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Paris die Stadt der Liebe, Rom die Stadt der Antike und Brüssel … die Stadt der Vielfalt!

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Kaum eine andere europäische Stadt steht so oft im medialen Rampenlicht wie die Hauptstadt Europas. Da es aber in den Berichten meist nur um politische Ereignisse geht, selten aber um die Stadt selbst, möchte ich euch von einem Brüssel erzählen, wie ich es während meines Erasmusaufenthalts 2014 kennenlernte. Eines steht schon mal fest: Brüssel hat weitaus mehr zu bieten als „nur“ europäische Institutionen!

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Bereits während eines kleinen Spaziergangs durch Brüssels Zentrum fällt auf: Diese Stadt ist anders als erwartet. Es gibt weder große, moderne Bürogebäude an jeder Straßenecke noch hastig umherirrende Geschäftsleute. Die Realität ist ganz anders! Was einen erwartet, sind kleine enge Gässchen mit Gebäuden, die teilweise ihre besten Zeiten schon lange hinter sich gelassen haben, sowie eine bunte Menge an Menschen, die zeigt, wie vielfältig und multikulturell die Hauptstadt Europas ist. Es ist kaum vorstellbar, aber in Brüssel leben ca. 163 unterschiedliche Nationalitäten zusammen. Gerade diese Vielfalt an Kulturen, Traditionen und Sprachen, die sich hier vermischen, verleihen dieser belgischen Stadt ihren einzigartigen Charme. Dass Brüssel eine außergewöhnliche Stadt ist, beweist sie auch mit ihrer Toleranz und ihrem Respekt gegenüber allen Bürgern. Belgien hat nach den Niederlanden als zweites Land der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt und zählt zu einigen wenigen Ländern, in denen die Adoption von Kindern für alle Arten von Paaren gesetzlich ermöglicht wurde.

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Doch nicht nur in der Bevölkerung zeigt sich die Vielfalt dieser Stadt, auch kulinarisch lassen sich die Belgier nichts nachsagen. Da wären zum einen die sagenumwobenen Brüsseler Waffeln: Eine wahre Delikatesse, für deren Verzehr aber ein gewisses Geschick abverlangt wird. Denn Waffeln, die mit Schokolade überzogen und mit Früchten und Schlagsahne überhäuft werden, sind besonders schwierig zu essen – der sehr starke fast schon orkanartige Nordwind trägt seinen Teil zum perfekten Herumgekleckere bei. Wer allerdings salzige Speisen bevorzugt, findet in Brüssel das Paradies auf Erden. In speziellem Öl, doppelt frittierte Pommes gehören zum Nationalgericht der Belgier – und das zurecht.

Doch nicht nur für seine Waffeln, Pommes und Schokoladen ist das kleine Land bekannt, weltweite Berühmtheit erlangte Belgien mit seinen über 1000 verschiedenen Biersorten. Aber es sei Vorsicht geboten, belgische Biere sind nämlich nichts für schwache Trinker. Die richtig leckeren Sorten beginnen bei einem Alkoholgehalt von mindestens sieben Prozent aufwärts. Da in Belgien das Reinheitsgebot in der Bierbrauerei nicht so viel Bedeutung hat wie in deutschsprachigen Ländern, ist eine so große Anzahl an unterschiedlichen Biersorten überhaupt erst möglich. Begonnen bei fruchtigen Bieren, die nach Kaktus, Passionsfrucht oder Kirsche schmecken, über süße Sorten mit Schokolade- oder Honiggeschmack bis hin zu Starkbieren mit einem Gehalt von über zehn Prozent ist für jeden Gaumen das Richtige dabei.

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Neben der Vielzahl an diversen alkoholischen Getränken hat auch das Studentenleben so richtig was zu bieten und ist das komplette Gegenteil zum seriösen und steifen Image, das der Stadt auferlegt wurde. In sogenannten Cercles, das sind organisierte Studentenvereinigungen, finden sich Studierende der jeweiligen Fakultäten zusammen, um über jedes Maß hinweg zu trinken und zu feiern. Höhepunkt eines jeden Treffens sind Partys mit dem Namen TD, die in dunklen Kellern stattfinden. Hier sind Gummistiefel und alte Kleidung Standard. Das Prinzip ist recht einfach: Man tanzt und trinkt sein Bier bis auf ein paar wenige Schlucke leer und schüttet dann den Rest über die Schulter in den Raum. Ein wahres Must-do, wenn man zur Brüsseler Studentenszene gehören möchte. Ansonsten kann man sich bei den berüchtigten Taufen, die jedes Jahr für zukünftige Mitglieder der Studentenvereinigungen abgehalten werden, unter Beweis stellen. Dabei gilt es eine Reihe an verrückten und teilweise unglaublich ekligen Aufgaben zu erledigen. Diese Taufen haben einen langen traditionsbehafteten Wert unter Studierenden, aber auch Horrorgeschichten über so manche gefährlichen Aufgaben machen dabei die Runde. Doch keine Sorge, es liegt im eigenen Ermessen an diesen Traditionen teilzunehmen. Zudem gibt es ja genügend Alternativen, einen gemütlichen Abend mit den sehr geselligen Belgiern zu verbringen – ein Besuch in dieser vielfältigen Stadt lohnt sich also in jeder Hinsicht!

Fotos: Melanie Hirsch

 

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