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Eine Weltsprache für alle? Zwischen Wirklichkeit und Utopie

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Heutzutage scheint die internationale Verständingung immer einfacher zu werden. Mehr und mehr Menschen lernen Englisch. Als Weltsprache Nummer eins verspricht Englisch vielen den Zugang zu Informationen und Möglichkeiten aller Art. Doch trügt dieser freiheitliche Schein der Englischen Sprache häufig über daraus entstehenden Ungleichheiten hinweg. Eine wirklich neutrale und demokratische Weltsprache müsste anders aussehen. Eine Idee dafür liefert die Plansprache Esperanto.

English rules the world

Schätzungen zufolge sprechen ca. 1,5 Milliarden Menschen weltweit Englisch. Davon sind über 360 Millionen MuttersprachlerInnen und ca. 500 Millionen Menschen haben Englisch als ihre Zweitsprache erlernt.

Damit gilt Englisch als unhinterfragte Lingua franca der internationalen Wirtschaft und Diplomatie, der internationalen wissenschaftlichen Diskursen sowie des kulturellen Austausches. Auch das  Internet wird von der englischen Sprache dominiert, so ist mehr als jede zweite Webseite auf Englisch verfasst.

Wer daher Englisch heutzutage nicht beherrscht, steht immer öfter – auch in nicht-englischsprachigen Ländern – doof da. So wird zum Beispiel in immer mehr Studiengängen (im deutsch-sprachigen Raum) das Verstehen von englischer Fachliteratur vorausgesetzt. Andere Studiengänge werden von vorneherein nur noch auf Englisch angeboten und erfordern den Nachweis eines zertifizierten und erschreckend teueren Sprachentests.

Dieser sich immer weiter ausbreitende Sprachimperialismus begünstigt vorallem die, die mit Englisch als Muttersprache aufgewachsen sind oder das Glück hatten Englisch andersweitig lernen zu können.  Für alle anderen wird Englisch zum Manko.

„Esperanto“ als neutrale Weltsprache?

Weltsprachliche Neutralität – ja Demokratie – sollte eigentlich anders aussehen. Das dachte sich auch der Augenarzt Ludwik L. Zamenhof vor bereits 130 Jahren und erfand damals die, bis heute am weitesten verbreitete, Plansprache „Esperanto“. Sein Ziel war es eine möglichst für alle Menschen gleichermaßen leicht zu erlerneden Sprache zu erschaffen, losgelöst von globalen Machtstrukturen, die die internationale Verständigung und Gleichberechtigung fördern sollte. Um den Lernaufwand so gering wie möglich zu halten, existieren insgesamt nur 16 Grammatik-Regeln wobei auf unregelmäßige Wort- bzw. Verbbildungen komplett verzichtet wurde. Die Esperanto-Wörter entstammen größtenteils dem Latein und romanischen Sprachen, darüber hinaus gibt es aber auch viele Wörter mit germanischem, slawischem und griechischem Ursprung.

Diese Idee einer internationlen Brückensprache stieß schon früh auf großes Interesse, allerdings hatten viele nationale Esperanto-Gemeinschaften zu Zeiten politischer Unruhen immer wieder mit Verboten und schweren Rückschlägen zu kämpfen. Trotzalledem ist Esperanto eine lebendige Sprache geblieben: Mittlerweile wird die Zahl der Esperantisten auf 0,5 – 1 Millionen geschätzt außerdem sind ca. 1000 als MuttersprachlerInnen gemeldet. Außerdem kooperien international renomierte Organsiationen wie die UN mit dem Esperanto-Weltbund.

Damit bleibt der Name Esperanto, die Hoffnung, auch im 21.Jahrhundert Programm und ermutigt sich mit einer neutralen Kommunikationsweise über Grenzen hinweg auseinander zu setzen.

Das Esperantomusuem der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien sowie die verschiedenen österreichischen Esperanto-Vereine ermöglichen allen Interessierten Esperanto näher kennenzulernen. Eine kleine Kostprobe haben wir euch hier schon einmal zusammengestellt:

 

Fotos: Sina Herrmann

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