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Leb‘ mein Leben, ich schuld‘ es mir selbst – Interview mit Levi429

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Musiker Johann Caspar Zahlmann sitzt ganz leger vor mir, die Kaffeetasse in der Hand, und erzählt mir davon, wie er dieses Jahr nach langjähriger Wunschvorstellung seine ersten vier Singles auf Spotify und SoundCloud veröffentlicht hat. Am 13. November folgt seine erste EP „Raw Vibes Vol. 1“ mit 5 Songs. Der seit 5 Jahren in Innsbruck lebende Musikstudent berichtet von seinen musikalischen Inspirationen und zukünftigen Plänen und wie eine Buslinie Teil seines Künstlernamens geworden ist.

Die Zeitlos: Wer ist Levi429? Wie ist er entstanden?

Levi429: Ich gab mir immer schon den Namen Levi, seit ich Musik veröffentliche. Eigentlich kommt der Name daher, dass mich meine Eltern ursprünglich Levi nennen wollten. Irgendwann haben sie mir davon erzählt und ich dachte sofort, das wird einmal mein Künstlername. Anfangs habe ich mich bloß Levi genannt, irgendwann dann auch L3V1. Und das 429 kam dazu, um meinem Künstlernamen einen persönlichen Touch zu verleihen. 429 ist nämlich eine Buslinie in meiner Heimatstadt, die an meinem Haus vorbeiführt. In meinem Freundeskreis pflegten wir oft zu sagen, „In 429 passieren immer verrückte Geschichten“. So ist der Name jedenfalls entstanden.

Die Zeitlos: Wann bist du als Künstler entstanden? Wann hat es diesen Moment gegeben, an dem du gewusst hast, du gehst in die musikalische Richtung und benennst dich auch als Künstler Levi429?

Levi429: Das ist eine gute Frage, Musik an sich mache ich seit ungefähr 10 Jahren, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Angefangen hat es damit, dass ich zuerst Beats gemacht habe. Mit 15 habe ich sogar zum ersten Mal was veröffentlicht und da habe ich mich auch das erste Mal Levi genannt. Im Grunde gab es diesen einen Moment nicht, ab welchem ich mich als Künstler bezeichnet habe, es ist allmählich so entstanden. Ich habe einfach kontinuierlich Musik gemacht und irgendwann war bereits so viel Content da, dass ich mir dachte: „Das muss jetzt veröffentlicht werden.“. Ich habe die Musik auch meinen Freunden gezeigt und habe von ihnen viel Feedback und Support erhalten. Ich wurde auch öfters gefragt, wo man die Musik denn hören kann und habe daraufhin angefangen die Songs auf SoundCloud und YouTube hoch zu laden.
Aber eigentlich ist die richtige Levi429-Sache erst dieses Jahr entstanden. Auch dass ich die Musik auf allen Plattformen veröffentlichte. Ich hatte es seit Jahren schon vor. Dieses Jahr im Frühling hat sich dann aber endlich die Zeit ergeben.

Die Zeitlos: Musik begleitet dich also schon seit Langem und nun hast du vor als Levi429 durchzustarten und deine Musik mehr zu promoten?

Levi429: Es hat schließlich auch mit anderen Faktoren zu tun, also ich war nie so wirklich zufrieden mit mir oder habe mich nie so selbstbewusst gefühlt mit meiner Musik. Erst seit diesem Jahr bin ich an dem Punkt, wo ich sage, da stehe ich zu 100% dahinter und es ist mir vollkommen egal, was andere davon halten.

Die Zeitlos: Das klingt ja richtig schön. Ich habe mich auch reingehört in deine Lieder und die Songs drehen sich nach meinem Gefühl um Themen wie, das Leben spüren und genießen, Freiheit und Liebe. Schreibst du deine Texte selbst?

Levi429: Ja genau.

Die Zeitlos: Und du produzierst deine Musik auch selbst?

Levi429: Das stimmt, die produziere ich selbst. Bei meinen 4 ersten Songs, die ich über diesen Sommer auf Spotify veröffentlicht habe, habe ich mit anderen Produzenten zusammengearbeitet und lediglich Melodie und Text geschrieben. Ich wollte im Grunde einen ersten Startpunkt finden und wollte mir keinen Stress machen, alles selbst zu machen. Meine Intention war es, erst einmal zu sehen, wie meine Songs überhaupt ankommen. Bei der kommenden EP ist alles selbst gemacht. Also die Texte, die Musik und der Gesang. Ich arbeite aber mit zwei Toningenieuren zusammen, die dann am Ende den Feinschliff machen.

Zur Information: EP steht für Extended Play und ist ein Tonträger der zu viele Lieder enthält um eine Single zu sein, jedoch auch unter den Grenzwert ist für ein Album. Sozusagen eine kleinere Version eines Albums.

Die Zeitlos: Was willst du bei deinen Zuhörern mit deiner Musik auslösen? Produzierst du deine Lieder um einen bestimmten Impact zu erzielen?

Levi429: Das ist auch eine gute Frage, aber für mich war die Motivation beim Musik machen immer der Gedanke, wie schön es denn wäre, genau die Musik zu machen, die mir selbst fehlt. Jahrelang hat das nicht wirklich funktioniert, da ich noch nicht an den Punkt gelangt war, an dem ich mir die Musik selbst gerne anhöre. Aber jetzt sind die Songs genauso, wie jene Musik, die ich mir selbst gerne anhöre. Ehrlich gesagt mache ich mir keine wirklichen Gedanken, was meine Musik in anderen Leuten auslöst. Ich produziere meine Lieder, so wie ich es in diesen Moment fühle. Im Nachhinein bin ich jedoch sehr interessiert, wie meine Zuhörer diese dann aufnehmen.  

Die Zeitlos: Das ist auf jeden Fall ein sehr selbstbewusster Ansatz. Wie würdest du den Stil deiner Musik beschreiben?

Levi429: Wenn Leute mich fragen, was ich für eine Art von Musik mache, dann antworte ich immer, dass sie in die Richtung von Pop Rap geht. Es ist aber schwierig, meine Musik in ein bestimmtes Genre einzugliedern. Was mir besonders gefällt ist, dass meine Songs meine HipHop-Einflüsse mit meinem Faible für catchy Pop-Melodien vereinen. Der Mix davon macht es für mich aus.

Die Zeitlos: Hast du eine musikalische Inspiration?

Levi429: Meistens hat man ja so Jugendfiguren, die man auf und ab hört, wodurch doch Einiges hängen bleibt und einen selbst prägen kann. Das waren bei mir sicherlich ganz stark Casper, MoTrip und Maeckes. Ich habe in meiner Jugend viel HipHop gehört und das hat mich auf jeden Fall stark beeinflusst.

Die Zeitlos: Hat dich Innsbruck auch auf gewisse Art und Weise inspiriert?

Levi429: Nicht auf eine musikalische Art und Weise, auf einer anderen Ebene auf jeden Fall. Dieser Vibe in meinen Liedern, wie „das Leben genießen“ und „ich mache was mich glücklich macht“, kommt aber auf jeden Fall von den bisher 5 Jahren, die ich hier in Innsbruck lebe. Dieses Lebensgefühl ist für mich hier in Innsbruck ganz stark vorhanden. Auch, dass man einfach weitermacht und seine Passion verfolgt.

Die Zeitlos: Ja das spiegelt sich in deinen Liedern wirklich wider. Hast du bereits Pläne für deinen weiteren musikalischen Weg?

Levi429: Auf jeden Fall weitermachen, das ist mein derzeitig wichtigster Plan. Ich bin aber bereits am Arbeiten an einer zweiten EP. Das wird dann Anfang nächsten Jahres entstehen. Danach will ich eigentlich auch noch eine dritte EP machen, denn diese EPs sollen dann eben eine Trilogie darstellen.

Die Zeitlos: Hört sich sehr produktiv an! Kannst du uns zum Abschluss eine Lieblings-Quote aus deinen Liedern mitgeben?

Levi429: Meine Lieblingszeile aus meinen Songs ist eindeutig: „Leb‘ mein Leben, ich schuld‘ es mir selbst“.

Johann Caspar Zahlmann aus Bad Oeyenhausen in NRW studiert seit 2017 Musikwissenschaft in Innsbruck und veröffentlicht am 13.11.2020 seine erste EP „Raw Vibes Vol. 1“ mit 5 Songs. Reinhören könnt ihr auf seinem Spotify-Account in seine bereits veröffentlichten Singles.

Bilder:

Titelbild: Johann Caspar Zahlmann
Bild 1: Luisa Mann
Bild 2: Luisa Mann
Bild 3: Johann Caspar Zahlmann

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