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Welthunger und was Ziegen dagegen tun können

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Im Jahr 2000 schienen 15 Jahre eine lange Zeit, um die damals festgelegten Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals) zu erreichen. Eines dieser Ziele war es, zwischen 1990 und 2014 den Anteil der Menschen zu halbieren, die Hunger leiden. Jetzt schreiben wir das Jahr 2015, aber wie sieht es mit dem weltweiten Hungerproblem aus?

Der Welthunger-Index von 2014

Der Welthunger-Index (Global Hunger Index) wird aus dem Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung, dem Anteil untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren und dem Anteil von verstorbenen Kindern unter fünf Jahren berechnet. Der zuletzt berechnete Welthunger-Index-Gesamtwert aus dem Jahr 2014 liegt bei 12,5. Im Vergleich dazu lag er 2013 noch bei 13,8. Zwischen 1990 und 2014 sank der Welthunger-Index immerhin um 39%, wobei der Anteil untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren am stärksten reduziert werden konnte. Trotzdem wird dieser Wert immer noch als ernst eingestuft. Diese Ansicht lässt sich besonders gut nachvollziehen wenn man bedenkt, dass sich hinter diesen Werten 805 Millionen hungernde Menschen verbergen.

Vorsicht: Gesamtwert!

Bei dem WHI-Wert von 12,5 handelt es sich außerdem um den Gesamtwert der 120 Länder, in denen es für notwendig befunden wurde den WHI-Wert zu berechnen. Ost- und Südostasien schafften ihren WHI-Wert auf 7,6 zu senken und die dortigen Länder gehören großteils zu den Gewinnern im Kampf gegen den Hunger. Bei anderen Ländern sieht es nicht so rosig aus. In Burundi zum Beispiel, wo die Hungersituation als gravierend eingestuft wird, liegt der WHI-Wert bei 35,6. Insgesamt gibt es sogar 16 Länder, in denen die Situation von sehr ernst bis gravierend eingestuft wird.

Unterernährung ist nicht das einzige Problem

Die Zahl der an Hunger leidenden Menschen ist mit 805 Millionen erschreckend hoch. Noch bedenklicher als diese Anzahl an Menschen, die von einer unzureichenden Kalorienzufuhr (Unterernährung) betroffen sind, ist die Zahl derer, die einen Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien aufweisen. Über zwei Milliarden Menschen leiden unter dem sogenannten verborgenen Hunger. Aus dieser Mangelernährung resultieren Krankheiten, verminderte Leistungsfähigkeit, beeinträchtige körperliche und kognitive Entwicklung und verminderte Lebenserwartung. Diese unschönen Begleiterscheinungen nehmen den Betroffenen die Möglichkeit, sich aus dem Teufelskreis von Hunger, Produktionsverlust, Armut und vermindertem wirtschaftlichem Wachstum zu befreien.

 

Lösungsansätze

Die einfachste Möglichkeit einer Mangelernährung entgegenzuwirken ist eine gesteigerte Ernährungsvielfalt. Das ist aber nicht jedem möglich. Deshalb werden kommerzielle Lebensmittel mit Spuren von Mikronährstoffen angereichert, wie zum Beispiel jodiertes Salz. Eine andere Strategie, ist die der Biofortifizierung. Hierbei werden mit konventionellen (Zucht) oder transgenen Methoden Nahrungspflanzen mit einem höheren Vitamin- und Mineralienanteil herangezüchtet. Wenn die nötige Vitamin- und Mineralienzufuhr mittels Ernährung nicht gewährleistet werden kann, wird zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen. Durch die Supplementierung mit Vitamin A zum Beispiel kann kosteneffizient die Überlebensrate von Kindern verbessert werden, die mit verborgenem Hunger zu kämpfen haben.

Hilfe für Burundi und Äthiopien

Ein Projekt der Caritas hilft Frauen in Burundi sich und ihre Familien aus der Armut zu befreien. Nachdem die Frauen darin ausgebildet wurden, wie eine Ziege zu halten ist, können sie im Fall einer Spende von nur 30€ eine Ziege erhalten. Mit dem Geld, das sie beim Verkauf eines selbst gezüchteten Zickleins erhalten, können sie anfallende Arztkosten decken und den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen. Außerdem lässt sich Dung der Tiere für die Landwirtschaft verwenden und das jeweils erste weiblich Zicklein, wird kostenfrei an eine andere Familie weitergegeben.
Auch in Äthiopien,  mit einem WHI-Wert von 24,4, ist die Lage mehr als ernst. Hier sind es nicht die Ziegen, die den Menschen dort das Leben erleichtern. Esel ersparen dort den Frauen das Lastentragen, sodass sie nicht nur mehr Feuerholz und Wasser holen können, sondern auch in kürzerer Zeit. Die übrige Zeit können sie dann in die Feldarbeit investieren. So können gerademal 45€ dazu beitragen einer Frau, ihrer Familie oder sogar ihrem Dorf das Leben zu erleichtern. (mehr dazu unter: shop.caritas.at/tiere )

 

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