Lasst den Winter kommen!

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Heute startet die fünfte Staffel von „Game of Thrones“, die für viele Innsbrucker Studenten genauso wenig aus dem Sommersemester wegzudenken ist, wie spontan am Inn zu flanieren, statt zur Vorlesung zu gehen, oder sich an den Baggersee zu begeben, um zu „lernen“. Und weil das Finale der letzten Staffel ja doch schon eine Zeit lang her ist, hier eine kurze Zusammenfassung wie die Dinge in und um Westeros grad so stehen (Spoiler!):

Die hübsche Daenerys ‚Khaleesi‘ Targaryen, die jederzeit so aussieht, als hätte sie beim Haarefärben einen bösen Unfall mit dem Bleichmittel gehabt, musste ihre geliebten „Kinder“, die Drachen, wegsperren – klar, die herzallerliebsten Feuerspucker haben auch das echte Kind von jemandem abgefackelt. Jon Snow nutzte die freie Zeit nach der großen Schlacht an der Mauer, bei der seine ehemalige Herzensdame Ygritte das Zeitliche segnen musste, um ebendiese standesgemäß zu bestatten – halbnackt auf einem brennenden Holzhaufen. Währenddessen marschierte Stannis Baratheon an der Mauer ein – dabei metzelte er mit seiner stattlichen Armee jeglichen entgegenkommenden Wildling nieder. Jenseits der Mauer erreichte Bran Stark mit seinen Begleitern einen Baum, in dessen Wurzeln ein ziemlich gruseliger Greis lebt. Dieser teilte Bran mit, dass er nie wieder gehen können wird, aber dafür fliegen.

Im sonnigen King´s Landing erwachten zwischen Cersei Lannister und ihrem Bruder Jaime die Frühlingsgefühle. Jaime gelang es auch, gemeinsam mit Eunuch Varys, seinen zum Tode verurteilten Bruder, den Zwerg Tyrion, zu befreien. Doch dieser dachte nicht daran, sang- und klanglos aus King´s Landing abzuhauen. Bevor er seinen, sich auf dem Klo befindlichen, Vater mit der Armbrust erschoss, erwürgte er außerdem dessen momentane und seine eigene ehemalige Hure/Geliebte Shae. Da wirkte dann der Kampf auf Leben und Tod zwischen Ritterin Brienne von Tarth und Hund Sandor Clegane schon fast handzahm. Aber nur fast. Als Badass erwies sich Arya Stark, die den Hund sterbend und um einen Gnadenstoß bettelnd zurückließ, um in Richtung Braavos in See zu stechen.

Und wie wird´s jetzt weitergehen? Viele Fans haben da ihre ganz eigenen Theorien. Besonders die Frage, wer eigentlich Jon Snows Mutter ist, lässt viele Spekulationen zu. Großen Anklang fand bisher die Theorie, dass gar nicht Eddard Stark sein Vater sei, sondern er der Sohn von dessen verstorbener Schwester Lyanna ist. Jon Snows Vater wäre nach dieser Theorie kein geringerer als der bereits ebenfalls vor Beginn der Geschichte verstorbene Prinz Rhaegar Targaryen, der große Bruder der allseits geschätzten Daenerys. Dieser hatte dazumal Lyanna entführt und damit den Krieg mit Robert Baratheon (Lyannas einstigem Loverboy) angezettelt, dem ja bekanntlich die meisten Targaryen-Familienmitglieder zum Opfer gefallen sind.

Ein anderer ziemlich genialer Gedankengang der Fans bezieht sich auf die Aussage, dass Bran Stark nie wieder gehen können wird, aber dafür fliegen. Er besitzt ja bekanntlich die Fähigkeit, sich mit seinen Gedanken in Tiere, manchmal auch in Hodor, hineinzuversetzen. Was, wenn ihm dies mit einem von Daenerys Drachen gelingt?
Antworten auf die Vielzahl von Fragen, die tendenziell eher aufgeworfen, als beantwortet werden, weiß der fleißige Schreiberling George R. R. Martin – aber er ist mit seinem Wissen nicht allein, denn den Produzenten der Serie hat er das Ende bereits verraten – nur für den Fall, dass er vor Beendigung der Bücher das Zeitliche segnet. Seinen Ruf als knallharter „Mörder mit der Feder“ hat sich Martin wahrlich verdient – kaum ein anderer Autor lässt Sympathieträger in seinem Buch in einer vergleichbaren Geschwindigkeit sterben. Allerdings erwähnte er in einem Interview, dass in der kommenden Staffel völlig unerwartet Charaktere sterben werden, die er im Buch bis jetzt verschont hatte. Man darf gespannt sein, also: Lasst den Winter kommen!

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