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Globale Konsequenzen eines nuklearen Schlagabtauschs – am Beispiel Indien vs. Pakistan

Spätestens nach den Geschehnissen von Hiroshima und Nagasaki kennen wir sie alle – die Atombombe. Vor mehr als 76 Jahren wurden diese verheerenden Waffen namens „Little Boy“ und „Fat Man“ über den japanischen Metropolen abgeworfen. Dieser „Little Boy“, welcher 580 Meter über Hiroshima detonierte, um dadurch seine höchste Zerstörungskraft etablieren zu können, tötete unmittelbar bei seiner Explosion zwischen 70.000 – 80.000 Menschen. In diesen Schätzungen sind jedoch noch keine Menschen, die an Langzeitfolgen oder der Strahlenkrankheit gestorben sind, inkludiert. Welche globalen Folgen würde es heutzutage haben, wenn wir dieses Szenario in die heutige Zeit auf Indien und Pakistan übertragen?

 

Aktueller Stand von Nuklearwaffen: Indien und Pakistan

Den aktuellen Berichten zufolge verfügt Pakistan derzeit (Stand 2021) über 165 nukleare Sprengköpfe und Indien (Stand: 2020) über 150 dieser „nuclear warheads“. Trotz dieser auf den ersten Anblick klein erscheinenden Zahlen, sind diese zwei Staaten heute möglicherweise die besorgniserregendsten Gegner, die zu einem regionalen nuklearen Konflikt fähig sind.

 

Die Rauch- und Staubwolke nach einer Kernwaffenexplosion, welche auch „Pikzwolke“ oder „Atompilz“ genannt wird. ©pixabay.com

Ein nuklearer Schlagabtausch zwischen Indien und Pakistan – das Modell

Aufgrund dieses Konfliktpotenzials wurde von diversen Wissenschaftler*innen anhand von Computermodellen ein Szenario modelliert, welches die überregionalen Konsequenzen eines nuklearen Schlagabtausches zwischen Indien und Pakistan zur Schau stellt. Anhand diverser Modelle wollten Expert*innen auf diesem Gebiet der Frage auf den Grund gehen, was passieren würde, oder exakter gesagt, welche globalen Konsequenzen entstehen würden, wenn jeweils 50 Atombomben, welche gleich groß wären wie jene in Hiroshima (also 64 kg Uran mit einem Anteil von 80 % hochangereichertem Uran) über den Zielen mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Pakistan und Indien abgeworfen werden würden. Die Ergebnisse des Modells lassen uns Staunen. Im negativen Sinne aber, denn die globalen Konsequenzen dieses Szenarios sind sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt nicht nur erheblich sondern gravierend.

 

Auswirkungen der Druckwelle bei der Detonation – eine Karikatur ©pixabay.com

Globale Konsequenzen – die Fakten

Unmittelbar nach der Detonation und ihrer erzeugten Druckwelle wären schätzungsweise schon 20 Millionen Menschen an den Folgen des Einsatzes gestorben. Dies liegt auch insbesondere daran, weil es hier zu großflächigen Feuerstürmen kommen würde, da es in den bombardierten Ballungszentren mehr brennbares Material gibt als beispielsweise in einer Wüste. Zudem würden hier auch Menschen aufgrund der radioaktiven Strahlung an der sogenannten „Strahlenkrankheit“ oder an anderen verhängnisvollen Krankheiten wie Leukämie sterben. Durch die Detonation und die darauffolgenden Feuerstürme dieser 100 Sprengköpfe würden ca. fünf Teragramm an Rauch und unzählige Trümmerteilen erzeugt werden, welche sich im Laufe der Zeit global ausdehnen würden. Innerhalb von zwei Tagen würde der Rauch in die Troposphäre aufsteigen. Durch das Sonnenlicht würden die winzigen Partikel des Rauches erhitzt werden. Daraufhin würden sie in die Stratosphäre aufsteigen, wo es nie zu Niederschlägen kommt, so dass diese Partikel etwa 10 Jahre brauchen würden, um sich vollständig auf der Erdoberfläche abzusetzen. Der Ruß der Detonation würde sich innerhalb von neun Tagen global ausbreiten. Nach 49 Tagen würden die Partikel die bewohnte Erde bedecken und so viel Sonnenlicht blockieren, dass der Himmel immer und überall bedeckt wäre. Doch was bedeutet das nun für die Umwelt und den Menschen an sich?

 

Globale Konsequenzen für den Menschen und die Umwelt

Durch die Blockierung des Sonnenlichts käme es auf globaler Ebene zu einem dramatischen Temperaturabfall und zu weniger Niederschlägen, weil geringere Temperaturen zu weniger Verdunstung führen würden. Die Folge dieser klimatischen Bedingungen wären enorme Ernteausfälle, die wiederum dramatische Hungersnöte und zunehmende Migrationsbewegungen zur Auswirkung hätten. Außerdem käme es zu einer Schwächung der Ozonschicht, welche etwa 15 bis 35 Kilometer hoch in der Stratosphäre liegt. Diese Schwächung würde wiederum, wie bereits bekannt, das Hautkrebsrisiko erhöhen und sowohl Veränderungen bei der Vegetation als auch bei den Tieren hervorrufen.

 

Trotz des geringen Abstands von 140 m vom Ground-Zero-Bereich der Atombombe blieben viele Gebäudestrukturen des Friedensdenkmals in Hiroshima erhalten. Heute dient es als Gedenkstätte für den ersten kriegerischen Einsatz einer Atombombe. ©pixabay.com

Die Quintessenz des Ganzen

Gäbe es einen nuklearen Schlagabtausch zwischen den USA und Russland in Form eines nuklearen Krieges, so würde dies das Ende der Zivilisation bedeuten. Wenn du mehr über dieses Szenario herausfinden möchtest, dann schau dir wissenschaftliche Arbeiten über den „nuklearen Winter“ an.

Und selbst ein begrenzter Einsatz von Nuklearwaffen oder eine Detonation einer Nuklearwaffe in einer von uns aus gesehen weit entfernten Region hat dramatische Konsequenzen auf globaler Ebene und auf unser Leben. Würde dieses Szenario von Indien und Pakistan eintreten, würde sich auch unser Leben völlig verändern. Aus diesen zuvor genannten Gründen und globalen Effekten sollte der Einsatz von solchen „weapons of mass destruction“ zu jederzeit kritisch überdacht und hinterfragt werden.

alle Bilder inklusive das Beitragsbild sind von ©pixabay.com

 

Eine waschechte Südtirolerin, die in Innsbruck studiert und liebend gern in den Bergen unterwegs ist, ganz nach dem Motto: Du bist nicht du, wenn dir die Bergluft fehlt!