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Weihnachten im Gelobten Land – am 24.12. in Bethlehem

Weltweit hören ChristInnen am 24. Dezember die Geschichte, was laut Bibel in Bethlehem geschah. Überall erzählen Menschen in Kirchen von der Herbergssuche und der Geburt Jesu und reisen in Gedanken nach Bethlehem. Auch in Bethlehem selbst feiern Menschen aus der ganzen Welt zusammen Weihnachten. Doch was erwartet die Menschen da? Ein kleiner Einblick.

Wo liegt Bethlehem?

Jährlich reisen TouristInnen aus der ganzen Welt nach Israel, um auf den Spuren Jesu Jerusalem und viele weitere Städte zu erkunden. Ein besonderes Ziel ist Bethlehem, welches im Westjordanland liegt. Dieses liegt östlich von Israel und westlich von Jordanien. Im Sechstagekrieg 1967 wurde unter Anderem die Westbank erobert und wird seitdem von Israel besetzt. Die Stadt Bethlehem liegt innerhalb des palästinensischen Autonomiegebietes. Dieses existiert seit dem Gaza-Jericho-Abkommen 1994, welches in Kairo von Jitzchak Rabin für Israel und Jassir Arafat unterschrieben wurde. Dieses Abkommen entstand in Folge der Prinzipienerklärung über eine vorübergehende Selbstverwaltung, die 1993 im Zuge des Oslo-Friedensprozesses unterschrieben worden war. Im zweiten Vertrag von Oslo 1995, dem Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen, wurde das Westjordanland in verschiedene Gebiete aufgeteilt. Ungefähr 18 Prozent der Westbank wurde in die Area A eingeteilt, welche einer palästinensischen Zivil- und Sicherheitsverwaltung untersteht. Area B hat eine palästinensischer Zivilverwaltung und eine geteilte israelisch-palästinensischer Sicherheitsverwaltung. Etwa 60 Prozent des Gebietes wurde in die Area C eingeteilt, ein Gebiet welches zivilrechtlich und auch in Sicherheitsbelangen von Israel kontrolliert wird. Bethlehem liegt in Area A.

Auf dem Weg

Bethlehem liegt etwa 10 Kilometer östlich von Jerusalem. Eigentlich keine große Entfernung, weshalb sich auch viele PilgerInnen am 24. Dezember dazu entschließen, den Weg bis zur Geburtskirche zu Fuß zu laufen, was etwa zwei Stunden dauert. Wem das zu weit ist, kann allerdings auch bis zum Checkpoint mit dem Bus fahren und unterwegs die bekannten Graffitis auf der Mauer bewundern oder mit dem Bus bis ganz in die Stadt fahren.

Angekommen in Bethlehem

In Bethlehem selbst ist um die Weihnachtszeit alles mit Lichterketten geschmückt und weihnachtlich dekoriert. Souvenirs, Weihnachtsleckereien und Weihnachts-Kitsch kann an jeder Ecke erworben werden. Eine Krippe ist vor der Geburtskirche aufgebaut und eine große Lichtinstallation über dem gesamten Platz leuchtet in vielen verschiedenen Farben. Trotz der Tatsache, dass aktuell keine TouristInnen in das Land einreisen können, finden doch einige Menschen am heiligen Abend den Weg nach Bethlehem – wenn auch bei weitem nicht so viele wie sonst.

Um Mitternacht findet ein katholischer Gottesdienst in der Katharinenkirche statt. Diese befindet sich unmittelbar nördlich der Geburtskirche. Zutritt zum Gottesdienst hat nur, wer sich rechtzeitig am Christian Information Center in Jerusalem Tickets reserviert hat. Diese sind kostenlos, aber nur begrenzt verfügbar. Zum Gottesdienst selbst erscheinen dann neben vielen PilgerInnen auch DiplomatInnen, unter anderem aus Europa. Dieses Jahr nahm auch der Ministerpräsident des palästinensischen Autonomiegebiets, Mohammed Schtajjeh, an der Messe teil.

In den frühen Morgenstunden

Wer in dieser Nacht länger in der Katharinenkirche und in der Grabeskirche verweilt, bekommt aber weitaus mehr Gottesdienste in verschiedenen Sprachen und verschiedenen Religionen mit. So betet die syrisch-orthodoxe Kirche in derselben Nacht in der Geburtskirche. Parallel warten Menschen in einer langen Schlange, um Zugang zur Geburtsgrotte zu bekommen, welche sich in der Geburtskirche befindet. Ruhe kehrt in dieser Nacht nicht ein. So erklingen noch in den frühen Morgenstunden indische Gesänge aus der Katharinenkirche. Doch diese beten nicht als einzige schon in den frühen Morgenstunden. Beim Verlassen der Kirche hört man auch schon der Muezzin, der ebenfalls zum Gebet ruft.