Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Perfektionismus in sozialen Medien: Ist ein Wandel in Sicht?

HandyInstagram

Laut der Internetseite Statista gibt es weltweit 1,22 Milliarden aktive Instagram-Nutzer*innen. Monatlich sind das also 1.000 Millionen und täglich 500 Millionen aktive Nutzer*innen. Im Jahre 2020 waren die meisten aktiven Nutzer*innen zwischen 25 und 34 Jahre alt, davon 166,6 Millionen Männer und 158,6 Millionen Frauen. An diesen Zahlen kann abgelesen werden, wie stark Instagram als soziales Netzwerk verbreitet ist und welchen Einfluss diese soziale Plattform damit auf junge Menschen hat. 

 

Unser Leben spielt sich fast nur noch online ab und das hat großen Einfluss, vor allem auf jüngere Generationen, auf ihre Wahrnehmung, ihre Gefühle und ihre sozialen Interaktionen. Sehr oft findet man daher Artikel, die über die negativen Auswirkungen von sozialen Medien auf unsere mentale Gesundheit informieren. Aber selten wird über die Auswirkung von Instagram und anderen sozialen Medien, wie Facebook usw. auf unsere Wahrnehmung von Perfektion gesprochen, besonders im Hinblick auf Schönheitsideale, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden und die nicht der Realität entsprechen. Da Instagram vor allem junge Nutzer*innen anspricht sollte ein besonderes Augenmerk auf diesen Aspekt gelegt werden. Welchen Einfluss hat Instagram auf unsere Realität?

 

 

Frau mit Blume

Jeder kennt es: Wenn die Instagram-App geöffnet wird, werden uns zugleich Vorschläge, die auf vorherigen Suchoptionen basieren oder Bilder und Videos von berühmten Persönlichkeiten, denen wir folgen, angezeigt. Meist denken wir uns nichts dabei, wenn wir deren Profile öffnen; wir schauen uns den vorgeschlagenen Content einfach an. Wir bemerken dabei aber nicht, dass damit in unserem Unterbewusstsein etwas passiert. Wir sehen perfekte Körper, perfekte Beziehungen, wunderschöne Häuser und Orte. Und ich bin mir sicher, dass viele sich dabei fragen: Wieso kann mein Leben nicht auch so perfekt sein? Wieso kann ich nicht auch ständig im Urlaub sein? Wieso bin ich nicht auch so dünn und makellos?

 

 

Die Antwort lautet: Weil das nicht der Realität entspricht! Leider sehen wir auf Instagram eine Scheinwelt, eine pure Utopie (oder vielleicht eher eine Dystopie?). Deshalb finde ich die Aktion mit den Namen „Posed vs. Relaxed“, die auf Instagram von einigen sogenannten „Influencer*innen“ verbreitet worden ist, auch toll. Kein Körper ist perfekt. Natürlich scheinen alle Bilder mit dem passenden Licht und der perfekten Pose makellos, aber muss das wirklich so sein? Nein! Im Zuge dieser Aktion werden Vorher-Nachher-Bilder gepostet, in dem reale Körper dem verfälschten und manipuliertem Bild gegenübergestellt werden. Instagram-User*innen sehen dadurch, dass nicht jeder Körper dem krankhaften Schönheitsideal entspricht und durchtrainiert ist, dass es normal ist, Makel, Falten und Cellulite zu haben. Denn wir sind nicht perfekt. Und genau das ist das Ziel dieser Aktion, nämlich die wahre, unperfekte Realität abzubilden, damit der Trend der Perfektion auf Instagram endlich ein Ende nimmt.  Es ist so wichtig, dass sich jede*r im eigenen Körper wohlfühlt und sich genau so akzeptiert wie er*sie ist und versteht, dass die Welt auf Instagram eine Lüge ist: niemand ist ständig glücklich, niemand ist ständig im Urlaub.

 

Stattdessen sollte diese soziale Plattform verwendet werden, um wichtige(re) Themen anzusprechen, um jungen Menschen Informationen zu vermitteln und ihr Interesse zu wecken. Ich denke, dass Instagram toxisch ist und jede*r User*in sich dessen bewusst sein soll. Ich spreche mich nicht gegen soziale Medien allgemein aus, ich verwende Instagram und Facebook selbst und folge vielen öffentlichen Persönlichkeiten, jedoch habe ich für mich selbst gelernt, dass es an manchen Tagen besser ist, die App nicht zu öffnen und mich mehr auf mich selbst zu konzentrieren.

 

 

Frau

 

Fotos:  ©Pexels