Mit gutem Gewissen in den Frühling

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Eigentlich sind wir uns der menschenunwürdigen Bedingungen, die in vielen Textilfabriken herrschen, bewusst. Doch beim Shoppen rücken sie in den Hintergrund: Viel wichtiger sind Design, Farbe und Preis. Und selbst wem bewusster Konsum wichtig ist, fair produzierte und gehandelte Kleidung zu finden, ist gar nicht so einfach. Wir haben ein wenig nachgeforscht und entdeckten schließlich doch noch fair hergestellte Frühlingsmode.

 

Clean Clothes Campaign

Berichte und Untersuchungen in oftmals asiatischen und osteuropäischen Textilfabriken sind erschütternd: Unter desastösen Arbeitsbedingungen arbeiten NäherInnen, darunter auch Kinder, zu niedrigsten Löhnen teils bis zu 15 Stunden, sieben Tage die Woche. Die Kampagne für Saubere Kleidung, oder auch Clean Clothes Campaign, möchte dies ändern. Um eine bewusste Konsumentscheidung zu ermöglichen, veröffentlicht sie Listen zur Beurteilung der einzelnen Labels. Doch keine der betrachteten Marken kann wirklich überzeugen. Bezogen auf die Zahlung existenzsichernder Löhne fielen Modekonzerne wie Espirt und Mango durch. C&A, Gap, Only, Nike, und Next handelten „nachlässig“. Wenigstens in die Wege geleitete Schritte wiesen die Unternehmen Tchibo oder Marks & Spencer nach. Unter den Schuhfabrikanten sind laut der Kampagne lediglich Adidas, El Naturalista und Eurosko „auf gutem Weg“ gewisse Sozial-, Transparenz- und Sicherheitsstandards in ihrer Lieferkette einzuhalten.

Arbeitsalltag in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch

 

Fair Wear

Informationen zu einzelnen Marken veröffentlicht auch die Fair Wear Stiftung. Ihr Ziel ist es, durch Kooperationen mit Unternehmen und regelmäßige Kontrollen vor Ort die Fertigungsbedingungen zu verbessern. Unter den teilnehmenden Labeln sind auffällig viele Outdoorbekleider, beispielsweise Deuter, Dynafit, Salewa und Mammut. Doch auch hier lohnt es sich genauer hinzusehen: Denn die Firmen sind auf dem Weg zu besseren Bedingungen unterschiedlich weit. Durch die Mitgliedschaft bei Fair Wear verpflichten sie sich lediglich Maßnahmen einzuleiten, müssen aber noch keine bestimmten Standards erfüllen.

Wo also mit gutem Gewissen einkaufen? In den meisten Einkaufszentren und Kaufhäusern wird es schwierig sein, Kleidungsstücke zu finden, die nachweislich aus Fabriken mit fairen und sicheren Arbeitsbedingungen stammen. Denn wirklich transparent agieren nur die wenigsten Hersteller.

 

Fair shoppen in Innsbruck

Zum Glück gibt es Alternativen. Auch in Innsbruck finden sich einige kleinere Läden, deren erklärtes Ziel es ist, faire Mode zu verkaufen.

Eine relativ große Auswahl bietet der World Fair Trade Shop nahe der Triumphpforte. Im ersten Stock findet sich Mode unter anderem von Armed Angels, Anukoo, LangerChen und FairyTale. Die Kleidungsstücke sind modern und schick; weder maßlos überteuert, noch öko-sackartig.World Fair Trade Shop

 

Auch einige Bioläden haben fair produzierte Kleidung im Sortiment, wie Christoph’s Bio-Store am Adolf-Pichler-Platz. Hier lohnt es sich, einfach mal kurz reinzugehen um den Ständer durchzuschauen.Christoph’s Bio-Store

 

Im Grüne Erde Laden nahe des Goldenen Dachls können sich Frauen von den Füßen bis zum Kopf fair einkleiden, eine Männerkollektion gibt es dort leider nicht. Die Schnitte sind eher konservativ, die Auswahl recht groß.Grüne Erde Laden

 

Auf der Suche nach Schuhen und Taschen ist Gea-Waldviertler in der Anichstraße eine gute Adresse. Das Angebot ist umfassend, sodass die Chancen groß sind ein passendes Modell zu finden.Gea-Waldviertler

 

Online

Zudem besteht die Möglichkeit sich online umzusehen. Einige Produzenten betreiben eigene Onlinestores. Andere vermarkten ihre Kollektion über Handelsplattformen, wie das Internet Start-up Avocadostore.

 

Bilder:  Textilfabrik: © CCK, Clean Clothes Kampagne;  alle anderen Bilder: Tabea Braun

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