahren absoluter Treue, Vertrauen und Liebe werde ich dich leider verlassen. Ich habe eine neue Liebe: den Fernbus. Adieu!

Foto: Valentin Gehmacher

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