Ist Innsbruck bereit für einen FairTeiler? – Foodsharing Innsbruck

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Die neue Form des Wirtschaftens mag vielen älteren Generationen suspekt erscheinen: es handelt sich ums Sharing. In seiner Art so vielfältig, wie genial. Carsharing, Booksharing, Landsharing, Wohnungssharing, Tausch- und Verschenkbörsen, sowie Foodsharing.

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich zum Supermarkt schlendere, jedoch nur einen Hauch einer Ahnung habe, was sich in meinem Kühlschrank befindet. Es kann dann schon passieren, dass ich mit einer Packung Karotten nach Hause komme, obwohl ich noch welche hätte. Oder ich greife als unschlagbare Schnäppchenjägerin bei einem der unzähligen  1+1 Angebote zu, und kann mich dann eine Woche nur noch von Zucchini ernähren, da sie ansonsten verderben würden. Die Lösung für solche trivialen aber dennoch schwerwiegenden Fehler, bietet Foodsharing. Eine Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.

Im deutschsprachigen Raum ist Berlin in Sachen Lebensmittelrettung der Vorreiter. In ganz Deutschland wurden bereits über 11.550 sogenannte “Essenskörbe”, mit nicht mehr gebrauchten, aber qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, über die Homepage von Foodsharing.de übergeben. Seit Neuestem wird jedoch nicht nur über das World Wide Web geteilt, sondern es gibt bereits 21 FairTeiler in Berlin, welche den logistischen Aufwand erleichtern. FairTeiler sind Kühlschränke, die 24h öffentlich zugänglich sind und von jedem befüllt werden können. Natürlich darf sich der Befüller auch daraus bedienen. Das Prinzip dahinter sieht vor, dass Produkte die von Jemandem nicht mehr benötigt werden, aus Gründen wie: er ein Dreiknödel-Student ist (drei Knödel für drei Tage Uni – dann geht’s wieder heim ins Hotel Mama), er spontan beschließt eine Diät anzutreten, oder wegen irgendeiner Unverträglichkeit etc., können diese an Dritte weitergegeben werden. Auch in der etwas kleineren Studentenhochburg Innsbruck ist Foodsharing bereits angekommen. Allerdings läuft hier der Austausch ausschließlich über die Facebook-Page von Foodsharing  ab. Seit letztem Jahr verzeichnet die Seite tagtäglich neue Mitglieder, welche fleißig Lebensmittel retten, indem sie sharen, um im Fachjargon zu bleiben.

Damit die Weitergabe noch einfacher vonstatten läuft empfiehlt es sich, auch in Innsbruck einen Fairteiler einzurichten. Dieser würde es den Foodsavern deutlich einfacher machen, Lebensmittel ohne großen Organisationsaufwand, abzugeben. Davon würden Studenten, Obdachlose, hungrige Nachtschwärmer und viele weitere Menschen profitieren. Wieso verschließen sich so viele Tiroler gegenüber der Sharing Economy und wie kann man es schaffen, auch diese davon zu überzeugen? Meiner Meinung nach geht kein Weg daran vorbei, es einfach auszuprobieren! Also let’s share and care!


Anm. d. Red.: Wie uns mitgeteilt wurde, gibt es mittlerweile in der Bäckerei Kempf (Wilten, Peter-Mayr-Straße 22) einen Fairteiler! Der Kühlschrank kann zu den Öffnungszeiten der Bäckerei befüllt werden und macht es den Foodsavern somit leichter, die Lebensmittel an den Mann/die Frau zu bringen. Jeder kann vorbeikommen und sich frei daraus bedienen.

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