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EMBRACE: Lasst uns der Welt zeigen, dass wir alle schön sind.

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Was auf den ersten Blick wie die Werbekampagne für eine Anti-Aging-Creme klingt ist in Wirklichkeit ein neuer Film, welcher genau jenen „jünger, schöner, dünner, besser“- Wahn attakieren und dessen meist folgenschwere Auswirkungen für Frauen aus aller Welt offenlegen will. Die Zeitlos hat sich die Dokumentation angeschaut und ist nicht ganz unberührt aus der Sache wieder herausgekommen.

91% der Frauen Deutschlands sind mit ihrem Körper unzufrieden.
45% der Frauen mit Normalgewicht denken, sie seien zu dick.
Mehr als 40% aller 10-14 Jährigen machen regelmäßig Diät.
In Deutschland werden jährlich mehr als 1,8 Milliarden Euro für Diätmittel ausgegeben.
In den USA werden jährlich 4 Millionen Schönheits-OPs durchgeführt.

Der Film Embrace eroberte an nur einem Donnerstag zum ersten und letzten Mal die Kinos. Bereits im Voraus machte der Film Publicity, besonders durch Nora Tschirner, welche an der Produktion beteiligt war und durch ihre Interviews die Frauenwelt neugierig auf den etwas anderen Kinofilm machte. Schon im Trailer wird grob geschildert, dass das Thema Selbstliebe und die Einzigartigkeit des menschlichen Körpers im Vordergrund stehen.

Durch den Film geleitet wird die vorwiegend weibliche Zuschauerschaft von der mutigen Australierin Taryn Brumfit, welche ihren Weg  zur Selbstakzeptanz und der Liebe zu ihrem Körper mit der Welt teilt, um anderen verzweifelten Frauen Mut zu machen.

Brumfit stellte nach langer Unzufriedenheit mit ihrem Körper ein revolutionäres vorher-nachher Foto von sich online, welches sie vorher mit traumhafter Binkinifigur und nachher mit einem etwas weniger durchtrainierten Körper, gezeichnet vom Leben und drei Schwangerschaften, unbearbeitet darstellt. Das Faszinierende dabei ist, dass die Fotografin sich beim vorher Bild sehr unglücklich fühlt. Sie offenbart, dass der Weg zu dieser Figur sie viel zu viel Zeit, Energie und Lebensfreude gekostet hat, während sie beim nachher Foto beinahe vor Glück und Zufriedenheit platzt. Das Foto hat sich in den Social Media verbreitet wie ein Lauffeuer und ging um die Welt. Erst dadurch begriff Brumfit das Ausmaß, welches das einseitige und unrealistische Frauenbild, popularisiert durch die Medien, seit Jahrzehnten für Probleme und Selbstzweifel bei Frauen aus aller Welt schuf.

Sie beschloss, durch diesen Film in Zusammenarbeit mit vielen Frauen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Körperformen mehr Realität zu schaffen. Und Frauen dazu aufzufordern ihren Körper samt Fettpölsterchen, Narben, Dehnungsstreifen und vielen weiteren Makeln so anzunehmen und zu lieben wie er ist, ohne den Models, welche uns Tag ein, Tag aus, von den Werbeplakaten entgegenblicken, nachzueifern.

Eine wichtige Botschaft, welche Brumfit übermittelt, ist die Tatsache, dass „dick“ nicht gleich „ungesund“ und „dünn“ nicht gleich „gesund“ bedeutet. Viele dünne Frauen laufen einem Idealbild hinterher und verfallen dem Fitnesswahn oder erleiden Essstörungen, wodurch sie immer mehr dem Drang nach Perfektion verfallen und ein hohes Maß an Zufriedenheit und Lebensqualität verlieren.

Brumfit zeigt in ihrem Film viele verschiedene Frauen. Manche sind noch auf dem Weg zur Selbstliebe, andere bereits an einem Punkt der Zufriedenheit angekommen. Etliche sind jedoch an dem Bestreben, perfekt zu sein, zerbrochen. Dabei sprechen sowohl Promis wie etwa Nora Tschirner oder Ricki Luke, aber auch körperlich beeinträchtigte, magersüchtige, mit Brandnarben gezeichnete Frauen und Models über den Wandel ihres Körpers und den negativen Einfluss der Modebranche und den nahezu unmöglichen Schönheitsidealen.

Der Film hält durchaus, was er verspricht und hat mit Sicherheit das Selbstbewusstsein einer jeden Frau, welche im vollbesetzten Kinosaal die etwas andere Dokumentation genossen hat, mindestens für ein paar Stunden gepuscht. Hoffen wir, dass diese Bewegung selbstbewusster Frauen, wie Taryn Brumfit, welche zu ihren Körper und dessen „Makeln“ stehen in Zukunft viel öfter zu sehen sind als abgemagerte Models. Dadurch können wir dem Bild des weiblichen Körpers mehr Variabilität und Individualität verleihen und den Frauen dieser Welt mehr Selbstbewusstsein zu schenken.

#ihaveembraced


Wer den Film jetzt noch sehen will, muss sich ein bisschen gedulden. Obwohl in Amerika schon auf Itunes verfügbar, stehen die Produzenten in Europa noch in Verhandlung mit diversen Publishern. Mehr Infos dazu gibt es hier!

Fotos: Body Image Movement

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