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Oneironauten – Tagträumer oder Selbstoptimierung?

Während der Koalabär 22 Stunden, die Hauskatze zwischen zwölf und 16 Stunden schläft, kommt der Mensch lediglich auf ein Drittel seines Lebens. In der heutigen modernen und schnell-lebigen Welt erscheint dies für einige von uns jedoch zu viel zu sein.

Exotische Schlafmuster

Um leistungsfähiger, kreativer oder ausgeruhter zu sein, entscheiden sich einige unter uns für ausgefallene Schlafmuster. Das klassische „monophasische Schlafmuster“ ist wohl bei den meisten von uns die Regel: Acht Stunden schlafen, gefolgt von 16 Stunden Wachzustand. Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci oder Napoleon Bonaparte waren da schon etwas Experimentierfreudiger. Sie praktizierten das sogenannte „biphasische Schlafmuster“. Hierbei schläft der*diejenige in der Nacht 4 Stunden und 30 Minuten und zur Mittagszeit weitere 90 Minuten. Während diese Methode sich noch als relativ alltagsnah erweist, wird es bei der „Intervall-Methode“ etwas schwieriger. Cristiano Ronaldo ist einer jener Anhänger. Praktizierende schlafen hierbei fünfmal täglich für jeweils 90 Minuten. Obwohl die wissenschaftliche Faktenlage in diesem Gebiet noch etwas dürftig ist, schwören einige Nutzer*innen darauf.

Luzides Träumen

Der Optimierungsgedanke hat also nun auch unseren Schlaf erreicht. Doch während die einen noch mit der Schlafdauer spielen, sind andere schon in ihre eigenen Träume vorgedrungen. Oneironauten nennen sich jene Menschen, die ihre Träume bewusst steuern können. Diese Methode nennt sich luzides Träumen oder auch der Klartraum. Menschen, die sich diese Technik antrainiert haben, merken, während sie träumen, dass sie träumen (eine kurze Einführung folgt am Ende dieses Artikels). Dies ermöglicht ihnen unendliche Freiheiten: Über die eigene Stadt fliegen, jeden Ort zu bereisen, tauchen so lange der*die Träumende will oder auch Tricks beim Skifahren zu meistern, die bis dahin noch in weiter Ferne sind. Genau diese letzte Fähigkeit machen sich manche Sportler*innen zunutze. Während Sportler*Innen Ausdauer und Kraft im echten Leben trainieren müssen, können sie im Traum verschiedene Abläufe verinnerlichen und damit besser werden. Die einen träumen also zum Spaß luzid, andere sehen die Möglichkeit, im Schlaf weiter zu lernen. Oneironauten schwören im Übrigen darauf, egal zu welchem Zweck sie Klarträumen, dass ihre Nacht dabei viel erholsamer ist. 

Zu welchem Zweck Oneironauten auch immer den Klartraum nutzen wollen, Fakt ist jede*R kann es lernen, deshalb folgt nun eine kurze Einführung:

1.Traumtagebuch

Der erste Schritt muss wohl sein, sich an seine Träume erinnern zu können. Auch wenn wir oft am Morgen aufwachen und meinen wir hätten eine traumlose Nacht erlebt, haben wir Geträumtes jedoch schon wieder vergessen. Mit einem Traumtagebuch solltest du jeden Morgen alles verschriftlichen, was du in der Nacht geträumt hast. Damit trainierst du dein Gehirn, sich besser an Träume zu erinnern. 

2.Reality-Checks

Wenn du dich nun an die meisten deiner Träume erinnern kannst. Solltest du als Nächstes „Reality-Checks“ in deinen Alltag einbauen. Verschiedene solcher „Reality-Checks“ funktionieren nur im Traum, wie z.B. das Abzählen deiner Finger, auf die Uhr zu sehen oder einfach loszufliegen. Solltest du plötzlich die Uhrzeit nicht mehr lesen können, einen Lichtschalter nicht ausschalten, oder sechs Finger pro Hand besitzen kannst du dir sicher sein, dass du träumst. Das Ziel dieser Übung ist es, dass diese „Reality-Checks“ ein fester Bestandteil deines Alltags werden, damit du diese auch im Traum ausführen kannst und bemerkst, dass du träumst. 

Abschließend zu dieser Thematik möchte ich noch den Film Waking Life (2001) empfehlen, dieser zeigt nochmal diverse Techniken auf und motiviert angehende Oneironauten.

Illustrationen: Sabrina Dorner